Lufthansa: Fluglinie verringert operativen Verlust

Lufthansa: Fluglinie verringert operativen Verlust

Die Lufthansa legt an diesem Dienstag ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal 2015 vor, das von einem erneuten Pilotenstreik und dem Absturz einer Germanwings-Maschine geprägt war.

Die Lufthansa hat zum Jahresstart den operativen Verlust eingedämmt. Der Betriebsverlust habe in den ersten drei Monaten 167 Millionen Euro betragen nach einem Fehlbetrag von 240 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Lufthansa am Dienstag mitteilte. Hierzu habe insbesondere die Entwicklung bei Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage beigetragen. Von Reuters befragte Analysten hatten hier mit einem Minus von 172 Millionen Euro gerechnet.

Das soll sich bei der Lufthansa verändern

  • Umbau gegen Angriff auf zwei Fronten

    Mit einem ganzen Bündel an Vorhaben will sich die Lufthansa zukunftsfähig machen und sich vor allem gegen die Konkurrenz der europäischen Billigflieger und der mit Staatsgeld gepolsterten Golf-Airlines stemmen. Nach noch nicht einmal drei Monaten im Amt stellte der neue Konzernchef Carsten Spohr am 10. Juli seine Pläne vor. Er setzt demnach auf mehr Billig-Angebote, mehr Luxus und eine effizientere Organisation. Die Pläne im Einzelnen.

  • Mehr Billigflieger (1)

    Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat das Konzept mit den günstigen Flügen vorgegeben, nun sollen weitere folgen: Der Konzern plant eine ganze „Wings-Familie“ mit Billig-Marken zu initiieren, wie Vorstandschef Carsten Spohr beschrieb. Für den Europa-Verkehr soll die Tochter-Gesellschaft Eurowings ab kommenden Frühjahr als zweiter konzerneigener Low-Cost-Anbieter neben Germanwings in Aktion treten. Germanwings bietet schon heute außerhalb der Drehkreuze Frankfurt am Main und München günstige europäische Direktflüge an. Die dafür genutzte Flotte soll bis Frühjahr 2015 auf 60 Flugzeuge angewachsen sein. Eurowings soll dann seine Strecken mit bis zu 27 Flugzeugen bedienen.

  • Mehr Billigflieger (2)

    Erstmals will der Konzern außerdem auch auf der Langstrecke mit einer Billig-Marke Passagiere locken. Unklar ist Konzernangaben zufolge noch, ob die Lufthansa diese Plattform alleine oder mit einem Partner-Unternehmen aufbaut. Ab Ende 2015 könnten dann schrittweise bis zu sieben Flugzeuge zu Einsatz kommen. Sie sollen Passagiere zu günstigen Preisen in Städte fliegen, die für die Lufthansa-Marke weniger interessant sind, sowie zu beliebten Touristenorte in Übersee, sogenannten „Warmwasserzielen“, wie Spohr sich ausdrückte.

  • Mehr Luxus

    Der Lufthansa-Marke verordnete die Konzernführung ein größeres Maß an Luxus. Lufthansa wolle die erste Fünf-Sterne-Airline der westlichen Hemisphäre werden, versprach Spohr. Vorgesehen seien dazu unter anderem ein besseres Catering in der Business-Klasse, ein verbesserter Premium-Check-In an den großen Flughäfen in Frankfurt am Main und München und ein persönlicher Service an Bord. Insgesamt plane der Konzern eine groß angelegte Qualitätsoffensive.

  • Mehr Innovationen

    In technischen Angelegenheiten und im Bereich der Digitalisierung will die Lufthansa ganz vorne dabei sein. Deshalb kündigte Spohr an, sich auf Vorstandsebene persönlich um das Thema Innovationen zu kümmern. Bis 2020 sollen insgesamt 500 Millionen Euro in die Zukunftsarbeit fließen. In Berlin will der Konzern außerdem eine „Innovation Hub“-GmbH gründen, „um näher an die Welt der Start-ups und an die digitale Technologieszene heranzurücken“, wie Spohr erklärte. Daneben solle es seinen „Innovationsfonds“ geben, um gute Ideen schneller voranzubringen.

  • Mehr Effizienz

    Was 2012 im Umbauprogramm „Score“ begonnen wurde, soll künftig Alltagsgeschäft bei der Lufthansa werden: Die Idee, kontinuierlich die Profitabilität des Unternehmens zu verbessern, solle über das Ende von „Score“ hinaus „in einen Dauerprozess überführt“ werden, sagte der Lufthansa-Chef. Effizienter soll das Unternehmen den Plänen zufolge auch bei der Entscheidungsfindung werden. „Ich möchte mindestens eine Hierarchieebene herausnehmen“, kündigte Spohr Veränderungen im internen Konzernaufbau an. Ziel sei eine dynamischere und schlankere Organisation der Kranich-Airline.

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Im Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin einen Betriebsgewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro an. Aufgrund der Geschäftsentwicklung der letzten Wochen sei es unwahrscheinlich, die Prognose deutlich zu übertreffen.

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Die Kosten für Streiks und den Konzernumbau sind in der Prognose nicht mitgerechnet. Airlines fahren im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist rote Zahlen - Geld wird erst in der Sommer-Hochsaison verdient.

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