
Die deutschen Fluglinien haben die Luftverkehrsteuer noch nie gelebt, aber jetzt haben sie sich ihre Abneigung fein säuberlich berechnen lassen: Laut einer Studie des Forschungsinstituts Intraplan, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) heute in Berlin vorstellte, haben die Carrier 2011 wegen der Steuer etwa fünf Millionen Flugtickets weniger verkauft als 2010. Die Hauptlast tragen die sechs deutschen Airlines, die wegen der Abgabe auf in Deutschland startende Flüge 3,4 Millionen Passagiere weniger hatten.
Profitieren tun hingegen andere. Etwa Airports in den Nachbarländern, „auf die viele Passagiere ausweichen“, erklärte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Deren Passagierzahlen seien um über 15 Prozent gewachsen, während die auf deutschen Flughäfen stagnierten.
Bild: dpaDer EADS - Konzern
Leitung: Thomas Enders
Umsatz 2011: 49, 1 Milliarden Euro (2010: 45,8 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 1,69 Milliarden Euro (2010: 1,23 Milliarden Euro)
Nettogewinn 2011: 1,037 Milliarden Euro (2010: 553 Millionen Euro)
Mitarbeiter: 133.115
Die Auftragseingänge 2011 stiegen um 58 Prozent auf 131 Milliarden Euro.
Die European Aeronautic Defence and Space Company ist Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern.
Zum Konzern gehören die Divisionen Airbus, Cassidian, Eurocopter sowie Astrium.
Bild: dpaAirbus:
Leitung : Fabrice Bérgier
Mitarbeiter: 52.500
Umsatz 2011: 33,1 Milliarden Euro (29, 978 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 584 Millionen Euro (2010: 305 Mio.)
Die wichtigste EADS-Tochter Airbus verzeichnete 2011 Jahr mit 1608 Neubestellungen das beste Jahr ihrer Geschichte und verwies Konkurrent Boeing mit 921 Bestellungen auf den zweiten Platz. Airbus ist die größte Division von EADS. Sie gliedert sich auf in Airbus Commercial sowie Airbus Military, das 2009 neu gegründet wurde.
Bild: ReutersUnterdivision Airbus Commercial
Umsatz 2011: 31,2 Milliarden Euro (2010: 27,7 Milliarden)
EBIT 2011: 543 Millionen Euro (2010: 291 Millionen Euro)
Airbus Commercial ist führender Anbieter von Zivilflugzeugen mit 100 oder mehr Plätzen. Die Produktpalette reicht vom kleinsten Airbus A318 bis zum 2007 eingeführten A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, durch dessen Einführung Airbus im Jahr 2006 das erste mal in der Geschichte Verluste erwirtschaftete.
Bild: dpaUnterdivision Airbus Military:
Umsatz 2011: 2,5 Milliarden Euro (2010: 2,68 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 49 Millionen Euro (2010: 21 Millionen Euro)
Airbus Military ist für den Bau von Militärflugzeugen sowie taktischen Militärtransportern, wie dem A310 MRTT oder dem A400M zuständig, und bietet zudem eine Reihe von spezialisierten Missionsflugzeugen wie Seefernaufklärer an. In diesem Segment ist das Unternehmen Weltmarktführer.
Bild: dpa-dpawebCassidian:
CEO: Stefan Zoller
Umsatz 2011: 5,8 Milliarden Euro (2010: 5,9 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 331 Millionen Euro (2010: 457 Mio. Euro)
Mitarbeiter: ca. 28.000
Die Cassidian Division bildet im EADS-Konzern den Schwerpunkt Sicherheits- und Verteidigungsaktivitäten. Unter anderem umfasst das Portfolio von Cassidian Lenkflugkörpersysteme, Verteidigungs- und Sicherheitslösungen für zivile und militärische Anwendungsbereiche sowie das Eurofighter-Programm.
Bild: dpaEurocopter:
Leitung: Lutz Bertling
Umsatz 2011: 5,4 Milliarden Euro (2010: 4,8 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 259 Millionen Euro (2010: 183 Mio. Euro)
Mitarbeiter: 15.500
Eurocopter ist weltweiter Markführer für zivile und militärische Hubschrauber und bietet neben der umfangreichen Produktpalette dazugehörige Dienstleistungen an.
Über 30 Prozent der weltweiten zivilen sowie halbstaatlichen Hubschrauberflotte sind Eurocopter-Produkte.
Bild: dapdAstrium:
Leitung: François Auque
Umsatz 2011: 4,9 Milliarden Euro (2010: 5 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 267 Millionen Euro (2010: 283 Mio. Euro)
Mitarbeiter: 15.000
Der weltweit drittgrößte Anbieter von Weltraumsystemen Astrium entwirft, entwickelt und fertigt Satelliten, Trägerraketen sowie Raumfahrtinfrastrukturen. Unter anderem ist das Unternehmen maßgeblich an der Entwicklung und Bau der Ariane-Rakete und des Raumlabors Columbus beteiligt.
Bild: dpaThomas Enders:
Der EADS-Verwaltungsrat hat Thomas Enders, 53, zum neuen Chef des Unternehmens ernannt. Am 1. Juni tritt er als Nachfolger von Louis Gallois sein Amt an. Damit ist erstmals ein Deutscher an der Spitze des Konzerns.
Bild: ReutersArnaud Lagardère:
Seit diesem Jahr ist der Franzose Arnaud Lagardère, 50, als Nachfolger von Bodo Uebberder Verwaltungsratsvorsitzende bei EADS.
Bild: dpaJean-Claude Trichet:
Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, wurde dieses Jahr von der französischen Regierung für den Verwaltungsrat von EADS nominiert.
Da die Regierung, die 15 Prozent der Aktien von EADS hält, ihre Interessen nicht ausreichend von Aranud Lagardère vertreten sah, soll ihn nun Trichet bei seinen Entscheidungen beaufsichtigen.
Der EADS - Konzern
Leitung: Thomas Enders
Umsatz 2011: 49, 1 Milliarden Euro (2010: 45,8 Milliarden Euro)
EBIT 2011: 1,69 Milliarden Euro (2010: 1,23 Milliarden Euro)
Nettogewinn 2011: 1,037 Milliarden Euro (2010: 553 Millionen Euro)
Mitarbeiter: 133.115
Die Auftragseingänge 2011 stiegen um 58 Prozent auf 131 Milliarden Euro.
Die European Aeronautic Defence and Space Company ist Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern.
Zum Konzern gehören die Divisionen Airbus, Cassidian, Eurocopter sowie Astrium.
Der Groll der Airlines
In Summe bedeutet der Passagierschwund für die deutschen Airlines einen Umsatzverlust von 500 Millionen Euro – zusätzlich zu den rund 900 Millionen Euro, die die Unternehmen an den Fiskus abführten und sich wegen des harten Preiswettbewerbs, vor allem im Europaverkehr, nur teilweise von ihren Kunden zurückholen können. „Das ist eine Steuer, die zur falschen Zeit die falschen Unternehmen trifft“, klagte Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der krisengebeutelten Air Berlin. Auch bei der Lufthansa werde dieses Jahr das Ergebnis zurückgehen, sekundierte Vorstandschef Christoph Franz, das sei auch auf die Steuer zurückzuführen.
Dass die Airlines so ungehalten sind, hat aber nicht nur mit der üblen Überraschung zu tun, als die Steuer nach einer schwarz-gelben Sparklausur vor zwei Jahren plötzlich über sie kam. Mindestens ebenso viel Groll geht auf das Konto des Emissionshandels, in den die Branche seit Anfang Januar einbezogen wird. Hier fühlt man sich von der Bundesregierung schlicht gelinkt.
Denn als die Luftverkehrsteuer 2010 eingeführt wurde, sicherte der Bund zu, dass die Belastungen für Fluglinien und Reiseveranstalter insgesamt nicht über eine Milliarde Euro steigen sollten – auch nach Einführung des Emissionshandels. Die zusätzlichen Kosten für den Kauf von CO2-Zertifikaten sollten vollständig mit dem Aufkommen der Ticketsteuer verrechnet werden. So einfach, so theoretisch.
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