Michael O'Leary will expandieren: "Ryanair hatte noch nie einen echten Notfall"

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exklusivMichael O'Leary will expandieren: "Ryanair hatte noch nie einen echten Notfall"

von Rüdiger Kiani-Kreß

Michael O'Leary sieht trotz der vier Notlandungen kein Sicherheitsproblem bei Ryanair. Er will in Deutschland expandieren und rät der Lufthansa sogar, ihren Europaverkehr dicht zu machen.

WirtschaftsWoche: Herr O’Leary, Sie wirken gehetzt. Sind Sie mit Ryanair geflogen und notgelandet?

O’Leary: Das ist mein normales Arbeitstempo. Einen echten Notfall hatte Ryanair noch nie.

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Allein im September musste ein halbes Dutzend Maschinen ungeplant landen. Und im Juli sind drei Ihrer Flieger wegen Spritmangels vorzeitig runter.

Das waren aber keine Notfälle, sondern eher außerplanmäßige Landungen. Wir hatten in den 28 Jahren unseres Bestehens noch kein Sicherheitsproblem.

Wie kam es dann zu der Nachricht, Ryanair müsse wegen Spritmangels notladen?

Weil diese Schlagzeile besser klingt als: „Ein Flugzeug hatte nach einer Stunde von der Flugsicherung verschuldeten sinnlosen Herumfliegens nur noch für gut eine halbe Stunde Kerosin.“ Die Regierungen von Spanien und Irland, dem Stammland von Ryanair, haben uns in einer gemeinsamen Erklärung Mitte September bescheinigt, dass unsere Standards auf einer Höhe sind mit denen der allersichersten Airlines in Europa. Jetzt gut zuhören: nicht Durchschnitt, nicht gut, sondern so gut wie die besten.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit behauptet, Ryanair stelle auf internen Aushängen die Piloten bloß, die zu viel tanken.

Ah, meine Lieblingskombination: Pilotengewerkschaft und keine Ahnung.

Gibt es die Listen nicht?

Doch, aber sie haben nichts damit zu tun, wie viel ein Pilot tankt. Da reden wir keinem rein. Die Listen zeigen, wer mehr als andere verbraucht im normalen Betrieb und nach unseren Betriebsregeln. Diese Mitarbeiter bitten wir dann in einem ebenso freundlichen wie deutlichen Schreiben, doch bitte so effizient zu fliegen wie die überwiegende Mehrheit ihrer Kollegen.

Ihr Lieblingswidersacher Lufthansa will das Europageschäft neu ordnen. Ängstigt Sie das?

Angst vor Lufthansa? Bitte! Nichts, was Lufthansa tut, könnte mich ängstigen. Und schon gar nicht deren mindestens dritter Versuch einer Low-Cost-Linie. Das ist es doch alles Augenwischerei. Die stecken Flugzeuge von einem Verlustbringer in einen anderen.

Was raten Sie der Lufthansa im Europaverkehr?

Dichtmachen.

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