Medien: Bertelsmann wächst dank Hausfrauen-Sex

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Medien: Bertelsmann wächst dank Hausfrauen-Sex

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Gewinnbringender Softporno. „50 Shades of Grey“ wurde zwischen März und Juni gleich 30 Millionen Mal verkauft – und das allein in der englischen Version, sowohl als E-Book wie auch als Taschenbuch

von Peter Steinkirchner

Thomas Rabe kam bei der Präsentation seiner ersten Halbjahresbilanz als Vorstandschef von Bertelsmann nicht gerade mit sensationellen Neuigkeiten um die Ecke. Einige Details überraschten aber doch.

Wer ernsthaft damit gerechnet hatte, Thomas Rabe würde bei der Präsentation seiner ersten Halbjahresbilanz als Vorstandschef von Bertelsmann mit Neuigkeiten à la Menschen, Tiere, Sensationen um die Ecke kommen, wurde enttäuscht. Kein Wort kam dem stets sehr kontrollierten ehemaligen Finanzchef von Europas größtem Medienkonzern über die Lippen, das neue Hinweise auf mögliche Zukäufe erlaubte, kein Ton zu den Spekulationen darüber, wer künftig an der Spitze des Zeitschriftenkonzerns Gruner+Jahr walten wird, an dem die Gütersloher die Mehrheit halten. Stattdessen: neue Zahlen, bekannte Ziele.

Ein sensationell simples Werk

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So stieg der Konzernumsatz zwischen Januar und Juni um fünf Prozent auf 7,6 Milliarden Euro, der Nettogewinn kletterte um 31 Prozent auf 353 Millionen Euro, trotz Euro-Krise und Konjunktur-Abkühlung. Bedanken kann sich der Konzern, der gern und oft auf seine Werte pocht, dabei vor allem bei den Leserinnen der Softporno-Trilogie „50 Shades of Grey“, die das sensationell simple Werk zwischen März und Juni gleich 30 Millionen Mal kauften – und das allein in der englischen Version, sowohl als E-Book wie auch als Taschenbuch.

Der Rekord-Wälzer trug damit seinen Teil dazu bei, den operativen Gewinn der Buchtochter Random House auf 113 Millionen Euro zu treiben; bei einem Umsatz, der sich mit 947 Millionen Euro allmählich der Milliarden-Schwelle nähert (Vorjahr: 787 Millionen Euro). Aus Rabes Sicht besonders erfreulich: Ein Viertel des Umsatzes stamme bereits aus dem Verkauf von E-Books und damit aus DIGITAL-Geschäften. Verbal setzte Rabe geschätzte zehn Ausrufezeichen dahinter, damit es auch jeder begriff: Ja, Bertelsmann macht auch digitale Medienumsätze. Das ist zwar schon seit langem der Fall – was ist RTL anderes als digital? – doch hat sich Rabe offensichtlich entschlossen, hier offensiver das coole D-Wort zu nutzen als Vorgänger Hartmut Ostrowski.

Nach wie vor steuert die mittlerweile von dem Tandem Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch geführte RTL Group den größten Batzen zum Bertelsmann-Umsatz bei. In den ersten Monaten waren das 2,8 Milliarden Euro und damit praktisch so viel wie im Vorjahreszeitraum. Allerdings schrumpfte vor allem wegen der Probleme in Süd- und Osteuropa der operative Gewinn der TV-Gruppe, zu der auch der Produktionsarm Fremantle gehört, auf 498 Millionen Euro, 2011 waren es noch 545 Millionen. In einer Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen machte Rabe für die Entwicklung jedoch stärker die Konjunktur verantwortlich, weniger strukturelle Gründe. Wachstum sucht die TV-Sparte künftig erstmals auch außerhalb Europas: In einigen Wochen, kündigte Rabe an, starte RTL einen eigenen Fernsehsender in Indien.

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