Luftverkehr: Fliegen sicherer denn je

ThemaLuftfahrt

Luftverkehr: Fliegen sicherer denn je

Bild vergrößern

Immer bessere Flugzeuge und strengere Aufsicht durch die Behörden haben das Fliegen in den vergangenen Jahren noch sicherer gemacht.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das vergangene Jahr war für Flugpassagiere das sicherste aller Zeiten. Doch nicht in allen Teilen der Welt ist der Fortschritt durch strengere Regulierung und bessere Technik so groß wie er sein könnte.

Ginge es um ein anderes Thema ginge, wäre die Nachricht sicher ein wenig langweilig: 2013 war wieder einmal ein Rekordjahr in Sachen Flugsicherheit. Laut der Statistik der Flight Safety Foundation aus den Niederlanden gab es im vergangenen Jahr gerade mal 29 schwere Flugunfälle, bei denen 265 Menschen ums Leben kamen. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012 sind damit zwar leider sechs Unfälle mehr zu beklagen, aber zum Glück gab es 210 Opfer weniger. Neben dem bisher schwärzesten Jahr der Luftfahrt 1985 mit gut 2000 Toten ist die Zahl der Opfer sogar auf gut ein Achtel gesunken.  

Doch selbst diese Verbesserung untertreibt noch. Zum einen gab es im vergangenen Jahr keinen großen Crash mit mehr als 80 Toten. Dazu hat sich seit 1985 sich die Zahl der Flugpassagiere fast verdreifacht. "Die Chance, an Bord einer der großen Airlines in einen schweren Unfall verwickelt zu werden, betrug 2013 weniger als ein Hunderttausendstel Prozent", schreiben die Unfallforscher der deutschen Sicherheitsdatenbank JACDEC.

Anzeige

Gleichzeitig ist das Risiko weltweit recht ungleich verteilt. In den großen Industrieländern Westeuropa, Nordamerika und Asien, die zusammen fast 90 Prozent des Weltflugverkehrs ausmachen, gab es fast keinen großen Unfall. Im vergangenen Jahr hatte keine Fluglinie aus Westeuropa einen Absturz. Im weltgrößten Flugmarkt USA waren keine Passagiergesellschaft betroffen, sondern nur Frachtflieger oder kleinere Maschinen. Der einzige Unfall einer Airline aus einem Schwellenlandes aus Asien war die Bruchlandung des koreanischen Lufthansa-Partners Asiana in San Francisco mit drei Toten. Dagegen gab es in Afrika gleich sechs tödliche Crashes mit 58 Toten und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion  vier Unfälle mit 83 Opfern.

Die Gründe hierfür sind relativ simpel. „Das liegt vor allem an den Anstrengungen aller Beteiligten von Organisationen wie dem Weltluftfahrtverband Iata und der Flugbranche“, sagt Flight-Safety-Chef Harro Ranter.

Zum einen wird die Technik immer besser. Sowohl die großen Flugzeuge der westlichen Hersteller Airbus, Boeing sowie Bombardier aus Kanada oder Embraer aus Brasilien sind – nicht zuletzt wegen der Erfahrungen aus früheren Abstürzen - immer sicherer gebaut und haben deutlich haltbarere Teile. Dazu kommen immer bessere Überwachungssysteme, die Zusammenstöße in der Luft oder den vornehm als „Controlled flight into terrain“ (Kontrollierter Flug in den Boden) bezeichneten mehr oder weniger unbewussten Flug gegen einen Berg ebenso unwahrscheinlich machen wie einen Crash am Boden wie beim bislang schlimmsten Unfall der Luftfahrt bei der Kollision zweier Jumbojets auf dem Flughafen Teneriffa im März 1977 mit 583 Toten.

Gleichzeitig ist die Aufsicht der Behörden in den Industrieländern immer strenger. Das gilt sowohl bei der Wartung als auch im Betrieb. Unfallursachen wie verschobene Reparaturen oder überladene Maschinen gibt es daher im Westen praktisch nicht mehr.

weitere Artikel

Dritter Grund ist die höhere Sicherheitskultur bei den Airlines selbst. Fast jede Linie eines Industrielandes hat ein anonymes Meldesystem für Verstöße und gibt Piloten das letzte Wort bei Sicherheitsfragen, so dass Unfälle wie entgegen aller Regeln von den an Bord befindlichen Politikern und Armeeoffizieren praktisch erzwungene Landung eines polnischen Regierungsjets im Jahr 2010 in Russland praktisch nicht mehr vorkommen. Das liegt sicher auch daran, dass ein Absturz eine Fluglinie aus dem Westen wegen der hohen Entschädigungen für die Opfer leicht in Existenznot bringen kann.

Dieser Druck ist in Afrika und den GUS-Ländern noch deutlich geringer. Doch über kurz oder lang werden auch die Regierungen in Äquatorialafrika oder Zentralasien sich dem Trend nicht mehr verschließen können.

Doch auch wenn die Entwicklung weiter geht, ist das kein Grund sich zurück zu lehnen. Denn gerade weil der Weltluftverkehr immer weiter wächst und weder die Flughäfen noch die Flugwege entsprechend mitwachsen, wird es trotz aller Verbesserungen weiter Unfälle geben, wenn auch im Schnitt relativ weniger.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%