Medienbranche: Fusion von ProSieben und Springer ist vom Tisch

Medienbranche: Fusion von ProSieben und Springer ist vom Tisch

, aktualisiert 29. Juli 2015, 15:45 Uhr
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Satellitenschüsseln von ProSiebenSat.1: Der Fernsehkonzern hat Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert.

Die Fusion der Sendergruppe ProSiebenSat.1 mit dem Verlag Axel Springer ist vom Tisch. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Die Konzerne wollen lediglich bei der Förderung von Startups zusammenarbeiten.

Axel Springer und ProSiebenSat.1 backen miteinander kleinere Brötchen als erwartet: Statt einer Fusion, wie sie laut Insidern ebenfalls im Gespräch war, beschränken sich die beiden Medienkonzerne auf die gemeinsame Förderung von Startups in der Digitalbranche. Sprecher beider Medienkonzerne erklärten, über das am Mittwoch verkündete Vorhaben hinaus sei keine weitere gesellschaftsrechtliche Verbindung geplant.

Die Nachricht über einen möglichen Zusammenschluss hatte vor drei Wochen die Aktienkurse beider Unternehmen beflügelt. Am Mittwoch drückte die Absage an entsprechende Erwartungen die Springer-Titel nur kurz ins Minus. Nach wenigen Minuten notieren die Papiere wieder 0,7 Prozent fester. Der Kurs von ProSiebenSat.1 reagierte ebenfalls kaum und lag 0,4 Prozent im Plus.

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Umsätze der größten Medienkonzerne der Welt

  • Platz 10

    Cox Enterprise

    Umsatz: 12,0 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 9

  • Platz 09

    Bertelsmann

    Umsatz: 16,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 6

  • Platz 08

    Sony Entertainment

    Umsatz: 17,8 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 7

  • Platz 07

    Viacom

    Umsatz: 21,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 5

  • Platz 06

    Time Warner

    Umsatz: 22,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 1

  • Platz 05

    DirecTV

    Umsatz: 23,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 04

    News Corp. / 21st Century Fox

    Umsatz: 27,5 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 4

  • Platz 03

    Disney

    Umsatz: 33,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 2

  • Platz 02

    Google

    Umsatz: 45,1 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 01

    Comcast

    Umsatz: 48,7 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 3

  • Quelle

    Quellen: ifM, mediadb.eu

Branchenexperten hatten bereits Zweifel an einer Vereinigung beider Konzerne geäußert. "Ein vollständiger Zusammenschluss hätte keinen Sinn gemacht", erklärte Stefan Wimmer vom Bankhaus Metzler am Mittwoch. "Die Anstrengungen dafür wären nicht zu rechtfertigen gewesen." Er begrüßte den nun bekannt gegebenen Plan: "Eine Kooperation im digitalen Bereich sieht positiv aus."

Beide Unternehmen teilten mit, sie wollten Geschäftsideen gemeinsam unterstützen, um den Digitalstandort Deutschland auch international besser zu positionieren. Man wolle gemeinsam in Unternehmen und Fonds investieren, bestehende Förderprogramme vernetzen und neuen Unternehmen Werbemöglichkeiten gegen Firmenbeteiligungen zur Verfügung stellen.

Weitere Artikel

Springer und ProSiebenSat.1 haben sich wiederholt über die Vormacht von US-Konzernen wie Google, Yahoo, Amazon oder Netflix beklagt, die oft angestammten Medienunternehmen die Butter vom Brot nehmen, und sich für eine Stärkung europäischer Anbieter eingesetzt.

Gleichwohl ließ Springer am Mittwoch durchblicken, dass der Verlags- und Onlinekonzern nur begrenzte Möglichkeiten für Gemeinschaftsprojekte sieht. "Im globalen Wettbewerb ist es wichtiger denn je, auf der nationalen Ebene dort die Kräfte zu bündeln, wo es sinnvoll und möglich ist", erklärte Vorstandsmitglied Andreas Wiele. Ein ProSiebenSat.1-Sprecher sagte, der Plan solle in den kommenden Monaten konkretisiert werden. Zu Einzelheiten äußerten sich die Konzerne am Mittwoch nicht.

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