Michael O'Leary: Ryanair-Chef will Ticketpreise senken

Michael O'Leary: Ryanair-Chef will Ticketpreise senken

Der Chef des Billigfliegers Ryanair, Michael O'Leary, will die Ticketpreise senken. Derzeit liegt bei Ryanair laut O'Leary der Ticketpreis im Schnitt bei 46 Euro.

"Um mindestens 10 bis 15 Prozent in den nächsten zwei Jahren. 2016 könnte unser Durchschnittsflugpreis bei 40 Euro liegen", sagte O'Leary der französischen Wochenzeitung "Le Journal Du Dimanche". Ryanair werde Einsparungen durch den niedrigeren Ölpreis an seine Kunden weiterreichen. Zugleich gab sich der Chef des irischen Konzerns zuversichtlich, die Kundenzahl zu erhöhen und die Kosten weiter zu senken. Derzeit liegt bei Ryanair laut O'Leary der Ticketpreis im Schnitt bei 46 Euro. Bei den anderen europäischen Fluggesellschaften seien es 170 Euro.

Die Strategie von Ryanair

  • Die Strategie

    Seit Ryanair-Chef Michael O’Leary die Vorteile der Freundlichkeit entdeckt hat, schickt er bei kitzligen Dingen seinen erst vor knapp einem Jahr eingestellten Marketingchef Kenny Jacobs vor. „Das ist unser neues freundliches Gesicht“, so das größte Raubein der Flugbranche. Doch auch wenn der früher bei Handelskonzernen Tesco und Metro tätige Jacobs nett auftritt und im Humor – anders als sein Chef – garantiert jugendfrei ist: Er agiert kaum sanfter beim Kampf um die lukrativste Passagiergruppe der Geschäftsreisenden. „Wir werden zu Europas wichtigster Fluglinie für Manager“, sagt der sportliche 40-Jährige. „Bereits ohne große Werbung verkaufen wir mehr als 10 000 unserer Geschäftsreisepakete pro Woche, und Ende 2017 werden es gut 200 000 pro Woche oder zehn Millionen im Jahr sein.“

    Um die Reiseetats der Manager kämpft Ryanair in drei Schritten.

  • Schritt 1

    Den Anfang machten die Iren vor gut einem Jahr, als die Linie auf dem europäischen Festland zusätzlich zu abgelegenen Flughäfen wie Hahn im Hunsrück vermehrt große Flughäfen wie Hamburg oder Brüssel anflog. Zwölf waren es seit Ende 2013. „Da kommen bis 2017 noch mindestens 20 hinzu“, verspricht Jacobs. In Deutschland will er neben Düsseldorf und Stuttgart sogar im Lufthansa-Drehkreuz München landen.

  • Schritt 2

    Zweiter Schritt war der Anschluss an Reisebürosysteme wie Amadeus, die ihnen direkten Zugang zu den Unternehmenskunden verschaffte.

  • Schritt 3

    Der dritte und sichtbarste Schritt ist ein verbesserter Service für Geschäftsreisende. Den Anfang machte im Herbst das Business Plus Paket, das neben Freigepäck und schnellerer Sicherheitskontrolle auch unbegrenzte Umbuchungen bietet.

  • Konzept

    Das soll nur der Anfang sein. „Die Einzelheiten stellen wir erst im Frühjahr vor“, so Jacobs. Doch erste Verträge mit Unternehmen wie der Deutschland-Niederlassung des Autobauers Ford in Köln zeigen die Richtung. Zum Paket gehören etwa Zusatzservices für die Mitarbeiter wie Gratisverpflegung sowie eine direkte Verbindung von Ryanair zu den internen Controllingsystemen, die direkte Buchungen und – ein Tabubruch – Rabatte ermöglichen. „Wir denken über Rückerstattungen für Großkunden nach“, so Jacobs.

Der Billigflieger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 deutlich mehr Zuspruch von Passagieren erhalten. Nach 81,7 Millionen Fluggästen im vorigen Geschäftsjahr stiegen zwischen April 2014 und Ende März 2015 rund 90,5 Millionen Menschen in die Maschinen von Ryanair - ein Zuwachs von elf Prozent, wie die irische Gesellschaft am Dienstag mitteilte. Im März machte die Zahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar einen Sprung um 28 Prozent nach oben.

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Ryanair profitiert derzeit von den günstigen Kerosinpreisen und hat nach eigenen Angaben Erfolg mit einer verbesserten Kundenorientierung - die Website ist nicht mehr so abschreckend wie einst, die Handgepäcks-Bestimmungen wurden leicht gelockert. Freie Sitzplatzwahl ist jedoch noch immer nicht kostenlos. Während des laufenden Geschäftsjahres wurde die Gewinnprognose mehrmals angehoben. Ryanair will seine kompletten Jahreszahlen am 26. Mai bekanntgeben.

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