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exklusiv Marseille-Kliniken: WirtschaftsWoche deckt weitere unseriöse Geschäfte auf

von Melanie Bergermann

Dem börsennotierten Pflegeheimbetreiber Marseille Kliniken AG (MK AG) ist durch fragwürdige Geschäfte mit Gesellschaften, die dem Großaktionärs-Ehepaar Ulrich und Estella-Maria Marseille zuzuordnen sind, voraussichtlich ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Das belegen Recherchen der WirtschaftsWoche.

Firmensitz der Marseille-Kliniken Quelle: Presse
Firmensitz der Marseille-Kliniken Quelle: Presse

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Nach Recherchen der WirtschaftsWoche schloss 2009 das Bauunternehmen Held Bau – an dem Estella-Maria Marseille beteiligt ist und das nicht zur MK-Gruppe gehört – mit einem Konkurrenten aus Halle, der zu einer türkischen Unternehmensgruppe gehört, vor dem Landgericht Neuruppin einen Vergleich. Danach verpflichtete sich die Held Bau, von August 2009 an ein Jahr lang monatlich 132.822,97 Euro an den Konkurrenten zu zahlen.
Interne Unterlagen legen nun den Verdacht nahe, dass die MK AG für die Zahlungen aufgekommen ist. Von August 2009 an überwies die MK AG mindestens neun Monate lang auf ein Konto der Held Bau exakt 132.822,97 Euro. Eine Zahlungsaufstellung, aus der das hervorgeht, liegt der WirtschaftsWoche vor. Darüber hinaus liegt der WirtschaftsWoche eine dazugehörige Zahlungsanweisung vor, die mit einem Notizzettel versehen war. Auf diesem hatte eine MK-Mitarbeitern notiert: „Vergleichszahlung türkische Baufirma.“

Die MK AG gibt hierzu gegenüber der WirtschaftsWoche keine konkrete Stellungnahme ab und verweist auf den Geschäftsbericht und darauf, dass dieses Thema „Gegenstand der Prüfung durch die zuständigen Abschlussprüfer gewesen“ sei.
Des Weiteren liegt der Verdacht nahe, dass die MK AG einer Gesellschaft der Aktionärin und Aufsichtsrätin Estella-Maria Marseille im Sommer 2010 den Altenpflegedienst AAP zu einem deutlich zu hohen Preis abkaufte. Die MK AG hatte damals 6,5 Millionen Euro gezahlt. Mitglieder des Aufsichtsrats genehmigten den Kaufpreis in einer Sitzung im Juni 2010, obwohl ihnen zu diesem Zeitpunkt der Brief eines Wirtschaftsprüfers vorlag, laut dem die AAP maximal 5,8 Millionen Euro wert sein sollte. Einige Tage nach der Sitzung erstellte der Gutachter dann ein weiteres Gutachten, nach dem die AAP 6,5 Millionen Euro wert sein sollte.
Der Vorsitzende des MK AG-Aufsichtsrats, Thomas Middelhoff, wollte hierzu gegenüber der WirtschaftsWoche keine Stellungnahme abgeben. Die MK AG beruft sich darauf, dass der AAP-Kauf Gegenstand der Abschlussprüfung gewesen sei, und verweist auf den Geschäftsbericht.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.02.2013, 12:41 UhrGast

    Der Artikel macht einmal mehr deutlich, daß noch sehr viel aufzuarbeiten ist, hinsichtlich der Verpflechtungen und Geschäfte mit "dem Unternehmen nahestehenden Personen". Der Vorstand, insbesondere Herr Thanheiser, hat ja auf der letzten HV im Dezember versprochen, daß er daran weiterarbeiten will. Bleibt zu hoffen, daß dies tatsächlich auch so geschieht und nennenswerte Ergebnisse rauskommen.

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