Luftverkehr: Airlines klagen gegen Ticketsteuer

01. März 2012
Seit dem 01. Januar 2012 müssen Fluggesellschaften Emissionszertifikate kaufen - Zusammen mit den Ticketsteuern eine zu große Belastung, so die Ansicht der Airlines. Quelle: dapdBild vergrößern
Seit dem 01. Januar 2012 müssen Fluggesellschaften Emissionszertifikate kaufen - Zusammen mit den Ticketsteuern eine zu große Belastung, so die Ansicht der Airlines. Quelle: dapd
von Max Haerder und Alexander Demling

Die Fluggesellschaften fordern die Abschaffung der ungeliebten Ticketsteuer. Ihr Argument: Nach Einführung des CO2-Zertifikatehandels litten sie unter einer Doppelbelastung.

Die deutschen Fluglinien haben die Luftverkehrsteuer noch nie gelebt, aber jetzt haben sie sich ihre Abneigung fein säuberlich berechnen lassen: Laut einer Studie des Forschungsinstituts Intraplan, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) heute in Berlin vorstellte, haben die Carrier 2011 wegen der Steuer etwa fünf Millionen Flugtickets weniger verkauft als 2010. Die Hauptlast tragen die sechs deutschen Airlines, die wegen der Abgabe auf in Deutschland startende Flüge 3,4 Millionen Passagiere weniger hatten.

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Profitieren tun hingegen andere. Etwa Airports in den Nachbarländern, „auf die viele Passagiere ausweichen“, erklärte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Deren Passagierzahlen seien um über 15 Prozent gewachsen, während die auf deutschen Flughäfen stagnierten.

Der Groll der Airlines
In Summe bedeutet der Passagierschwund für die deutschen Airlines einen Umsatzverlust von 500 Millionen Euro – zusätzlich zu den rund 900 Millionen Euro, die die Unternehmen an den Fiskus abführten und sich wegen des harten Preiswettbewerbs, vor allem im Europaverkehr, nur teilweise von ihren Kunden zurückholen können. „Das ist eine Steuer, die zur falschen Zeit die falschen Unternehmen trifft“, klagte Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der krisengebeutelten Air Berlin. Auch bei der Lufthansa werde dieses Jahr das Ergebnis zurückgehen, sekundierte Vorstandschef Christoph Franz, das sei auch auf die Steuer zurückzuführen.
Dass die Airlines so ungehalten sind, hat aber nicht nur mit der üblen Überraschung zu tun, als die Steuer nach einer schwarz-gelben Sparklausur vor zwei Jahren plötzlich über sie kam. Mindestens ebenso viel Groll geht auf das Konto des Emissionshandels, in den die Branche seit Anfang Januar einbezogen wird. Hier fühlt man sich von der Bundesregierung schlicht gelinkt.

Denn als die Luftverkehrsteuer 2010 eingeführt wurde, sicherte der Bund zu, dass die Belastungen für Fluglinien und Reiseveranstalter insgesamt nicht über eine Milliarde Euro steigen sollten – auch nach Einführung des Emissionshandels. Die zusätzlichen Kosten für den Kauf von CO2-Zertifikaten sollten vollständig mit dem Aufkommen der Ticketsteuer verrechnet werden. So einfach, so theoretisch.

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