Lufthansa: Der Kranich und die Gewerkschaften

ThemaLufthansa

Lufthansa: Der Kranich und die Gewerkschaften

Bild vergrößern

Ein Passagierin wartet am Frankfurter Flughafen auf ihren Abflug. Weil das Bodenpersonal streikt bleiben 700 Lufthansaflüge am Boden

von Felix Ehrenfried

Die Streiks bei der Lufthansa scheinen nicht aufzuhören. Zwar wird die Krankich-Airline statistisch gesehen verhältnismäßig selten bestreikt, jedoch sind die Auswirkungen für Kunde und Unternehmen massiv.

Erst vergangene Woche streikten rund 12 000 Lufthansabeschäftigte, nahezu alle Flüge der Gesellschaft mussten gestrichen werden und 150 000 Passagiere saßen fest. Grund für den Streik sind Tarifverhandlungen, die Gewerkschaft Ver.di fordert 5,2 Prozent mehr Lohn und Jobgarantien für die rund 33 000 Lufthansa-Beschäftigen.

Heute und morgen gehen die Tarifverhandlungen weiter, sollte dort keine Einigung erzielt werden, droht die Gewerkschaft mit weiteren Arbeitskämpfen. Wenn die Verhandlungen nicht vom Fleck kommen, werden weitere Streikmaßnahmen folgen", erklärte Ver.di-Chef Frank Bsirske.

Anzeige

Die Lufthansa zählt zwar nicht zu den Unternehmen, die in Deutschland am besonders häufig bestreikt werden, jedoch treffen die Auswirkungen meist sehr viele Menschen. Vergangenen Montag mussten rund 150 000 Gäste auf ihre Flüge verzichten, als im September 2012 die Flugbegleiter die Arbeit niederlegten, saßen 100 000 Personen auf den Flughäfen fest. Jedoch ist die Anzahl der Personen, die für solche chaosartigen Zustände sorgen, im Vergleich zu anderen Beschäftigungszweigen sehr gering. „Die Luftfahrtbranche macht nicht einmal einen Prozent des gesamten Streikvolumens in Deutschland aus“, erklärt Heiner Dribbusch, Arbeitskampfexperte bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Somit trügt der Eindruck, dass die Luftfahrtbranche und insbesondere die Lufthansa besonders häufig bestreikt wird. Was jedoch die Lage prekär macht ist die Tatsache, dass die Lufthansa mit zahlreichen Gewerkschaften als Arbeitgeber verhandeln muss.

„Mit der, relativ gesehen, großen Anzahl von Gewerkschaften stellt die Luftfahrbranche eine Ausnahme dar“, sagt Dribbusch. Während die Deutsche Bahn beispielsweis mit höchstens zwei Gewerkschaften, der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Eisenbahn-und Verkehrsgesellschaft (EVG) verhandeln muss, sieht sich die Lufthansa wesentlich mehr Arbeitnehmerverbänden gegenüber.

So vertritt die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) das Kabinenpersonal und die Vereinigung Cockpit (VC) Piloten und Flugzeugingenieure. Diese zwei Gewerkschaften setzen sich für schwer zu ersetzendes Fachpersonal ein und besitzen damit eine dementsprechend starke Verhandlungsposition. Derzeit fordert das Cockpitpersonal 5,2 Prozent mehr Lohn, rückwirkend ab 1. Mai 2012 und ab Mai 2013 einen Aufschlag von 4,6 Prozent.

Dafür setzen die Piloten der Lufthansa eine Frist bis zum 13. Mai. Anderenfalls drohen Konsequenzen. „Irgendwann reißt schließlich auch der dickste Geduldsfaden", erklärt die Tarifkommission der VC dem "Wallstreet Journal Deutschland" zufolge in einem Brief an ihre Mitglieder. Ein möglicher Streik der Piloten wäre für die Lufthansa schwer zu verkraften, da Ersatz während der Zeit des Arbeitskampfes schwer zu finden ist.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%