Messepreise: Teure Hotelzimmer sind Marktwirtschaft, kein Aufreger

KommentarMessepreise: Teure Hotelzimmer sind Marktwirtschaft, kein Aufreger

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Zu Messezeiten schnellen die Hotelpreise in die Höhe

von Hans-Jürgen Klesse

Messepreise in der Hotellerie sind ein Ärgernis, niemand bezahlt die saftigen Aufschläge gern. Aber für viele Stadthotels ist die starke Nachfrage zu Messezeiten überlebenswichtig, weil sie ihre Zimmer zu normalen Zeiten zu Grenzkosten verkaufen müssen.

Es gibt kaum ein Thema in der Reisebranche, das so einen langen Bart hat, wie die Messepreise der Hotellerie. Zur IAA in Frankfurt, zur Drupa in Düsseldorf oder jetzt ganz aktuell zur ITB in Berlin wird das Thema von den Kollegen der regionalen - und manchmal auch der überregionalen - Tagespresse Mantra-mäßig wieder aufgegriffen. Mit immer der gleichen Leier: 100 Prozent Aufschlag zur CeBit in Hannover: eine Zumutung! 280 Prozent zur Buchmesse in Leipzig: Wucher! Bis zu 400 Prozent  zur Internationalen Funkausstellung in Berlin: unverschämt!

Dabei ist das Thema gefühlte 2000 Jahre alt: Schon Jesus und Maria mussten sich mit einem Schafsstall begnügen, weil die Herbergen in Bethlehem ausgebucht waren. Vielleicht waren sie aber auch so teuer, dass Josef sich nichts besseres leisten konnte - wer weiß das nach so langer Zeit noch genau. Sicher ist nur: Das Thema hat einen so langen Bart, dass die berühmte Wickelmaschine kaum noch nachkommt. Und genauso sicher ist - auch wenn diese Einschätzung dem einen oder anderen Kollegen von der schreibenden Zunft womöglich weh tut: Wer sich so einseitig über Messepreise aufregt, ist entweder populistisch, unreflektiert - oder er hat schlicht keine Ahnung.

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Dabei hilft auf Blick auf simple volkswirtschaftliche Zusammenhänge, wie sie eigentlich jeder kennen sollte. Preise - sogar Messepreise - sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Ist das Angebot groß und die Nachfrage gering, ist der Preis niedrig. Ist es umgekehrt, sind die Preise hoch. So einfach ist das! Genau darum sind Spargel oder Erdbeeren zu Weihnachten teurer als im Mai oder August. Aus dem gleichen Grund kosten Urlaubsreisen in den Schulferien mehr als außerhalb und Grundstücke in Mecklenburg-Vorpommern weniger als in der Münchner Innenstadt. Man nennt das Ganze übrigens Marktwirtschaft.

Überall ist dieses Prinzip akzeptiert, auch wenn man sich mal darüber ärgert. Nur bei Hotels sorgt das immer wieder für Diskussionen. Die bekommen sogar noch eins auf die Rübe, wenn sie Frühbucherrabatte einführen, um ihren Messegästen entgegen zu kommen, für dieses Entgegenkommen aber den kostenlosen Storno streichen. Was bitte schön, ist daran verwerflich? Wer bei der Deutschen Bahn einen Spartarif mit Zugbindung bucht, oder ein Ryanair-Ticket kauft, akzeptiert auch, dass das Geld futsch ist, wenn er die Flug oder Bahnfahrt nicht antritt.

Also liebe Kollegen: Wischt Euch den Schaum vom Mund und regt Euch nicht über Dinge auf, die ganz normal sind. Wie eben marktwirtschaftliche Prinzipien.

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