KommentarMaersk spaltet sich auf: Zerschlagen von Überkapazitäten

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Zu dem dänischen Konzern gehört auch die größte Reederei der Welt.

von Jacqueline Goebel

AP Møller-Maersk, eine Riese in der Schifffahrt und im Ölgeschäft, ist eines der wertvollste Unternehmen Dänemarks. Noch. Maersk will sich aufspalten, aus Angst vor den anhaltenden Überkapazitäten.

AP Møller-Maersk ist eine dänische Institution: Gegründet von einem Kapitän, vertritt Maersk seit über einem Jahrhundert die Dänen auf den Weltmeeren. Heute ist das Unternehmen eines der wertvollsten im ganzen Königreich. Doch damit ist es nun vorbei: Maersk spaltet sich auf.

Innerhalb von zwei Jahren will der Konzern sein Öl-Geschäft abstoßen. Zurück bleibt dann ein Schifffahrts- und Logistikkonzern. Maersk ist die größte Reederei der Welt, auch in Häfen und als Spedition ist das Unternehmen aktiv.

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Doch hinter der Abspaltung des Öl-Geschäfts steht keine Strategie, sondern pure Not. Der Schritt zeigt: Für Maersk ist die Schmerzgrenze überschritten.

Einst hatte die Verbindung von Öl und Schifffahrt einen Sinn: Waren die Ölpreise niedrig, konnten die Schiffe wegen der niedrigen Treibstoffkosten mehr Gewinn einfahren. Waren die Ölpreise hoch, litt zwar die Schifffahrt, aber dafür sprudelte das Geld in der Ölsparte.

A.P. Møller-Maersk Massiver Gewinneinbruch bei Reederei-Giganten

Der weltweite Marktführer unter den Container-Reedereien A.P. Møller-Maersk leidet wie seine Konkurrenten unter niedrigen Frachtraten. Darüber hinaus bringt den Konzern der niedrige Ölpreis in Schieflage.

„Das Ergebnis ist unbefriedigend“, sagte der neue Chef der Maersk-Gruppe, Søren Skou. Quelle: dpa

Diese Logik ist zerstört, begraben von Überkapazitäten. In beiden Märkten gibt es weit mehr Angebot als Nachfrage: Die Reeder bauten im vergangenen Jahrzehnt immer mehr und immer größere Schiffe, ohne dabei zu beachten, dass es auf den Weltmeeren gar nicht so viele Waren wie Containerstellplätze auf den Schiffen gibt. Und im Ölgeschäft fördern die arabischen Staaten, Russland, aber auch Amerika mit seinen Schiefergasvorkommen fleißig weiter Öl und Gas, obwohl die Preise für die Energieträger nun schon seit Jahren auf niedrigstem Niveau verharren.

Maersk hat deshalb schonlange Schwierigkeiten, in beiden Bereichen Gewinn zu erwirtschaften. Im vergangenen Jahr brach der Konzerngewinn um über 80 Prozent ein. Unter dem Strich bleiben nur noch 925 Millionen Dollarstehen, statt den 5,2 Milliarden im Jahr zuvor. Dabei hatte der Konzern schon zuvor angekündigt, bei seiner Reederei 4000 Stellen zu streichen.

Dabei ist Maersk für die Schmerzen zumindest in der Schifffahrt zum Teil selbstverantwortlich. Maersk waren es, die zum Beginn der Schifffahrtskrise vor acht Jahren so aggressiv wie kein anderer um Kunden kämpfte, um Konkurrenten vom Markt zu drängen. Maersk waren es, die als erster Schiffe in völlig neuen Größendimensionen in den Werften anfertigen ließen. Dabei wussten auch die Dänen, dass die Konkurrenz bald nachziehen und eigene Schiffe bestellen muss, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Die Überkapazitäten verschlimmerten sich dadurch nur.

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Reeder ordern weiter neue, größere Frachter, um sich aus der Krise zu retten.

Gigantomanie mit Folgen: Containerschiffe auf den Weltmeeren werden immer größer. Quelle: dpa

Die Aufspaltung von Maersk ist deshalb auch ein Risiko. Die Reederei hat den größten Anteil an dem Logistikgeschäft von Maersk. Zwar prophezeien die ersten Experten, dass die Branche der Krise in ein bis zwei Jahren ausgestanden hat. Doch diese Prophezeiungen hat man im vergangenen Jahrzehnt oft gehört. Wahr wurden sie nie.

Maersk zersplittert unter der Last der Überkapazitäten. Nun müssen die Dänen alle Kraft sammeln, damit der Konzern nicht auch in den kommenden Jahren unter dem Druck im Markt weiter schrumpft.

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