Lufthansa Streik: Lufthansa-Flugbegleiter weiten Streik auf München aus

Lufthansa Streik: Lufthansa-Flugbegleiter weiten Streik auf München aus

Die Flugbegleiter der Lufthansa weiten ihren Streik am Montag aus. An den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und nun auch München seien die Mitglieder ganztägig zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, so die Gewerkschaft Ufo.

Im längsten Streik der Firmengeschichte erhöht die Kabinengewerkschaft Ufo noch einmal den Druck auf die Lufthansa. Am Montag weiten die Flugbegleiter ihre Aktionen massiv aus, Passagiere müssen sich bundesweit auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. „Unsere Gäste müssen bis inklusive Freitag davon ausgehen, dass ihr Flug mit Lufthansa ausfällt“, sagte der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies am Sonntag in Frankfurt.

Anders als am Freitag und Samstag legen die Stewardessen und Stewards die Arbeit nicht nur an den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf nieder, sondern nun auch in München, wie Ufo am Sonntag mitteilte. Der Airport war wegen des Endes der Herbstferien in Bayern zunächst verschont worden.

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Die Mitglieder sind am Montag von 4.30 Uhr an zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. In Frankfurt und Düsseldorf werde bis 23.00 Uhr gestreikt, in München bis Mitternacht. „Alle Lufthansa-Flüge, die an einem dieser Flughäfen starten oder landen sollen, werden bestreikt“, sagte Baublies der Deutschen Presse-Agentur.

Carsten Spohr: Pilot und Lufthansa-Kenner

  • Zur Person

    Charismatisch, flugbegeistert und erfahren: Mit Carsten Spohr hat sich die Lufthansa für einen Favoriten auf den Chefposen entschieden. Seine steile Karriere bei der Airline findet so ihre Krönung.

  • Pilot aus dem Ruhrgebiet

    Carsten Spohr wurde 1966 in Wanne-Eickel im nördlichen Ruhrgebiet geboren. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Universität Karlsruhe erwarb er die Verkehrspiloten-Lizenz an der Fliegerschule der Lufthansa. Danach absolvierte er das Trainee-Programm bei der Deutschen Aerospace AG.

  • Steile Karriere bei Lufthansa

    Mit 27 Jahren kehrte Spohr zu der Airline zurück und schlug dort eine steile Karriere ein: Zunächst übernahm er die Leitung des zentralen Personalmarketings, später arbeitete er sich über verschiedene Funktionen zur Koordination der Regionaltöchter und dem Airline-Bündnis Star Alliance in die Spitze der Kerngesellschaft Lufthansa Passage empor. Zeitweise war er Assistent von Lufthansa-Legende Jürgen Weber.

  • Blendende Ergebnisse

    Als Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo lieferte Spohr bis zur Finanzkrise blendende Ergebnisse und zog schließlich 2011 gemeinsam mit dem scheidenden Lufthansa-Chef Christoph Franz in den Konzernvorstand ein. Gemeinsam setzten sie das harte Sparprogramm „Score“ durch.

  • Endlich Lufthansa-Chef

    Anfang Februar 2014 hat die lange Suche nach einem Nachfolger für Christoph Franz ein Ende: Lufthansa will Carsten Spohr zum neuen Vorstandschef machen. Der 47-Jährige galt im Vorfeld schon als Favorit.

  • Charismatischer Flieger

    Auch wenn seine Beliebtheit in der Belegschaft während der Sanierung abgenommen haben dürfte, gilt der begeisterte Flieger Spohr als charismatischer Gegenpol zu Franz. Dessen kühle, analytische Art verprellte viele Lufthanseaten. Spohr ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Nach dem erneuten Streikaufruf der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) setze Lufthansa nun alles daran, die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten, erklärte die Airline am Sonntag. Der Sonderflugplan, in dem die Zahl der Flugausfälle und der betroffenen Passagiere bekanntgegeben wird, sollte im Laufe des Nachmittags veröffentlicht werden. Die Lufthansa sprach von einer „vollkommen unverhältnismäßigen Arbeitskampfmaßnahme“.

Hingegen warf die Gewerkschaft der Lufthansa vor, den eigentlich richtigen Konzernumbau „ohne Perspektive für alle Mitarbeiter durchzuziehen und zugleich alle Tarifpartner zu bekämpfen“. Nach den Gesprächen am vergangenen Donnerstag habe es keinerlei Kontakt mehr zur Lufthansa gegeben, sagte Baublies: „Derzeit ist alles nur Propaganda, die Lufthansa macht Stimmung gegen Ufo.“

Das Unternehmen wies diese Darstellung zurück: „So wurde zum Beispiel das letzte Schreiben von Lufthansa der Ufo am Freitagnachmittag zugestellt.“ Die Lufthansa stehe jederzeit und ohne Vorbedingungen für die Wiederaufnahme von Gesprächen zur Verfügung.

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Am Montag will Ufo bekanntgeben, ob es Teilbereiche gibt, die ab Dienstag vom Streik ausgenommen sind. Sylvia De la Cruz, Stellvertretende Vorsitzende der Ufo, sagte laut Mitteilung: „Wir wissen, dass dieser Konflikt vor allem unsere Gäste trifft, die verständlicherweise verärgert sind.“ Ufo habe alles versucht, das zu vermeiden und dreistellige Millioneneinsparungen angeboten: „Jetzt bleibt uns nur noch dieser Weg und wir stehen dafür ein.“

An den ersten beiden Streiktagen waren Freitag und Samstag laut Lufthansa über 800 Flüge ausgefallen, mehr als 95 000 Reisende waren betroffen. Am Sonntag hatten die Stewardessen und Stewards eine Streikpause eingelegt. Passagiere der Lufthansa konnten ihre Reisen am Sonntag weitgehend wie geplant antreten, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19 000 Flugbegleitern. Es ist der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde. Die Piloten der Lufthansa haben schon 13 Mal gestreikt.

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