Medien: Wie Springer zu seinem Wachstum kommt

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Medien: Wie Springer zu seinem Wachstum kommt

von Peter Steinkirchner

Der Axel Springer Konzern hat heute in einer Pressekonferenz die Bilanzen offen gelegt. Was oberflächlich auf Wachstum hindeutet, sieht beim genauen Hinsehen allerdings ganz anders aus.

Es ist wie immer im Leben: Meistens lohnt sich ein zweiter Blick. So ist das auch bei der Bilanz, die Axel Springer heute früh in Berlin vorgestellt hat. Auf den ersten Blick, und das hebt das Medienunternehmen natürlich gern heraus, ist der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr von zuvor 2,74 Milliarden Euro um immerhin 2,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Hört sich erstmal gar nicht schlecht an, denn wachsen ist gut.

Tatsächlich jedoch ist Springer geschrumpft. Denn der Konzern hat hier schlicht (und nach den Bilanzierungsregeln vorgegeben) allein jene Geschäftsteile angegeben, die das Unternehmen auch weiterhin betreibt. Nicht mehr eingerechnet werden jene „Altlasten“ – die beiden Zeitungen und sieben Zeitschriften ­, die Springer etwa im vergangenen Sommer für 920 Millionen Euro an die Essener Funke Gruppe verkauft hat; ein Deal, dem zu einem Teil (bei den Programmzeitschriften) noch immer der Segen des Bundeskartellamtes fehlt.

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Axel Springer baut das Digitalgeschäft aus. Quelle: REUTERS

Da die Berliner den Umsatzanteil dieser Aktivitäten bereits rückwirkend für das Vorjahr 2012 ebenfalls herausgerechnet haben, reduziert sich auch die Vergleichsbasis für 2013 und aus dem durch den Verkauf eigentlich gesunkenen Umsatz wird so ein zartes Plus. Als das „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ sowie die übrigen an Funke verkauften Titel  noch zu Springer gehörten, lag der Umsatz des Unternehmens noch bei 3,3 Milliarden Euro – macht ein Umsatz-Minus von einer halben Milliarde Euro, das zumindest in der Pressemitteilung nicht erwähnt wird.

Und obwohl auch der Gewinn von 275,8 Millionen Euro auf 243,7 Millionen Euro im Jahr 2013 schrumpfte, gibt sich Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner optimistisch. Der Konzern habe vor allem in die Verlagerung des Geschäfts ins Internet investiert und dafür einen Gewinnrückgang in Kauf genommen. „2013 war für Axel Springer ein Jahr des Wandels, des Umbruchs und des Aufbruchs. Soviel Veränderung war nie", verkündete Döpfner und verwies auf Investitionen von mehr als 90 Millionen Euro in den Umbau des Printgeschäfts und die beschleunigte Digitalisierung.

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