Lufthansa: Fliegen muss teuer werden

Lufthansa: Fliegen muss teuer werden

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Christoph Franz, neuer Chef der Lufthansa, teilte bei seiner ersten Pressekonferenz ordentlich aus - und ließ dabei auch die Bundesregierung nicht aus.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Christoph Franz hat auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Lufthansa-Chef reichlich ausgeteilt – und erstmals Einzelheiten seines Sparprogramms vorgestellt. Der wichtigste Posten ist die Verwaltung und höhere Flugpreise.

Lufthansa-Chef Christoph Franz galt schon bis her nicht als Leisetreter. Doch selbst für seine Verhältnisse war heute der Tag der unangenehmen Wahrheiten. Der 51-jährige stellte in einer deutlich mehr als zweieinhalb Stunden langen Pressekonferenz nicht nur die Bilanz seines ersten Jahres an der Spitze der nach Umsatz größten Fluglinie Europas. Er verkündete auch gleich eine ganze Reihe unbequemer Wahrheiten.

Die erste war, dass er seine Österreich-Tochter Austrian Airlines zusperrt, wenn sie nicht bald schwarze Zahlen schreibt. „Wir füttern auf Dauer niemanden durch“, sagte Franz. Die zweite Überraschung ging an seine Low-Cost-Linie Germanwings. „ Ohne die Rückendeckung des Konzerns hätte sie das vergangene Jahr nicht überlebt“, kommentierte Franz die Tatsache, dass der operative Verlust von 52 Millionen Euro wahrscheinlich das Eigenkapital der Linie aufgezehrt hätte.

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Ökoabgaben sind schuld an roten Zahlen

Und weil er gerade dabei war, gab Franz gleichzeitig noch der Bundesregierung einen mit. Aus seiner Sicht sorgte sie nicht nur für die Misere bei Germanwings, sondern auch dafür, dass die Lufthansa selbst in 2011 rote Zahlen schrieb, weil die ungeliebte Ökoabgabe für eine Belastung von 358 Millionen Euro sorgte. Ein Betrag, für den Lufthansa zehn neue Flugzeuge hätte kaufen können, die deutlich weniger des Klimagases Kohlendioxid ausstoßen als die älteren Flieger der Lufthansaflotte – und auch deutlich leiser fliegen.

Nach der Klatsche für Berlin präsentierte Franz erstmals Einzelheiten seines neuen Sparprogramms. Mit dem "Score" getauften Paket will Franz bis Ende 2014 den Gewinn um 1,5 Milliarden Euro steigern. Und er verspricht radikale Veränderungen. Doch nur so, glaubt Franz, kann Lufthansa angesichts steigender Ölpreise und wachsender Konkurrenz durch Billigflieger und Fluglinien vom Golf auf Dauer überleben. Denn, kalauert Franz, „wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

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