Lufthansa: Piloten-Gewerkschaft droht Lufthansa mit größeren Streiks

Lufthansa: Piloten-Gewerkschaft droht Lufthansa mit größeren Streiks

, aktualisiert 13. Februar 2015, 19:44 Uhr

Lufthansa-Piloten schließen neue Streiks nicht aus, hieß es am Freitag vonseiten der Gewerkschaft Cockpit. Arbeitsniederlegungen auf den Kurzstrecken oder bei der Frachttochter Cargo seien eine der möglichen Optionen.

Noch während ihres Streiks bei der Lufthansa -Tochter Germanwings haben die Piloten neue Ausstände bei dem Kranich-Konzern angedroht. "Neue Streiks schließen wir nicht aus und prüfen alle Optionen", sagte Markus Wahl, Vorstand der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, am Freitag zu Reuters. Denkbar seien Arbeitsniederlegungen auf der Kurzstrecke der Lufthansa, bei Interkontinentalverbindungen, bei der Frachttochter Cargo oder auch eine Kombination dieser Möglichkeiten. "Unbefristete Streiks sind eine der Optionen."

Wann wieder gestreikt werde, könne er nicht sagen. Zunächst wolle Cockpit der Lufthansa-Führung ein wenig Zeit geben, um nach dem 48-Stunden-Aktion bei Germanwings über das weitere Vorgehen nachzudenken. "Wir hoffen, dass die Lufthansa ihre Blockadepolitik aufgibt." Einen Durchbruch hingegen erzielte die Lufthansa-Spitze in den Tarifverhandlungen mit einer anderen Mitarbeitergruppe, den Flugbegleitern: Deren Gewerkschaft Ufo verzichtet in den nächsten Monaten auf Streiks.

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Lufthansa Wie gerechtfertigt ist der Pilotenstreik?

Im Duell mit der Lufthansa-Spitze legen die Piloten seit Tagen Flüge lahm. Rund 20.000 Kunden waren betroffen, sagt die Airline. Warum die Gründe der Piloten nachvollziehbar, aber überzogen sind.

huGO-BildID: 39513644 ARCHIV - Einen roten "Wir Streiken!"-Button trägt dieser Lufthansa-Pilot am 22.02.2010 am Flughafen in Frankfurt am Main während einer Protestkundgebung. Foto: Boris Roessler/dpa (zu dpa "Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag in Frankfurt streiken" vom 29.09.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Eine Einigung mit den Piloten liegt dagegen in weiter Ferne. Die Flugzeugführer haben die Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo seit Beginn des Arbeitskampfes im April bereits elf Mal jeweils für Stunden oder gar Tage lahmgelegt. Sie fordern offiziell die Beibehaltungen der alten Frührentenregelung für 5400 Lufthansa-Flugzeugführer. Hinter den Kulissen tobt aber noch ein weiterer Konflikt. Die selbstbewussten Piloten stemmen sich nämlich gegen den Ausbau von Lufthansa-Billigfliegern unter der Marke Eurowings auf der Kurz- und Langstrecke. Die Serie an Arbeitsniederlegungen der Piloten kostete die Lufthansa bislang über 200 Millionen Euro.

Der jüngste Piloten-Streik bringt den Flugplan von Germanwings aus dem Takt gebracht. 180 von rund 470 geplanten Flüge seien annulliert worden, sagte ein Sprecher der in Köln ansässigen Fluglinie. Insgesamt dürften wegen der zweitägigen Arbeitsniederlegung, die am Freitagnacht endet, etwa 14.000 Passagiere ihre Flüge verpassen. Am Samstag immerhin soll der Betrieb reibungslos starten, da die Flugzeug der Airline an den vorgesehenen Standorten bereitstehen.

Im Gegensatz zu den Piloten drohen die Lufthansa-Flugbegleiter nicht mehr mit Streiks. Die Tarifparteien hätten sich auf einen Lösungsmechanismus für die weiteren Gespräche verständigt, der Streiks in den nächsten Monaten ausschließe, teilte die Kabinengewerkschaft Ufo mit. "Wir wollen den Beweis antreten, dass wir in wirklich turbulenten Zeiten auch ohne Arbeitskampf Sicherheit und Perspektiven für unsere Mitglieder im Lufthansa-Konzern erreichen können", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Die Lufthansa bestätigte die Fortsetzung der Gespräche. "Das ist ein wichtiges Signal für unsere Kunden, die wir aufgrund der zahlreichen Streiks der Vereinigung Cockpit wiederholt enttäuschen mussten", sagte Konzernpersonalchefin Bettina Volkens.

Anfang des Monats hatte die Gewerkschaft noch den Druck erhöht: In einer Urabstimmung sprachen sich gut 90 Prozent der Mitglieder prinzipiell für Streiks aus. Ufo vertritt 18.000 Stewards und Stewardessen und verhandelt seit April 2014 mit der Lufthansa über eine ganze Reihe von Themen, die unter dem Stichwort "Agenda Kabine" zusammengefasst sind. Neben der Forderung von acht Prozent mehr Lohn für die kommenden zwei Jahre ist vor allem die Übergangsversorgung umstritten. Die Verhandlungen darüber sind geplatzt, allerdings haben beide Seiten ein Schlichtung vereinbart. In einigen wichtigen Punkten haben die beiden Seiten nun vereinbart, weiter zu verhandeln. Dabei geht es etwa um neue Arbeitszeitmodelle oder Wechselmöglichkeiten für Flugbegleiter von der Lufthansa-Billigtochter Germanwings zur Mutter-Airline selbst.

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