Lufthansa: Pakt mit Etihad nur auf bestimmten Strecken

Lufthansa: Pakt mit Etihad nur auf bestimmten Strecken

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Etihad-CEO James Hogan bei einer Pressekonferenz in Abu Dhabi Anfang Februar.

Die Kooperation zwischen der Lufthansa und dem einstigen Erzrivalen Etihad nimmt mittlerweile Gestalt an. Ab Anfang des Monats erhalten Etihad-Flüge von Abu Dhabi nach Frankfurt und München eine Lufthansa-Flugnummer.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will die Flugpartnerschaft mit Etihad auf bestimmte Strecken begrenzen, die die Lufthansa alleine nicht anfliegen will. "Tatsache ist, dass es Destinationen gibt, die wir nicht anbinden können", sagte Spohr in einem Interview mit dem "Manager Magazin". Dazu zählten etwa Fluge in das Golf-Emirat Abu Dhabi. Bei den niedrigen Preisen lohnten sich eigene Flüge dorthin nicht, weshalb man mit Etihad zusammenarbeite, die dort ihre Heimatbasis betreibt. Denkbar seien noch weitere solche Ergänzungen, etwa in die pakistanische Stadt Karachi.

Die neue Kooperation zwischen der Lufthansa und dem einstigen Erzrivalen Etihad nimmt mittlerweile Gestalt an. Ab Anfang des Monats erhalten Etihad-Flüge von Abu Dhabi nach Frankfurt und München eine Lufthansa-Flugnummer. Mit diesem Code-Sharing steigern die Araber die Auslastung ihrer Verbindungen, während die Lufthansa ihren Passagieren neue Ziele anbieten kann, ohne eigene Flugzeuge in die Luft schicken zu müssen.

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Dennoch wirft die Lufthansa wegen des neuen Partners vom Persischen Golf nicht ihre bisherige Streckenstrategie über Bord. "Unsere Kunden sagen sehr klar, das sie Direktflüge bevorzugen", sagte Spohr weiter. Bei Asien-Flügen habe weiterhin das Nonstopangebot der Lufthansa Priorität, danach kämen die Flüge mit den Joint-Venture-Partnern Air China, ANA aus Japan und Singapore Airlines, und erst dann eine Partnerschaft mit einem Golf-Carrier.

Lufthansa und Etihad Airlines wollen enger zusammenarbeiten

Lufthansa hat früher arabische Fluggesellschaften wie Etihad wegen unfairen Wettbewerbs scharf kritisiert. Doch mit der Anmietung von Flugzeugen von der Etihad-Beteiligung Air Berlin wurden aus alten Feinden nun Freunde.

Etihad-Chef James Hogan (rechts) und Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa. Quelle: REUTERS

Noch vor kurzem schien eine Kooperation der Lufthansa mit Etihad undenkbar. Die Deutschen warfen den stark wachsenden Airlines vom Golf - Emirates, Etihad und Qatar Airways - wiederholt vor, von Staatshilfen zu profitieren, die ihnen einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafften. Doch selbst in Dubai, Abu Dhabi und Katar neigen sich die Zeiten des Booms eventuell dem Ende entgegen. Wegen der niedrigen Ölpreise schicken die in der Region stark vertretenen Ölkonzerne weniger Arbeiter und Manager um die Welt, zudem wird die Konkurrenz unter den Airlines härter. Etihad etwa, die Nummer drei am Golf, kündigte jüngst den Abbau von Jobs an. Langzeit-Chef Hogan gibt sein Amt noch dieses Jahr ab. Da die Lufthansa sich gleichzeitig von Altlasten befreit habe, könne man mit den Golf-Carriern im Gegensatz zu früher nun auf Augenhöhe reden, sagte Spohr. Insbesondere Etihad habe dabei Vorteile. "Etihad setzt, anders als die anderen Carrier vom Golf und vom Bosporus, nicht nur auf blindes Wachstum, sondern auf eine Partnerstrategie und adäquate Kapazitäten." Bekanntester Etihad-Partner in Deutschland ist die schwer angeschlagene Air Berlin.

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