Medienbranche: Springer und ProSieben sprechen über Fusion

Medienbranche: Springer und ProSieben sprechen über Fusion

, aktualisiert 07. Juli 2015, 12:10 Uhr

Die deutschen Medienkonzerne Axel Springer und Prosiebensat.1 verhandeln über eine Fusion. Käme ein solcher Deal zustande, würde ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 14 Milliarden Euro entstehen.

Axel Springer und ProSiebenSat.1 prüfen nach Informationen von Insidern einen Zusammenschluss zu einem neuen deutschen Mediengiganten. Auch gegenüber der WirtschaftsWoche wurden diese Gespräche bestätigt. Es gäbe solche Absichten, allerdings seien die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein zweiter Insider sagte, ein möglicher Deal sei eher eine Frage von Monaten als von Wochen. Friede Springer, die Großaktionärin des Verlags, sei über die Gespräche unterrichtet. ProSiebenSat.1 hat keine dominierenden Aktionäre mehr, seit die Finanzinvestoren KKR und Permira ihre Anteile komplett an die Börse brachten.

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Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Eingeweihte, den Plänen zufolge solle der Fernsehkonzern bei einem Zusammenschluss die Führungsrolle übernehmen. Die beiden Unternehmen lehnten zunächst Stellungnahmen zu den Informationen ab. Inzwischen teilte Axel Springer mit, dass man sich "zum Wahrheitsgehalt von Marktspekulationen grundsätzlich nicht" äußere.

Wettbewerbs-Ökonom Haucap "ProSieben-Springer-Fusion ist heute möglich"

Vor zehn Jahren hat das Kartellamt die Fusion von ProSiebenSat.1 und Axel Springer noch verboten. Im Interview erklärt Wettbewerbs-Ökonom Justus Haucap, warum die Voraussetzungen für eine Fusion heute anders sind.

Satellitenschüsseln von ProSiebenSat.1. Quelle: REUTERS

Dennoch arbeite Axel Springer unverändert an dem Ziel, "die Kontinuität der Kontrolle durch die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co./Friede Springer langfristig sicherzustellen und Wachstumsoptionen zu erschließen". "Deswegen entbehren Spekulationen bezüglich der Abgabe dieser Kontrolle jeder Grundlage", sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

Aktien der beiden Unternehmen schossen zu Handelsbeginn in die Höhe: Die Anteilsscheine von Axel Springer kletterten um rund drei Prozent nach oben, die Aktie von ProSiebenSat.1 um rund das Doppelte.

Umsätze der größten Medienkonzerne der Welt

  • Platz 10

    Cox Enterprise

    Umsatz: 12,0 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 9

  • Platz 09

    Bertelsmann

    Umsatz: 16,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 6

  • Platz 08

    Sony Entertainment

    Umsatz: 17,8 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 7

  • Platz 07

    Viacom

    Umsatz: 21,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 5

  • Platz 06

    Time Warner

    Umsatz: 22,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 1

  • Platz 05

    DirecTV

    Umsatz: 23,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 04

    News Corp. / 21st Century Fox

    Umsatz: 27,5 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 4

  • Platz 03

    Disney

    Umsatz: 33,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 2

  • Platz 02

    Google

    Umsatz: 45,1 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 01

    Comcast

    Umsatz: 48,7 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 3

  • Quelle

    Quellen: ifM, mediadb.eu

Dem Bundeskartellamt liegt bislang keine Anmeldung für eine Fusion zwischen den Medienhäusern Axel Springer und ProSiebenSat.1 vor. Dies sagte am Dienstag ein Sprecher der Behörde. Das Kartellamt müsste einen Zusammenschluss überprüfen. Sollte dieser den Wettbewerb erheblich behindern, kann die Behörde die Fusion untersagen oder unter Auflagen genehmigen. Im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte der Wettbewerbs-Ökonom Justus Haucap, dass er unter den heutigen Bedingungen eine Fusion der Medienkonzerne für möglich halte.

Einer anderen Medien-Fusion hat das Kartellamt am Dienstag zugestimmt: Die Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) aus Mainz kann die Darmstädter Echo Medien GmbH übernehmen. Beide Häuser hatten die geplante Übernahme bereits im Februar bekanntgegeben. Da beide Verlage in Rüsselsheim eigene Lokalausgaben produzieren, musste sich die Echo-Gruppe aus kartellrechtlichen Gründen jedoch zunächst vom „Rüsselsheimer Echo“ trennen.

Erster Versuch vor zehn Jahren scheiterte

Bereits vor rund zehn Jahren hatte der damalige Zeitungskonzern Axel Springer einen Zusammenschluss mit der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 versucht. Das Vorhaben scheiterte allerdings am Widerstand des Bundeskartellamts und der Medienaufsicht, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Zu groß wären nach ihrer Ansicht die Markmacht und die Meinungsmacht eines Konzerns gewesen, der unter anderem Deutschlands größte Boulevardzeitung "Bild" und einige der größten Privatsender des Landes vereint hätte.


Medienkonzern Axel Springer setzt auf digitale Zukäufe

Der Medienkonzern Axel Springer will künftig verstärkt in das Kleinanzeigengeschäft im Internet investieren und auch in den englischsprachigen Markt.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienunternehmens Axel Springer SE Quelle: dpa

3014 gewann Axel Springer allerdings einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die KEK. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, eine Übernahme des TV-Konzerns wäre medienrechtlich unbedenklich gewesen. Mit dem juristischen Sieg stieß Springer die Tür für ein Zusammengehen wieder ein Stück weit auf. Dennoch dürften die regulatorischen Hürden auch für den neuen Anlauf hoch sein.

Axel Springer erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut drei Milliarden Euro. ProSiebenSat.1 kam auf 2,9 Milliarden Euro. Die gemeinsame Marktkapitalisierung beträgt knapp 15 Milliarden Euro. Springer hatte einen Großteil seiner Zeitungen an den Regionalzeitungskonzern Funke ("WAZ") abgegeben, ist aber nach wie vor einer der größten Verleger des Landes. Sowohl Springer als auch ProSiebenSat.1 haben in den vergangenen Jahren ihr Digitalgeschäft massiv ausgebaut und zählen zu den größten Internetportalbetreibern Deutschlands. ProSiebenSat.1 teilt sich den deutschen Privatfernsehmarkt fast allein mit dem Erzrivalen RTL Group aus dem Hause Bertelsmann.

Die 20 besten Marken im Internet

  • Platz 20

    Der französische Kosmetikkonzern L'Oréal hat 106 von möglichen 160 Punkten erreicht. In der Kategorie "Schlüssige Markenbotschaft im Netz" erreichte er mit 32,4 von 40 Punkten den dritten Platz.

  • Platz 19

    Die Modekette H&M erreichte 107 von 160 Punkten.

  • Platz 18

    Auf Platz 18 der besten Internetmarken liegt Opel mit 108 Punkten.

  • Platz 17

    Auch die Telekom kann 108 von 160 Punkten vorweisen.

  • Platz 16

    Toyota schafft es mit 109 Punkten auf diesen Platz.

  • Platz 15

    Auf Platz 15 schafft es der Technologieriese Samsung mit ebenfalls 109 Punkten.

  • Platz 14

    Der Versandhändler Otto konnte sich mit 110 von 160 Punkten diesen Platz sichern

  • Platz 13

    Mit 111 Punkten konnte Panasonic auf Platz 13. In der Kategorie "Schlüssige Markenbotschaft" konnte das Unternehmen mit 32,5 von 40Punkten den zweiten Platz erreichen.

  • Platz 12

    Die Deutsche Bahn erhielt ebenso 111 Punkte. In der Kategorie Nutzwert belegt sie mit 26 von 40 Punkten den ersten Platz

  • Platz 11

    Mit 111 von 160 Punkten hat es auch bei Ford nicht für einen Platz unter den besten zehn Internetmarken gereicht.

  • Platz 10

    Der Sportartikelhersteller Nike schaffte es mit 112 Punkten auf Platz zehn. In der Kategorie "Wer liegt bei Online-Trends vorne?" erreichte Nike den zweiten platz mit 33,8 von 40 Punkten.

  • Platz 9

    Mit 113 Punkten liegt Vodafone auf Platz neun.

  • Platz 8

    Der Smartphone-Hersteller HTC hat ebenfalls 113 Punkte erhalten. In der Kategorie "Schlüssigste Markenbotschaft" belegte HTC den ersten Platz mit 32,9 von 40 Punkten.

  • Platz 7

    114 von 160 Punkten erreichte O2. In der Kategorie Kundenkommunikation erreichte das Telekommunikationsunternehmen den dritten Platz.

  • Platz 6

    Mit 115 Punkten schafft es Mercedes-Benz auf diesen Platz. In der Kategorie Nutzwert erreichte der Autobauer mit 33,6 Punkten Platz fünf. In der Kategorie Online-Trends gab es mit 33,3 Punkten Platz vier.

  • Platz 5

    Ebenfalls 115 Punkte im Gesamtranking erhielt Volkswagen. In der Kategorie Online-Trends lag der Autohersteller mit 32,7 Punkten auf Platz fünf.

  • Platz 4

    Sony erreichte 116 Punkte. 34,0 davon sicherten dem Technologiekonzern den ersten Platz in der Kategorie Online-Trends

  • Platz 3

    Unter die besten drei Marken im Internet hat es Adidas mit 116 Punkten geschafft. Bei den Online-Trends erreichte adidas den zweiten Platz.

  • Platz 2

    Mit 126 Punkten schaffte es Audi auf den zweiten Platz. In der Kategorie "beste Kommunikation mit dem Kunden" erreichte der Autohersteller den vierten Platz, beim Nutzwert mit 35,2 Punkten den zweiten.

  • Platz 1

    Die beste Marke im Internet ist BMW mit 132 Punkten. Mit 26,6 Punkten in der Kundenkommunikation belegte der Autobauer in dieser Kategorie den ersten platz. In der Kategorie Nutzwert reichte es für Platz vier.

  • Die Studie

    Die Strategieagentur diffferent untersuchte im Auftrag der WirtschaftsWoche 125 Marken aus 22 verschiedenen Branchen. Zunächst wählten 2000 Befragte aus jedem Bereich die bekanntesten Marken aus. Bei Branchen mit großer Bekanntheit – etwa Automobil
    oder Banken – untersuchten die Autoren je zehn Marken. Weniger präsente Industrien wie Baumärkte oder Getränke stellten je fünf Marken für die Studie. Wie gut die digitale Markenführung dieser Unternehmen ist, analysierte diffferent anhand von vier Kategorien

  • Die Kategorien

    Integration Schaffen die Marken einen hohen Wiedererkennungswert? Verlinken sie die verschiedenen Online-Plattformen miteinander?

    Inhalte Bieten die Unternehmen Information und Unterhaltung? Ist die Web-Site benutzerfreundlich gestaltet?

    Kommunikation Wie schnell antworten die Unternehmen auf Fragen der Nutzer? Wie groß ist die digitale Fangemeinde der Marke?

    Innovationsfreude Wer ist auch via Smartphone gut zu erreichen? Binden die Unternehmen Kunden in die Entwicklung von Produkten ein?

Ob eine Fusion der beiden Konzerne zum jetzigen Zeitpunkt erfolgreicher sein könnte, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Jahren haben beide Konzerne ihr Geschäftsmodell stark digitalisiert. So kaufte ProSiebenSat.1 erst im Juni 80 Prozent des Verbraucherportals Verivox. Axel Springer verkaufte verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, darunter die legendäre Hörzu, um ebenfalls in Onlineplattformen zu investieren - darunter die Jobbörse Stepstone und die Immobilienplattform Immonet.

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