Lufthansa: Neue Streiks am Horizont

Lufthansa: Neue Streiks am Horizont

Der Lufthansa könnten zum Jahresende mehrere Streiks drohen. Die Verhandlungen mit den bislang moderaten Flugbegleitern stehen vor dem Scheitern und die suchen nun den Schulterschluss mit den radikalen Piloten.

Im Lufthansa-Konzern hat sich der Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern weiter zugespitzt. Die Fluggesellschaft ist mit ihrem Angebot zur Lösung des seit fast zwei Jahren anhaltenden Tarifstreits mit den Flugbegleitern kein Durchbruch gelungen. Nach dem Tarifangebot der Lufthansa betonte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, dass er keinerlei Gesprächsgrundlage mehr erkennen könne. Er forderte das Unternehmen auf, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern.

Wichtige Punkte wie zum Thema Kündigungsschutz fehlten. Es werde keine weiteren Verhandlungen mehr geben. Beim Thema Versorgung angehe bleibe der Konzern sogar hinter dem letzten Entwurf zurück. „Wir waren wohl zu friedlich“, sagte der Ufo-Chef, der in den vergangenen Monaten den harten Streikkurs der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nicht mitgegangen war.

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Piloten-Streiks bei der Lufthansa

  • 02. bis 04. April 2014

    Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die Lufthansa praktisch lahm. Schärfster Ausstand der Konzerngeschichte, rund 3800 Flugausfälle, 425.000 Fluggäste sind betroffen.

  • 29. August

    Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Es fallen 116 Flüge aus, 15.000 Passagiere bekommen die Folgen zu spüren.

  • 05. September

    Piloten bestreiken Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa von Frankfurt. Gut 200 Flüge und 25.000 Passagiere sind betroffen.

  • 10. September

    Die Pilotengewerkschaft streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus, mehr als 15.000 Passagiere haben Nachteile.

  • 30. September

    Cockpit bestreikt Langstreckenflüge am Drehkreuz Frankfurt. 50 Flüge werden gestrichen, 20.000 Passagiere trifft es.

  • 08. Oktober

    Nun ist das Streikziel die Frachttochter Lufthansa Cargo. Der zweitägige Ausstand hat laut Unternehmen aber kaum Auswirkungen.

  • 16. Oktober

    Germanwings wird deutschlandweit bestreikt. Bilanz: 100 Flüge finden nicht statt, es trifft 13.000 Fluggäste.

  • 20. Oktober

    Ein Streik auf den Kurz- und Mittelstrecken wird einen Tag später auch auf die Langstrecken ausgeweitet. Lufthansa streicht an beiden Tagen über 1500 Flüge, 166.000 Fluggäste haben das Nachsehen.

  • 01. bis 02. Dezember

    Deutschlandweiter Streik trifft 1350 Flüge und rund 150.000 Passagiere.

  • 04. Dezember

    Streik auf Langstrecken- und Frachtmaschinen der Lufthansa, 60 Flüge gestrichen, 12.000 Passagiere betroffen.

  • 12. bis 13. Februar 2015

    Zweitägiger Streik bei Germanwings. Es werden 338 Flüge gestrichen. Es trifft gut 30.000 Passagiere.

  • 18. bis 20. März

    Streikaufruf in Etappen. Am ersten Tag sind bei Kurz- und Mittelstreckenflügen der Lufthansa rund 80.000 Passagiere betroffen, am zweiten Tag 18.000 Passagiere auf der Langstrecke sowie die Frachtflüge. Am dritten Tag erneut Mittel- und Langstreckenflüge.

  • 06. Juli

    Die Piloten erklären die im Mai begonnene Schlichtung für gescheitert. Drei Wochen später bieten sie dem Konzern Einsparungen von mehr als 400 Millionen Euro, um die Verlagerung von Arbeitsplätzen zu verhindern. Streiken wollen sie vorerst nicht.

  • 05. August

    Lufthansa-Chef Spohr bewertet die Vorschläge der Gewerkschaft positiv, die beiden Lager scheinen sich anzunähern.

  • 02. September

    Für die Pilotengewerkschaft sind die Gespräche gescheitert. Streiks sind wieder möglich.

  • 08. September

    Die Piloten der Lufthansa treten erneut in den Streik. Betroffen sind zunächst alle Langstreckenverbindungen aus Deutschland. Zusätzlich werden alle Abflüge der Lufthansa Cargo aus Deutschland bestreikt. Am Abend kündigt die Pilotengewerkschaft VC eine Verlängerung des Streikes an.

  • 09. September

    Diesmal wird von den Piloten auch der Kurz- und Mittelstreckenverkehr bestreikt. Hier ist die Zahl der Maschinen wesentlich höher als im Interkontinentalverkehr.

Streiks der rund 19.000 Flugbegleiter kündigte Ufo zunächst nicht an, sondern will das weitere Vorgehen mit den anderen Luftverkehrsgewerkschaften abstimmen. Bislang verhandeln die drei Gewerkschaften nach Beschäftigtengruppen getrennt über Gehälter und Versorgungsansprüche der Lufthansa-Mitarbeiter in Deutschland.

Die Piloten haben seit April 2014 bereits 13 Mal gestreikt, waren zuletzt aber wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, nachdem ein Gericht ihren Ausstand als unrechtmäßig eingeschätzt hatte.

Vorgehensweise und Inhalt des Lufthansa-Schreibens zu den Flugbegleitern seien eine einzige Provokation, sagte Baublies. Lufthansa habe sämtliche diskutierte Sparmaßnahmen verschärft, während man die Schutzmechanismen für die Beschäftigten herausgenommen habe.

Die Gewerkschaft betonte in einer ersten Stellungnahme: „Stand jetzt ist das Thema völlig gescheitert.“ Verhandlungen stünden unter diesen Umständen bis zum 1. November nicht mehr an.

Die Lufthansa hatte vorgeschlagen, dass die Flugbegleiter, die länger als bis zum 56. Lebensjahr fliegen, ihre betriebliche Altersversorgung deutlich erhöhen könnten. Zudem bot sie bei der Vergütung für 2015 eine Einmalzahlung von bis zu 2000 Euro an sowie jeweils für 2016 und 2017 eine Tariferhöhung um 1,7 Prozent für Mitarbeiter mit Einstellungsdatum vor dem 01. Januar 2013.

Tarifkonflikt Lufthansa und Verdi finden keine Einigung

Lufthansa und Verdi haben während ihrer Tarifverhandlungen keine Einigung über Löhne und Betriebsrenten gefunden. Der Arbeitgeber hat eine Einmalzahlung von 1200 Euro vorgeschlagen. Das ist zu wenig, findet die Gewerkschaft.

Lufthansa  Quelle: dpa

Sollten Kabinenmitarbeiter mit einem Einstiegsalter von 28 Jahren bis zum Alter von 65 fliegen, könnten sie dem Lufthansa-Vorschlag zufolge eine Rente bis zu 98 Prozent des letzten Grundgehalts erreichen.

Dem Unternehmen zufolge ist das bisherige System wegen der niedrigen Zinsen und längeren Rentenzeiten unbezahlbar. Die Lufthansa gab im vergangenen Jahr rund 3,7 Milliarden Euro aus, um die Renten der Kabinenmitarbeiter zu finanzieren. Die Lufthansa befindet sich auch in einem Tarifkonflikt mit den Piloten.

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