Millionenschaden : 4000 Stunden Bahn-Verspätungen durch Metallklau

Millionenschaden : 4000 Stunden Bahn-Verspätungen durch Metallklau

4000 Stunden Verspätung soll der Diebstahl von Kabeln und Metallteilen der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr angerichtet haben. Das Unternehmen sei 2012 2.700 Mal Opfer von Metalldieben geworden.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung entstand dadurch allein ein Materialschaden von 17 Millionen Euro. Die Diebe würden für ein paar Euro ihr Leben aufs Spiels setzen und dabei nicht nur einen großen materiellen Schaden für die Bahn anrichten, sondern vor allem den Kunden schaden, sagte Gerd Neubeck, Leiter der Konzernsicherheit bei der Deutschen Bahn. 17.000 Züge hätten sich um insgesamt 240.000 Minuten verspätet. Das Blatt beruft sich dabei auf Zahlen eines Sicherheitsbündnisses, das die Bahn im Juli 2012 gemeinsam mit anderen Unternehmen gegründet hat.

Allerdings sind die Zahlen der geklauten Kabel im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken: Damals waren 3.000 Diebstähle von Kupferkabeln und anderen Leistungssträngen am Streckennetz der Bahn gezählt worden. 2011 lag der Schaden in den ersten neun Monaten bei elf Millionen Euro, während es 2010 noch 5,8 Millionen waren - Personalkosten für Ermittlungen, Reparaturen und Schäden durch Zugausfälle sind nicht mit eingerechnet. Die Deutsche Bahn geht dagegen vor: Kabel und andere Metallteile werden mit künstlicher DNA markiert, damit sie sich leichter als Diebesgut identifizieren lassen. Ein Weiterverkauf der Kabel wird dann unmöglich, da die DNA mit dem bloßen Auge nicht zu sehen, und sich nur mit UV-Licht nachweisen lässt. Womöglich würden alternative Rohstoffe eingesetzt, die für Diebe weniger interessant seien. Den Angaben der Deutschen Bahn zufolge wurden im vergangenen Jahr 558 Täter auf dem Gebiet der Bahn geschnappt.

Anzeige

Bahn-Liberalisierung Deutsche Blockadehaltung schadet dem Schienenverkehr

Hat Bahn-Chef Grube mit Rücktritt gedroht wie es Spiegel Online behauptet? Die Bahn ließ per Pressemitteilung dementieren. So oder so scheint die Liberalisierung der Eisenbahnmärkte in Europa in weite Ferne gerückt.

Für die Deutsche Bahn geht es um viel. EU-Kommissar Kallas will die Trennung von Schienennetz und Transportgesellschaften ab 2019 erzwingen. Quelle: dapd

Seit die Rohstoffpreise deutlich anstiegen, haben auch die Metalldiebstähle zugenommen. Ermittler schätzen den Schaden der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge EU-weit auf knapp neun Milliarden Euro. Mit ihrem leicht zugänglichen 34 000 Kilometer umfassenden Schienennetz ist die Bahn ein beliebtes Opfer - vor allem Kabel von Oberleitungen, aber auch Schienenstücke und sogar Schrauben werden gestohlen.
Doch nicht nur die Bahn, auch Telekommunikationsunternehmen und Energieversorger verzeichnen enorme Schäden - auch für ihr Image. Bei RWE etwa reduzierte sich zwar die Zahl der Buntmetalldiebstähle, die Schadenssumme aber stieg auf mehr als 2,1 Millionen Euro. Regionale Schwerpunkte seien Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%