
"Wir sind heute weiter, als wir vor einem Jahr gedacht haben", sagte Lufthansa-Manager Jörg Beißel, einer der beiden Leiter des Score-Programms, der WirtschaftsWoche. Ein Jahr nach seinem Start hat Score nach Informationen der WirtschaftsWoche bereits knapp 800 der 2.500 geplanten Projekte beendet. Vor allem wurde dabei das Jahresziel von 280 Millionen Euro Ergebnissteigerung übererfüllt. Zwar nennt Vorstandschef Christoph Franz offizielle Zahlen erst im März, wenn er die Jahresbilanz 2012 vorstellt. "Doch es könnten gut 400 Millionen Euro werden", heißt es in Aufsichtsratskreisen.
Bild: REUTERSGeneral Motors-Chef Dan Akerson muss seit Jahren zusehen, wie seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall Geld verbrennen. Allein 2012 schlug im Europa-Geschäft ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) zu Buche. Damit sich das ändert, verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. Im Werk Bochum mit 3200 Mitarbeitern soll die Produktion dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt. Es wird aber nicht nur gespart. Akerson hat angekündigt, GM werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren.
Bild: dpaSiemens
In den kommenden zwei Jahren will Vorstandschef Peter Löscher die Kosten im Konzern um mindestens sechs Milliarden Euro senken; Ein Teil der Ersparnis soll aus der Aufgabe unprofitabler Geschäftsfelder kommen. Neben der Solarsparte und werde auch das Geschäft mit der Abwasserreinigung aufgegeben, kündigte Löscher an. Weitere schwächelnde Bereiche sind auf dem Prüfstand.
Der Sparplan sieht den weltweiten Abbau von 4000 Stellen im Industriesektor vor, 1700 davon im Vertrieb. Mit dem Sparprogramm will Löscher die Marge nach oben zu treiben. Er will sich allerdings nicht festlegen, wie viele Stellen insgesamt dem Profitplänen zum Opfer fallen sollen. Arbeitnehmervertreter rechnen inzwischen mit mehr als 10.000 Jobs. Siemens beschäftigt allein in Deutschland 130.000 Mitarbeiter. Sie sind größtenteils per Betriebsvereinbarung vor Entlassungen geschützt.
Bild: dapdAir Berlin
Ex-Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hatte das Sparprogramm "Turbine 2013" als Ergänzung zum bereits laufenden Paket "Shape & Size" aufgelegt. Sein Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer nennt Details. Bis 2014 sollen die Kosten um 400 Millionen Euro oder fast zehn Prozent vom Umsatz sinken. Dafür sollen 900 der gut 4.300 Mitarbeiter gehen und die Flotte von heute 158 auf 136 aktive Flugzeuge schrumpfen. Den geforderten teilweisen Gehaltsverzicht lehnte die Gewerkschaft Verdi aber ab. Im Gespräch waren fünf Prozent weniger Lohn und Verzicht auf das 13. Monatsgehalt.
Allein 2012 wollte Mehdorn mit "Shape & Size" schon 230 Millionen Euro einsparen. Erreichen wollte der Ex-Bahn-Manager das unter anderem über höhere Ticketpreise und die Verkleinerung der Flugzeugflotte von 170 auf 152 Flieger. Dazu wurden bereits einige Routen gestrichen. Einsparungen sieht die Airline auch in Sachen Selbstbedienung: Durch eine verstärkte Nutzung des E-Check-in an Automaten oder das Online-Check-in soll die Selbstbedienung der Kunden auf mehr als 60 Prozent erhöht werden.
Jetzt stellt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft 15 Mitarbeiter-Standorte in Deutschland auf den Prüfstand. „Durch Netzwerk- und Standort-Optimierung kann Air Berlin zukünftig auf einige Stationen verzichten“, sagte Unternehmenssprecher Mathias Radowski. So können bis Ende nächsten Jahres weitere Einsparungen von 50 Millionen Euro möglich.
Bild: dapdThyssen-Krupp
Der Ruhkonzern will seine Ausgaben in den nächsten drei Jahren um zwei Milliarden Euro senken. In der Summe eingerechnet sind laufende Sparmaßnahmen in Höher von 400 Millionen Euro. Das berichten "Handelsblatt" und "Süddeutsche Zeitung". Ein großer Arbeitsplatz-Abbau ist nicht vorgesehen. Einiges ändern soll sich aber für die 600 Mitarbeiter in der Zentrale in Essen. Dort könnte ein Drittel der Stellen überflüssig werden, berichtet das Handelsblatt. Das neue Programm heißt "Act - Achieve change Thyssen-Krupp" und ist Teil der Neuausrichtung, die Vorstandschef Heinrich Hiesinger anstrebt. Thyssen-Krupp soll unabhängiger vom Stahlgeschäft werden und sich stärker auf Technologien wie Aufzüge und Anlagen konzentrieren.
Eklatant sind die Verluste der Werke in Brasilien und den USA. Zwölf Milliarden hatten sie gekostet, Hiesinger will beim Verkauf mindestens den noch übrigen Buchwert von sieben Milliarden erzielen. Analysten schätzen den Wert auf maximal vier Milliarden Euro. Das bedeute, dass ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich eine Wertberichtigung bis zu drei Milliarden Euro verkraften muss. Auf der Hauptversammlung verkündete der Aufsichtsrat auf die Hälfte seiner Vergütung verzichten zu wollen - in Summe nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stahl.
Bild: dapdCommerzbank
Deutschlands Bank Nummer zwei stellt sich mit einem Mix aus Investitionen und Sparmaßnahmen gegen den anhaltenden Abwärtstrend und feilt unter anderem an einem neuen Programm für Stellenstreichungen. Insgesamt will die Commerzbank bis 2016 mehr als zwei Milliarden Euro ausgeben, „um ihr Geschäftsmodell in den kommenden Jahren an die veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzbranche“ anzupassen.
Aus Betriebsratskreisen erfuhr die WirtschaftsWoche bereits im Oktober: "Wir rechnen Anfang 2013 fest mit einem weiteren Abbauprogramm". Es kursieren aber bereits Gerüchte, dass 5000 bis 6000 Jobs auf der Kippe stehen. Die Commerzbank hat bereits nach der Fusion mit der Dresdner Bank 2008 den Wegfall von 9000 Stellen beschlossen. Details zum Jobabbau hat die Commerzbank auch bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal zunächst nicht bekannt gegeben.
Bild: dpaLufthansa
Konzernchef Christof Franz setzt derzeit das "Score"-Programm um, mit dem er die Kosten um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr drücken will. Doppelte Verwaltungsstrukturen werden abgebaut. Dem fallen in Deutschland 2500 Jobs zum Opfer, 1100 Jobs werden ins Ausland verlagert; weltweit werden 3500 der knapp 17.000 Stellen in dem Bereich wegfallen. Der Chef will außerdem den Einkauf von Waren und Dienstleistungen konzernweit zentralisieren und den Unternehmenstöchtern weniger Eigenständigkeit zugestehen. Im Zuge des Sparpakets hat die Lufthansa im Oktober 2012 ihrem Regionalpartner Augsburg Airways zum Ende des Sommerflugplans 2013 gekündigt. Die Kooperation lief seit 1996. Die Flotte umfasst 15 Regionaljets, 500 Mitarbeiter sind betroffen. Um mit Billigfliegern oder den Fluglinien vom Golf mithalten zu können, soll die Lufthansa den Vorsteuergewinn von rund 500 Millionen Euro in 2011 bis Ende 2013 auf zwei Milliarden Euro steigern.
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Das Sparprogramm „Fit for Leadership (F4L)“ ist als eine Art Zwei-Stufen-Modell angelegt. Kurzfristig will der Autobauer dadurch in seiner Pkw-Sparte bis 2014 rund zwei Milliarden Euro sparen, die Hälfte davon bereits im kommenden Jahr. In den darauffolgenden Jahren möchte der Konzern dann weiter von den eingeleiteten Sparmaßnahmen profitieren. Entlassungen sind Daimler zufolge dabei vorerst kein Thema - freiwerdende Stellen werden aber möglicherweise nicht neu besetzt und ältere Mitarbeiter über Alterszeit früher aus dem Unternehmen ausscheiden.
Daimler will Entwicklung, Produktion und Vertrieb effizienter machen. Im für die Schwaben problematischen Markt China sollen die bisher zwei Vertriebsgesellschaften zu einer zusammenwachsen.
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Deutschlands größtes Geldhaus reagiert mit harten Einschnitten auf die Krise: 1900 Stellen sollen laut dem Institut gestrichen werden. Die Bank will drei Milliarden Euro einsparen, der Stellenabbau soll 350 Millionen Euro dazu beitragen. Allein im Investmentbanking fallen 1500 Arbeitsplätze weg. Zudem kürzen die Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain die Boni im Investmentbanking außerhalb Deutschlands.
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Vorstandschef Karl-Ludwig Kley für den Dax-Konzern ein umfassendes Sparprogramm eingeleitet. In der Pharmasparte Merck Serono sollen ab 2014 pro Jahr 300 Millionen Euro eingespart werden. Dabei soll die Zentrale von Serono in Genf voraussichtlich Mitte 2013 geschlossen werden. Bis Ende 2015 will das Unternehmen außerdem rund 1.100 der aktuell 10.900 Arbeitsplätze in seinem Heimatmarkt streichen. Die Stellen sollen hauptsächlich über Freiwilligen- und Altersteilzeitprogramme abgebaut werden.
Bild: dapdRWE
Der Energieversorger plant mit Einsparungen von 1,5 Milliarden plus eine weitere Milliarde in 2013 und 2014. RWE-Chef Peter Terium setzt dazu den Rotstift auch bei der Mitarbeiterzahl an. Zunächst hieß es, die Zahl der Mitarbeiter solle um 8000 sinken. 3000 davon sollten durch Verkäufe von Unternehmensteilen wegfallen. Jetzt legte der neue Chef nach - weitere 2400 Stellen werden gestrichen. Bis Ende 2012 sind bei RWE betriebsbedingte Kündigungen vertraglich ausgeschlossen. Derzeit arbeiten 72.000 Menschen für RWE.
General Motors-Chef Dan Akerson muss seit Jahren zusehen, wie seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall Geld verbrennen. Allein 2012 schlug im Europa-Geschäft ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) zu Buche. Damit sich das ändert, verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. Im Werk Bochum mit 3200 Mitarbeitern soll die Produktion dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt. Es wird aber nicht nur gespart. Akerson hat angekündigt, GM werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren.
Der Nettoeffekt des Programms ist jedoch geringer, weil andere Ausgaben - vor allem für das Flugbenzin - stärker gestiegen sind als geplant. Aus diesem Grund soll die Lufthansa auch 2012 rote Zahlen im Kerngeschäft Passagierverkehr geschrieben haben.

























