Magal aus Israel: Diese Firma empfiehlt sich für Trumps Mauer

Magal aus Israel: Diese Firma empfiehlt sich für Trumps Mauer

, aktualisiert 03. August 2016, 12:07 Uhr
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Die kriegserprobte Sicherheitsanlage ist das Vorzeigeprojekt von Magal.

von Pierre HeumannQuelle:Handelsblatt Online

Donald Trump will die Grenze zu Mexiko zumauern. Wird er im Herbst zum US-Präsidenten gewählt, dürfte das die Firma Magal aus Israel besonders freuen. Sie bewirbt sich schon jetzt für das Milliardenprojekt.

Tel AvivDass Donald Trump an der Grenze zwischen USA und Mexiko eine Mauer hochziehen will, bringt dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten viel Unverständnis und Spott ein. Nicht so bei einer Firma in Israel: Das Bauunternehmen Magal empfiehlt sich bereits wärmstens für den Auftrag. Ob sie für den Bau eines elektronischen Zauns bloß drei Tage brauchen würde, wie sich Trump das vorstellt, ist zwar nicht bekannt. Sicher ist aber, dass Magal seine einschlägige Erfahrung ins Feld führen würde, um sich den Auftrag zu angeln, sollte Trump im Januar ins Weiße Haus einziehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Erst kürzlich, beim Parteitag in Cleveland, hatte Trump seine umstrittene Forderung erneuert. „Wir werden die Banden und die Kriminalität stoppen, wir werden verhindern, dass die Drogen in unsere Gemeinden kommen.“ In Reaktion auf Trumps Worte skandierten die Delegierten begeistert: „Bau die Mauer!“

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Saar Koursh, Chef von Magal Security Systems, will den Entscheid der amerikanischen Wähler nicht abwarten und preist schon heute die Expertise seiner Firma im Gazastreifen an – oder etwas genauer: den „smarten Zaun“, den seine Firma um den Gazastreifen gebaut hat. Jedes Unternehmen könne eine hübsche Powerpoint-Präsentation zeigen, sagt Koursh. Aber seine Firma könne sehr viel mehr vorweisen: eine kriegserprobte Sicherheitsanlage an der Grenze zu Gaza.

Der „smarte Zaun“ ist mit Videokameras, Bodensensoren und Bewegungsmeldern ausgestattet und wird per Satellit überwacht. Die Gaza-Anlage stößt im Westen, wo die Abriegelung der Palästinenser scharf kritisiert wird, zwar auf schroffe Ablehnung. Doch in einer Zeit, in der Terroristen Angst und Schrecken verbreiten, hat ein Unternehmen, die Zäune baut, Konjunktur.

„Die Welt verändert sich, und Grenzen kommen im großen Stil zurück“, sagte Koush im Bloomberg-Interview. Zumal der Westen große Flüchtlingsströme befürchtet und das Schengener Abkommen neu diskutiert wird. Auch wer Mauern an der Grenze für politisch nicht korrekt hält: Viele drücken da jetzt gerne mal ein Auge zu.


Großprojekte in Afrika

So ist es kein Wunder, dass das Geschäft mit elektronisch gesicherten Sicherheitszäunen floriert. Ein vom US-Unternehmen Persistence Market Research kürzlich veröffentlichter Branchenbericht schätzt die globale Wachstumsrate bis 2019 auf stolze 12,6 Prozent pro Jahr. Das Marktvolumen werde in drei Jahren 31 Milliarden Dollar betragen.

In dem boomenden Markt kann sich Magal über mangelnde Aufträge und Anfragen denn auch nicht beklagen. Denn die Firma hat auf diesem Gebiet nicht nur in Gaza Erfahrungen gesammelt. Am Sicherheitswall zwischen Jordanien und Ägypten war der Konzern ebenfalls aktiv, und jetzt beteiligt er sich an der Ausschreibung an der Anlage zwischen Kenia und Somalia.

Das 682 Kilometer lange Projekt wäre laut Bloomberg größer als alles, was Magal je gebaut hat. Entsprechend groß ist auch das erwartete Auftragsvolumen: 15 Milliarden Dollar. Israel und Kenia, meinte Koursh neulich in Nairobi, würden Terror und Grenzsicherheit als Problem betrachten.

Kommerz und Politik: Auch dazu hat Magal einiges an Erfahrung gesammelt. Als sich in Kuwait vor drei Jahren ihre kanadische Tochterfirma Senstar an der Ausschreibung für einen Grenzzaun zum Irak beteiligte, wurde sie von einer Konkurrenzfirma „verpfiffen“. Das sei keine kanadische, sondern eine israelische Firma, verriet der Mitbewerber einem kuwaitischen Abgeordneten der Opposition.

Dieser witterte einen Skandal. Er forderte von der Regierung eine offizielle Untersuchung, warum die klugen Zäune ausgerechnet von einer israelischen Firma gebaut werden sollen, die auch Gaza und die Palästinenser einzäune. Am Ende erhielten Magal und deren kanadischen Ingenieure den Auftrag aber doch. Sie sorgten einfach dafür, dass die Grenzen zwischen Magal und der kanadischen Tochter etwas verwischt wurden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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