Milliarden-Investition in Europa: UPS startet Angriff auf die Post

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Milliarden-Investition in Europa: UPS startet Angriff auf die Post

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Der UPS-Mann kommt: Der US-Konzern will massiv in Europa investieren.

Nach der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten TNT will UPS nun anderweitig in Europa investieren: Eine Milliarde US-Dollar sollen in den Ausbau des Geschäfts fließen - vor allem in Deutschland.

Der US-Logistikkonzern UPS will nach der gescheiterten Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT viel Geld in Europa ausgeben und sich auch in Deutschland engagieren. „In den nächsten drei bis fünf Jahren wollen wir in Europa eine Milliarde US-Dollar investieren“, sagte UPS-Finanzchef Kurt Kuehn der „Süddeutschen Zeitung“. Ein Großteil davon fließe nach Deutschland, für UPS einen der stärksten Wachstumsmärkte weltweit. Geplant sei, die Logistik-Kapazitäten auszubauen, also etwa neue Verteilerzentren zu eröffnen.

In Europa hatte der Konzern mit weltweit 55 Milliarden US-Dollar Umsatz und fast 400.000 Beschäftigten zuletzt einen schweren Rückschlag erlitten. Die Amerikaner boten 5,2 Milliarden Euro für die Übernahme von TNT. Zusammen mit den Niederländern hätten die Amerikaner in Europa die Deutsche Post DHL überholt und wären zur Nummer eins aufgestiegen. Nach monatelanger Hängepartie untersagten jedoch die EU-Wettbewerbshüter den Deal.

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Die vier Zukunftsszenarien der Post

  • 1 – Zurückhaltendes Wachstum

    Das Wirtschaftswachstum ist zurückhaltend. Zudem profitieren nicht alle Menschen davon. In vielen Volkswirtschaften gibt extreme soziale Gegensätze.

    Die Technologiefortschritte sind nur moderat. Smartphones und Tablets bleiben die ständigen Begleiter der Menschen.

    Handelsunternehmen bieten ihre Waren online und in stationären Shops an – der Multikanalhandel hat sich durchgesetzt. Die Ladengeschäfte dienen oft nur noch als Showrooms, um den Kunden die Waren erleben zu lassen. Die zeitnahe Lieferung an jeden gewünschten Ort ist ein Standardservice. Convenience ist – für alle, die es sich leisten können, – ein entscheidender Faktor beim Einkauf. Für den überwiegenden Teil der Menschen bleibt der ausschlaggebende Gesichtspunkt allerdings nach wie vor der günstige Preis.

    Anteil des reinen Online-Handels 2025 (West-Europa): 20 Prozent

    Quelle: E-Tailing 2025 Studie der Deutschen Post

  • 2 – Gutes Wachstum

    Den Menschen geht es gut. Erstmals hat sich global eine kaufkräftige Mittelschicht entwickelt. Dadurch hat auch sich die Wertevorstellung verschoben: weg von der Arbeits und hin zur Freizeitorientierung. Selbstverwirklichung und individuelle Lebensformen sind wichtiger als Erfolg im Job. Das Volumen des Onlinehandels nimmt stark zu. Kleine, innovative Onlinehandelsplattformen bedienen die jeweilige Lifestyl-Community, große Onlinehändler und -plattformen dagegen den Massen-Markt. Der stationäre Handel setzt vor allem auf Erlebniseinkauf.

    Durch den boomenden Onlinehandel sind die Transportvolumina der Logistiker deutlich gestiegen. Um dem Verkehrsinfarkt zu entgehen, haben einige Ballungsräume die Zustellung reguliert.


    Anteil des reinen Online-Handels 2025 (West-Europa): 30 Prozent

  • 3 – Starkes Wachstum und Innovationen

    Die Weltwirtschaft wächst vor allem durch die Innovationsdynamik der Informationstechnologie. Die Menschen leben in einer digitalen Hochkultur. Datenbrillen, smarte Kontaktlinsen und andere Wearables gehören zum Alltag.

    Intelligente Avatare fungieren als virtuelle Einkaufsberater. Web-Shops passen ihre Angebote in Echtzeit an die Kundenprofile an. Auch der stationäre Handel und die Showrooms der Onlineshops arbeiten mit Simulationen, die auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten sind.

    In den großen Metropolen ist die Auslieferung am Tag der Bestellung Standard. Händler und Logistiker können auf Basis von exakten Kundendaten den Bedarf oftmals vorhersagen. Sie verschicken die Waren bereits bevor der Kunde überhaupt bestellt hat.

    Anteil des reinen Online-Handels 2025 (West-Europa): 40 Prozent

  • 4 – Stagnierende Wirtschaft

    Die Weltwirtschaft stagniert. Handelshemmnisse und hohe Energie- und Rohstoffpreise haben zu einer Regionalisierung der Wirtschaft geführt. Die Menschen kaufen in aller Regel vor Ort. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind die bestimmenden Faktoren beim Einkaufen.

    Leasing- und Sharingmodelle sind deshalb weit verbreitet. Große Onlineportale sind vor allem im Leasinggeschäft tätig. Im regionalen und lokalen Umfeld wird auch ein Großteil des Tauschhandels über kleinere Onlineplattformenorganisiert. Um die Lebensdauer von elektronischen Geräten und Gebrauchsgüter zu verlängern, sind sie modular aufgebaut. Reparaturen und Wartungen sind so leicht möglich.

    Der Großteil der Logistikunternehmen bietet neben den klassischen Versorgungslösungen auch Ersatzteillogistik und Reparaturservices an.

    Anteil des reinen Online-Handels 2025 (West-Europa): 15 Prozent

Alternative zum Paketkasten

Um die Privatkunden in Deutschland wirbt UPS demnächst mit einem neuen Angebot. Dabei müssen sich die Kunden im Internet registrieren und können dann den Weg ihres Pakets nicht nur online verfolgen, sondern selbst auch eingreifen und Zustellort oder -zeit bestimmen. Das Angebot könnte als Alternative zum Paketkasten genutzt werden.

Den Vorstoß der Deutschen Post, einen Paketkasten im Alleingang anzubieten, sieht Kuehn kritisch: „Die Paketboxen in Deutschland sind ein gutes Beispiel dafür, wie die Post ihre Monopolstellung und ihre dominante Marktposition ausnutzt.“ Besser wäre aus seiner Sicht eine Box, zu der alle Paketdienste Zugang haben. Er hegt sogar Zweifel, ob das Vorgehen der Post überhaupt rechtens ist: „Ob die Paketbox mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar ist, darüber müssen andere entscheiden.“ Sollte die Deutsche Post nicht einlenken, werde UPS voraussichtlich mit Wettbewerbern eine alternative Paketbox anbieten, die dann allen offenstehen soll - auch der Deutschen Post, sagte er.

Weitere Artikel

Die Deutsche Post bietet ihren Kunden seit Mai Paketkästen an, die sie in ihre Vorgärten stellen können. Kunden, die im Internet bestellen, müssen dann nicht mehr zu Hause bleiben oder Nachbarn verständigen, wenn der Bote kommt - er legt die Päckchen einfach in die Box. Die Bonner wollen bisher aber aus Sicherheits- und Datenschutzgründen nur ihren eigenen Boten Zugang zu den Paketkästen verschaffen.

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