Medienkonzern: Axel Springer setzt auf digitale Zukäufe

Medienkonzern: Axel Springer setzt auf digitale Zukäufe

, aktualisiert 04. März 2015, 12:25 Uhr
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Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienunternehmens Axel Springer SE

Der Medienkonzern Axel Springer will künftig verstärkt in das Kleinanzeigengeschäft im Internet investieren und auch in den englischsprachigen Markt.

Springer setze im digitalen Geschäft mehr auf Wachstum in den USA und Großbritannien, sagte Konzernchef Mathias Döpfner am Mittwoch in Berlin. "Mit einem Mausklick wird die Welt unser Markt."

Anders als früher seien Landes- und Sprachgrenzen "keine Marktgrenzen" mehr. Der scheidende Vermarktungschef Peter Würtenberger soll neue Chancen im angloamerikanischen Raum ausloten. Finanzchef Julian Deutz ergänzte, es gebe genug finanziellen Spielraum für Zukäufe.

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Döpfner vermied eine klare Aussage, ob Springer Interesse an der Telekom-Tocher T-Online habe. Man schaue sich alles an, was auf dem digitalen Markt "kreucht und fleucht", sagte Döpfner und fügte hinzu: "Mir ist von fortgeschrittenen Gesprächen oder Verhandlungen nichts bekannt."

Das boomende Geschäft mit Kleinanzeigen hat dem Medienkonzern 2014 spürbar mehr Umsatz und Gewinn beschert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im vergangenen Jahr um 11,6 Prozent auf 507 Millionen Euro, wie der Herausgeber von "Bild" und "Welt" am Mittwoch mitteilte. Geplant war ein Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Beim Umsatz gab es einen Anstieg um 8,4 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro. Angepeilt war ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich. "Im laufenden Jahr werden wir weiter konsequent in die digitale Expansion investieren", kündigte Konzernchef Döpfner an. Die Dividende soll wie bisher bei 1,80 Euro pro Aktie liegen.

Umsätze der größten Medienkonzerne der Welt

  • Platz 10

    Cox Enterprise

    Umsatz: 12,0 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 9

  • Platz 09

    Bertelsmann

    Umsatz: 16,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 6

  • Platz 08

    Sony Entertainment

    Umsatz: 17,8 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 7

  • Platz 07

    Viacom

    Umsatz: 21,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 5

  • Platz 06

    Time Warner

    Umsatz: 22,4 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 1

  • Platz 05

    DirecTV

    Umsatz: 23,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 04

    News Corp. / 21st Century Fox

    Umsatz: 27,5 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 4

  • Platz 03

    Disney

    Umsatz: 33,9 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 2

  • Platz 02

    Google

    Umsatz: 45,1 Mrd. Euro

    Rang 2008: -

  • Platz 01

    Comcast

    Umsatz: 48,7 Mrd. Euro

    Rang 2008: Platz 3

  • Quelle

    Quellen: ifM, mediadb.eu

Anleger zeigten sich trotz der Zuwächse enttäuscht. Im Frankfurter Frühhandel verloren die Anteilsscheine zeitweise mehr als vier Prozent. "Das bereinigte operative Ergebnis lag unter den Erwartungen. Das deutet auf Margendruck hin", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Größter Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet wie Immobilien-, Job- und Autoportalen. Das Ergebnis in diesen sogenannten Rubriken kletterte binnen Jahresfrist um 35,2 Prozent auf 221 Millionen Euro und steuerte damit rund 44 Prozent des gesamten Konzerngewinns bei.

Die Berliner verlagern ihr Geschäft zunehmend ins Internet und bauen mit Hilfe von Zukäufen vor allem Bereiche abseits des klassischen Journalismus' aus. Hier fallen vergleichsweise weniger Personal- und Vertriebskosten an. Deshalb setzt Springer stark auf das hochprofitable Rubrikengeschäft. Das gesamte Digitalgeschäft steuerte im vergangenen Jahr gut die Hälfte zum Umsatz bei und jeweils rund drei Viertel zu den Werbeerlösen und zum Gewinn. Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz stieg auf 43 Prozent.

Für 2015 erwartet der Vorstand konzernweit ein Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Gewinn werde im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Das größte Projekt für dieses Jahr ist die Umwandlung der Axel Springer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Dies soll die Kontrolle der Familie Springer sichern und zugleich den Zugriff auf externes Kapital für größere Investitionen ermöglichen. Zudem will der Konzern seine hochprofitable Sparte mit den Rubriken wieder zu 100 Prozent kontrollieren.

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