Lufthansa: Überfällige Renovierung

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KommentarLufthansa: Überfällige Renovierung

von Rüdiger Kiani-Kreß

Mit der heutigen Großbestellung trennt sich die Fluglinie endlich von ihrer überholten Langstreckenflotte. Jetzt muss sie sich die Flieger nur noch leisten können.

Auf den ersten Blick hätte sich die Lufthansa für ihre bislang größte Flugzeugbestellung kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können als heute. Seit Montag diskutieren Belegschaft und Kunden, was der überraschende Ausstieg von Konzernchef Christoph Franz bedeutet, wer wann sein Nachfolger wird und mit welcher Last der dann sein Amt antritt.

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Da gibt es kaum ein selbstbewussteres, ja trotzigeres Bekenntnis vom Glauben an die eigene Zukunft, als wenn eine Linie fast 60 Langstreckenflugzeuge auf einen Schlag bestellt. Und das in einer der größten Orders für Langstreckenflugzeuge der letzten Jahre - der vom Wert her wohl größten, die nicht von eine Golf-Airline kam.

Aber für die Lufthansa ist es mehr als eine Rückmeldung auf der Bühne der Branchenführer. Nicht nur, dass die vor allem für finanzielle wie fliegerische Sicherheit bekannte Linie bisher bestenfalls mal ein gutes Dutzend Flieger auf einmal orderte. Sie verabschiedet sich endlich von ihrer wohl größten Fehlinvestition: dem Kauf vierstrahliger Flugzeuge vom Typ Airbus A340. Die Maschinen kamen auf den Markt als Triebwerke noch relativ oft ausfielen und jeder der mehr als sechs Stunden über Wasser fliegen wollte, ein vierstrahliges Flugzeug brauchte.

Das war 1986, als Lufthansa die Bestellung für den ersten Flieger verhandelte, noch eine gute Idee. Nur so konnte sie im Ernstfall noch sicher einen Flughafen und möglichst auch das ursprünglich Flugziel erreichen und musste nicht – wie es anderen mehrmals im Jahr passierte - im Winter Urlauber aus dem sonnigen Süden der USA oder der Karibik in Shorts und Flip-Flops in Grönland oder dem Kanadischen Gander bei minus 55 Grad absetzen bis ein Ersatzflieger kam.

Doch bereits 1989 erwies sich die neue Generation von Triebwerken als so zuverlässig, dass sie praktisch nie ausfielen. Darum reichten zwei. Boeing begann mit dem Bau der 777 und wer wie die Lufthansa viermotorige Quad-Jets besaß, hatte ein Problem: die Jets verbrachten mehr Sprit und die Wartung war eben doppelt so teuer wie bei den zweimotorigen Twin-Jets. Und weil in die 777 pro Reihe ein Sitz mehr passte als in die A340, verdiente Lufthansa pro Flug auch weniger als Konkurrenten mit Twins.

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