Lufthansa-Streik: Airline beendet Streit vor Gericht

Lufthansa-Streik: Airline beendet Streit vor Gericht

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Hunderttausende Passagiere waren und sind vom Streik bei der Lufthansa betroffen.

Im Gerichtsstreit um das Streikrecht der Flugbegleiter hat die Lufthansa einen Rückzieher gemacht und den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung zurückgezogen.

Die Lufthansa hat den Rechtsstreit um den Streik der Flugbegleiter am Düsseldorfer Flughafen beendet. Im Prozess vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf nahm der Vertreter der Airline am Freitag den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung zurück.

Am Vortag hatte das Arbeitsgericht den Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa am Flughafen der Landeshauptstadt erlaubt. Dagegen war das Unternehmen zunächst in Berufung gegangen. Laut Gericht ist mit der Rücknahme des Antrags durch die Lufthansa das gesamte Verfahren auf null gestellt. Zuvor hatte die 13. Kammer des Gerichts in zweieinhalbstündiger Verhandlung zu erkennen gegeben, dass sie wie die Vorinstanz entscheiden wolle.

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Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

  • Streiks

    13 Mal haben die Piloten der Lufthansa in den vergangenen gut eineinhalb Jahren gestreikt. Die Vereinigung Cockpit sorgt sich, dass die Piloten unter anderem Abstriche Altersvorsorge hinnehmen müssen - und trotzdem immer mehr Jobs aus dem Tarifvertrag ausgelagert werden. Sie liefern dem Konzern deshalb den härteste Arbeitskampf in seiner Geschichte. Das ist nicht der einzige Knatsch mit dem Personal: Die Flugbegleiter von Ufo sind etwas moderater unterwegs, wollen aber auch ihre tariflichen Besitzstände verteidigen.

  • Unklare Produkte

    Carsten Spohr hat die Lufthansa auf eine Strategie mit zwei sehr unterschiedlichen Plattformen festgelegt, die jetzt gerade erst anlaufen. Die Kernmarke Lufthansa soll bei gleichzeitiger Kostensenkung zur ersten Fünf-Sterne-Airline des Westens aufgewertet werden - eine Luxus-Auszeichnung des Fachmagazins Skytrax, die bislang nur Airlines aus Asien und dem Mittleren Osten erreicht haben. Am anderen Ende der Skala steht künftig „Eurowings“, die nur noch als Plattform für die diversen und möglichst kostengünstigen Flugbetriebe des Lufthansa-Konzerns dienen soll. Die ersten Eurowings-Langstrecken ab Köln werden beispielsweise von der deutsch-türkischen Gesellschaft Sunexpress geflogen. Noch komplizierter wird das Angebot durch die Strategie, auf beiden Plattformen jeweils unterschiedliche Service-Pakete anzubieten.

  • Maue Geschäftslage

    So richtig gut läuft es für die Lufthansa mit ihrem schwierigen Heimatmarkt Zentraleuropa eigentlich nur in den Neben-Geschäftsbereichen Technik und Verpflegung. In ihrem Kerngeschäft der Passagier- und Frachtbeförderung fliegt die Lufthansa unter dem Strich Verluste ein. Spohrs Plan, Wachstum nur noch in kostengünstigen Segmenten stattfinden zu lassen, bedeutet eigentlich einen Schrumpfkurs für die Kerngesellschaft der Lufthansa Passage. Doch den Mitarbeitern wird Wachstum auch dort versprochen.

  • Sinkende Ticketpreise

    Sinkende Ticketpreise sind gut für die Passagiere, knabbern andererseits aber an den schmalen Margen der Fluggesellschaften. Bereits im vergangenen Jahr sind die Erlöse auf breiter Front um drei Prozent zurückgegangen. Der zuletzt stark gesunkene Kerosinpreis begünstigt derzeit Gesellschaften, die sich nicht gegen starke Preisschwankungen abgesichert haben. Lufthansa gehört nicht dazu, sondern hat einen Großteil ihres Spritbedarfs für die kommenden zwei Jahre bereits abgesichert und leidet zudem an der ungünstigen Währungsrelation zwischen Euro und Dollar. Um ihre Tickets zu verkaufen, muss sie aber die Kampfpreise der Konkurrenz halten.

  • Starke Konkurrenz

    In regelmäßigen Abständen verlangt Lufthansa politischen Schutz vor dem angeblich unfairen Wettbewerb durch Fluggesellschaften vom Arabischen Golf. Zuletzt stimmten auch die großen US-Gesellschaften in den Chor ein. Aber es bleibt dabei: Emirates, Qatar Airways und Etihad lenken mit immer größeren Flugzeugen tausende Fluggäste aus Europa über ihre Wüstendrehkreuze und haben bereits weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien fest im Griff. Um streitbare Gewerkschaften, hohe Gebühren und Sozialabgaben oder Nachtflugverbote an ihren Heimatbasen müssen sich die Araber keine Gedanken machen. Zudem ändern die europäischen Billigflieger ihr Geschäftsmodell und werden für Geschäftsleute immer attraktiver. So folgt Ryanair dem Vorbild von Easyjet und verlässt die Provinz-Flughäfen. Am Eurowings-Drehkreuz Köln-Bonn treten die Iren demnächst sogar wieder mit Inlandsflügen nach Berlin an.

  • Fehlende politische Unterstützung

    Auf Hilfe aus Berlin oder Brüssel hat die Lufthansa in den vergangenen Jahren meist vergeblich gewartet. Die nationale Luftverkehrssteuer verteuert Tickets für Flugreisen von deutschen Flughäfen. Sie bietet zudem der europäischen Konkurrenz Anreize, Umsteiger auf die eigenen Drehkreuze zu locken. Grenznah lebende Passagiere können gleich ganz auf ausländische Flughäfen und Airlines ausweichen. Den häufig angemahnten nationalen Luftverkehrsplan gibt es auch immer noch nicht. Dafür unsinnige Subventionen für Regionalflughäfen, die bislang das Geschäftsmodell der Billigflieger gestützt haben.

Unterdessen gibt es Hoffnung, dass in den Tarifkonflikt wieder Bewegung kommen könnte. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo werde dem Vorstand der Lufthansa am Freitag einen neuen Vorschlag unterbreiten, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Donnerstag in Düsseldorf. Zu Details wolle er sich nicht äußern, diese befänden sich noch in der Abstimmung.

Ufo hat für den Freitagmittag eine Kundgebung angekündigt. Vor Gericht hatte der Ufo-Chef zuvor gesagt, der Streik werde Freitagnacht "wahrscheinlich zu Ende gehen".

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Nach dem längsten Streik in ihrer Geschichte plant die Lufthansa für Samstag die schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb. Alle planmäßigen Langstreckenverbindungen könnten am Samstag starten, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Dazu kommen noch Langstreckenflieger nach Hongkong, Singapur, Rio de Janeiro und São Paulo, die streikbedingt vom Freitagabend auf den Samstag verschoben wurden, um die Flüge nicht ganz absagen zu müssen.

Der Streik der Flugbegleiter hatte Ende vergangener Woche begonnen. Die Lufthansa musste 4700 Flüge mit rund 550.000 gebuchten Passagieren absagen.

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