Medien: Verlage machen einen Bogen um Google

Medien: Verlage machen einen Bogen um Google

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Google wartet mit seinen Android-Tablets weiterhin auf den Durchbruch und hinkt hinter Apple her.

von Thomas Stölzel

Apps von Zeitungen und Magazinen auf dem iPad boomen. Warum kommt das Geschäft bei Android-Tablets nicht voran?

Als Mathias Döpfner 2010 in der US-Talkshow „Charlie Rose“ auftritt, entschlüpft dem Chef des Axel Springer Verlags anlässlich der Premiere von Apples iPad ein Satz, der es zu Weltruhm schafft: „Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet.“ Zwei Jahre später gibt es tatsächlich eine digitale Zeitschriften- und Zeitungslandschaft. Ob „Spiegel“ oder „Stern“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder WirtschaftsWoche – die Zahl der Blätter, die der Leser auf dem iPad konsumieren kann, wenn er bezahlt, wächst rasant. Inzwischen erwirtschaftet der iPad-eigene Zeitungskiosk laut Marktforscher Distimo in den USA täglich 70.000 Dollar – Werbeerlöse nicht eingeschlossen. In Deutschland schaffen es mit „Welt“ und „Bild“ zwei Zeitungen unter die zehn umsatzstärksten Apps bei Apple.

Fehlende Konkurrenz

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„Ich habe keine Zweifel: Das Tablet ist ein Papierkiller“, sagt Lukas Kircher, dessen Agentur KircherBurkhardt gedruckte Publikationen wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ oder die heutige „taz“ entworfen hat. Mit Tablets können Verleger Papier-, Druck- und Vertriebskosten einsparen, die zurzeit rund ein Drittel der Produktkosten ausmachen.

Tatsächlich aber ist die Stimmung bei den Verlagen verhalten. Es hapert an der Technik. Denn anders als erhofft haben es der Suchriese Google mit seinem Betriebssystem Android und Hardwarehersteller wie Samsung nicht geschafft, ein dem iPad ebenbürtiges Tablet auf den Markt zu bringen und so das junge Geschäft zu befeuern. Gleichzeitig scheiterte Blackberry-Hersteller Research In Motion mit seinem Plan, eine iPad-Alternative zu etablieren. HP gab die Entwicklung am Tablet-Betriebssystem WebOS auf. Microsoft hinkt mit seinem mobilen Windows hinterher. Nur Web-Riese Amazon schafft mit dem Tablet Kindle Fire in Amerika einen Achtungserfolg.

Ein baldiger Durchbruch der Android-Tablets als Lesegerät für Zeitungen und Zeitschriften ist nicht in Sicht. Zwar will der Riese Google, der neben seiner Suchmaschine neue Geschäftsfelder sucht, nach der Akquisition von Motorola erstmals einen eigenen Tablet-Rechner auf den Markt bringen, statt nur auf Sony oder Samsung zu setzen. Doch ein Hauptproblem von Android bleibt: Der Aufwand für App-Hersteller und Verlage ist deutlich größer als beim iPad, wollen sie von Aussehen und Bedienung akzeptable Produkte auf die Geräte bringen.

Wirrwar für Entwickler

Die Android-Geräte unterscheiden sich zum Teil so massiv, dass Software auf dem einen Gerät funktioniert, auf dem anderen nicht. Schwierig macht es ihnen vor allem Googles Strategie, Hardwareanbietern freie Hand zu lassen, was sie mit dem Betriebssystem anstellen. Entstanden ist ein Zoo aus verschiedenen Displaygrößen und Softwareversionen, der für viele Entwickler kaum beherrschbar ist.

„Es gibt Geräte, die die Hersteller mit der völlig veralteten Android-Version 2 ausliefern. Die eignen sich nicht, um Zeitschriften oder Zeitungen anzuzeigen“, sagt Ingo Eichel. Er verantwortet beim Softwarehersteller Adobe in Deutschland die Digital Publishing Suite, die zurzeit weltweit erfolgreichste Software zur Erstellung von Zeitungen und Zeitschriften für das iPad.

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