Medien: Axel Springer im Boot mit Regionalzeitungen

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Medien: Axel Springer im Boot mit Regionalzeitungen

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Diesen Mittwochmittag stellte das "Medienhaus Deutschland" eine neue Vermarktungsinitiative für einen gemeinsame Anzeigenverkauf vor. In 40 regionalen Tageszeitungen gleichzeitig sollen Werbekunden vom kommenden Jahr an Anzeigenseiten belegen können.

von Peter Steinkirchner

Eine gemeinsame Anzeigenvermarktung von acht Zeitungshäusern soll Markenartikler locken. Die Zeitungshäuser wollen auch gemeinsam Zeichen gegen das Blättersterben setzen.

Es ist ein sichtbares Lebenszeichen einer zuletzt arg gebeutelten Zunft: Wenige Tage nach dem angekündigten Aus der "Frankfurter Rundschau" und exakt zeitgleich mit dem Sitzungsbeginn des Aufsichtsrates von Gruner + Jahr, der über die Zukunft der "Financial Times Deutschland" berät, hat jetzt in Düsseldorf eine neue Vermarktungsinitiative von acht Zeitungsverlagen das erste Startsignal für einen gemeinsame Anzeigenverkauf gegeben. Unter dem reichlich ambitionierten Namen "Medienhaus Deutschland" haben sich acht regionale Zeitungshäuser zusammengetan, um vor allem große Werbungtreibende, die sonst vor allem im Fernsehen Reklame-Spots schalten, als Kunden für ihre Blätter zu gewinnen. Ursprünglich von sieben Medienhäusern initiiert, beteiligt sich jetzt auch der Hamburger Großverlag Axel Springer, der sich längere Zeit vor dem Schritt geziert hatte, mit seinen Blättern "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" am "Medienhaus".

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Vor rund 80 Gästen – darunter Verlagsvertreter wie WAZ-Chef Christian Nienhaus und Mediaplaner wie Boris Schramm – stellte Projektleiterin Annett Hanck im Düsseldorfer Medienhafen das Angebot der neuen Truppe vor. Gleichzeitig in 40 regionalen Tageszeitungen sollen Werbekunden vom kommenden Jahr an Anzeigenseiten belegen können und dabei den Angaben der Vermarkter zufolge mit einer einzigen Seite 14 Millionen Leser ab 14 Jahren erreichen, mit besonderer Betonung auf kaufkräftige Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro. Eine Anzeigenseite des sogenannten "TZ Premium Select"-Angebots kostet 625.000 Euro, im Angebot sind aber auch halbe, drittel und viertel Seiten. Wer es opulenter mag, kann in der Luxusvariante eine ausklappbare Doppelseite buchen – zum Preis von einer Million Euro. Locken will das "Medienhaus" Kunden vor allem mit einfacher Buchbarkeit und einem im Vergleich zu den addierten Einzelpreisen um 45 Prozent günstigeren Tarif.

Neben der Essener WAZ-Gruppe und Axel Springer sind die Rheinische Post, DuMont Schauberg, Madsack aus Hannover, die Zeitungsgruppe Stuttgart sowie die Verlagsgruppe Rhein Main und die Augsburger Allgemeine an Bord. Sorgen, der drohende Ausfall der "Frankfurter Rundschau", die zum Kölner Verlagshaus DuMont gehört, werde eine Lücke in das Vermarktungsnetz reißen, haben die Beteiligten offenbar nicht. In Regionen, in den das "Medienhaus" nicht mit eigenen Angeboten vertreten ist, setzt das Kollektiv auf die Bereitschaft örtlicher Zeitungshäuser, den potenziellen deutschlandweiten Werbekunden ihre Anzeigen zu den "Medienhaus"-Konditionen zu verkaufen.

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Kritik von Mediaplanern, denen das Angebot noch zu einseitig-zeitungslastig und damit zu schmalbrüstig erscheint, will das "Medienhaus" begegnen, indem es Werbekunden in einem späteren Schritt auch Werbeplätze in weiteren Medienangeboten der beteiligten Häuser wie Online-Seiten, Regional-TV-Sendern oder Lokalradiokanälen anbieten will. Der offizielle Start für den gemeinsamen Anzeigenverkauf soll im kommenden Jahr stattfinden, denn die Zustimmung des Bundeskartellamtes zu der Initiative steht noch aus. Mit größeren Hindernissen rechnet unter den Beteiligten allerdings keiner.

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