Lufthansa-Streik: Neuer Streik bei der Lufthansa

Lufthansa-Streik: Neuer Streik bei der Lufthansa

, aktualisiert 23. November 2015, 14:56 Uhr
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Der Lufthansa stehen neue Streiks bevor.

Die Flugbegleiter der Lufthansa werden von der Gewerkschaft Ufo erneut zum Streit aufgerufen. Schon Ende der Woche droht Lufthansa-Passagieren damit wieder die Streichung ihrer Flüge.

Die Lufthansa steht vor einem neuen Streik. Wie die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo mitteilt, hat sie ihre Mitglieder zunächst für Donnerstag und Freitag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei noch nicht entschieden, ob auf der Kurz- Mittel- oder Langstrecke gestreikt werde. Falls der Lufthansa-Vorstand nicht reagiere, werde es auch am Montag nächster Woche - dem 30. November - zum Ausstand kommen.

Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

  • Streiks

    13 Mal haben die Piloten der Lufthansa in den vergangenen gut eineinhalb Jahren gestreikt. Die Vereinigung Cockpit sorgt sich, dass die Piloten unter anderem Abstriche Altersvorsorge hinnehmen müssen - und trotzdem immer mehr Jobs aus dem Tarifvertrag ausgelagert werden. Sie liefern dem Konzern deshalb den härteste Arbeitskampf in seiner Geschichte. Das ist nicht der einzige Knatsch mit dem Personal: Die Flugbegleiter von Ufo sind etwas moderater unterwegs, wollen aber auch ihre tariflichen Besitzstände verteidigen.

  • Unklare Produkte

    Carsten Spohr hat die Lufthansa auf eine Strategie mit zwei sehr unterschiedlichen Plattformen festgelegt, die jetzt gerade erst anlaufen. Die Kernmarke Lufthansa soll bei gleichzeitiger Kostensenkung zur ersten Fünf-Sterne-Airline des Westens aufgewertet werden - eine Luxus-Auszeichnung des Fachmagazins Skytrax, die bislang nur Airlines aus Asien und dem Mittleren Osten erreicht haben. Am anderen Ende der Skala steht künftig „Eurowings“, die nur noch als Plattform für die diversen und möglichst kostengünstigen Flugbetriebe des Lufthansa-Konzerns dienen soll. Die ersten Eurowings-Langstrecken ab Köln werden beispielsweise von der deutsch-türkischen Gesellschaft Sunexpress geflogen. Noch komplizierter wird das Angebot durch die Strategie, auf beiden Plattformen jeweils unterschiedliche Service-Pakete anzubieten.

  • Maue Geschäftslage

    So richtig gut läuft es für die Lufthansa mit ihrem schwierigen Heimatmarkt Zentraleuropa eigentlich nur in den Neben-Geschäftsbereichen Technik und Verpflegung. In ihrem Kerngeschäft der Passagier- und Frachtbeförderung fliegt die Lufthansa unter dem Strich Verluste ein. Spohrs Plan, Wachstum nur noch in kostengünstigen Segmenten stattfinden zu lassen, bedeutet eigentlich einen Schrumpfkurs für die Kerngesellschaft der Lufthansa Passage. Doch den Mitarbeitern wird Wachstum auch dort versprochen.

  • Sinkende Ticketpreise

    Sinkende Ticketpreise sind gut für die Passagiere, knabbern andererseits aber an den schmalen Margen der Fluggesellschaften. Bereits im vergangenen Jahr sind die Erlöse auf breiter Front um drei Prozent zurückgegangen. Der zuletzt stark gesunkene Kerosinpreis begünstigt derzeit Gesellschaften, die sich nicht gegen starke Preisschwankungen abgesichert haben. Lufthansa gehört nicht dazu, sondern hat einen Großteil ihres Spritbedarfs für die kommenden zwei Jahre bereits abgesichert und leidet zudem an der ungünstigen Währungsrelation zwischen Euro und Dollar. Um ihre Tickets zu verkaufen, muss sie aber die Kampfpreise der Konkurrenz halten.

  • Starke Konkurrenz

    In regelmäßigen Abständen verlangt Lufthansa politischen Schutz vor dem angeblich unfairen Wettbewerb durch Fluggesellschaften vom Arabischen Golf. Zuletzt stimmten auch die großen US-Gesellschaften in den Chor ein. Aber es bleibt dabei: Emirates, Qatar Airways und Etihad lenken mit immer größeren Flugzeugen tausende Fluggäste aus Europa über ihre Wüstendrehkreuze und haben bereits weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien fest im Griff. Um streitbare Gewerkschaften, hohe Gebühren und Sozialabgaben oder Nachtflugverbote an ihren Heimatbasen müssen sich die Araber keine Gedanken machen. Zudem ändern die europäischen Billigflieger ihr Geschäftsmodell und werden für Geschäftsleute immer attraktiver. So folgt Ryanair dem Vorbild von Easyjet und verlässt die Provinz-Flughäfen. Am Eurowings-Drehkreuz Köln-Bonn treten die Iren demnächst sogar wieder mit Inlandsflügen nach Berlin an.

  • Fehlende politische Unterstützung

    Auf Hilfe aus Berlin oder Brüssel hat die Lufthansa in den vergangenen Jahren meist vergeblich gewartet. Die nationale Luftverkehrssteuer verteuert Tickets für Flugreisen von deutschen Flughäfen. Sie bietet zudem der europäischen Konkurrenz Anreize, Umsteiger auf die eigenen Drehkreuze zu locken. Grenznah lebende Passagiere können gleich ganz auf ausländische Flughäfen und Airlines ausweichen. Den häufig angemahnten nationalen Luftverkehrsplan gibt es auch immer noch nicht. Dafür unsinnige Subventionen für Regionalflughäfen, die bislang das Geschäftsmodell der Billigflieger gestützt haben.

Die Lufthansa kann die neuen Streiks nicht nachvollziehen: "Wir sind sehr enttäuscht, dass es seitens der Gewerkschaft offenbar keine Bereitschaft zum Dialog gibt, obwohl allen klar ist, dass wir nur in Gesprächen zu einer Lösung finden können“, erklärte Personalvorstand Bettina Volkens am Montag in einer Mitteilung. Das Unternehmen habe gerade erst die beteiligten Gewerkschaften Verdi, Ufo und Cockpit zu einem sogenannten „Job-Gipfel“ eingeladen. Sowohl mit der VC als nun auch mit der Ufo wurde aber kein Einvernehmen über die dort zu besprechenden Themen erzielt.

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Ufo hatte erst am 13. November einen einwöchigen Streik beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Betroffen waren etwa 550.000 Passagiere.

Lufthansa-Streik Billigjobs oder gar keine Jobs

Die Lufthansa-Beschäftigten müssen eine Abwertung ihrer Jobs und niedrigere Gehälter hinnehmen. Der Streik wird daran nichts ändern – sonst sind die Arbeitsplätze in Gefahr.

Für die Lufthansa-Beschäftigten gibt es nur eine Alternative zu niedrigeren Löhnen. Quelle: dpa

In dem seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt zwischen dem Unternehmen und Ufo geht es neben anderen Punkten um die Betriebsfrührente für die 19.000 Kabinenangestellten. Mit Cockpit streitet die Fluggesellschaft seit Jahren über ähnliche Themen. Im Hintergrund schwelt noch ein weiterer Konflikt über den rasanten Ausbau der Lufthansa-Tochter Eurowings zur Billigfluglinie.

Unter dem gleichen Namen baut die Lufthansa auch eine neue Langstrecken-Airline auf, die von Köln zunächst mit einem Jet startet. Doch der Betrieb läuft wenige Wochen nach dem ersten Start holperig. Flüge von Eurowings in die Karibik kamen teils erst mit einigen Stunden Verspätung ins Ziel. Ein Sprecher der Fluggesellschaft begründete dies mit langen Wartungszeiten und dem starken Gegenwind bei der Atlantik-Überquerung.

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