Mindestlohndebatte: Friseurkette Klier erhöht drastisch die Preise

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Für Herrenhaarschnitte müssen Kunden demnächst deutlich mehr Geld auf den Tisch legen.

von Henryk Hielscher

Friseurbesuche könnten in den nächsten Monaten deutlich teurer werden.

Damit rechnet Michael Klier, Co-Chef der Klier-Gruppe, der mit 900 Filialen größten Frisör-Kette Deutschlands. „In der gesamten Branche dürften die Preise in den nächsten Monaten im Bundesdurchschnitt im zweistelligen Prozentbereich anziehen“, sagte Klier in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Das ist die Grundvoraussetzung, um den Mindestlohn zu finanzieren. Herrenhaarschnitte inklusive Waschen, Schneiden, Stylen für weniger als 20 Euro sind nicht mehr machbar.“

Im Friseurgewerbe hatten sich die Tarifparteien auf die stufenweise Einführung eines branchenweit gültigen Mindestlohns geeinigt.  Seit August 2013 müssen im Westen mindestens 7,50 Euro und in Ostdeutschland 6,50 Euro gezahlt werden. Im August 2014 und ein Jahr später steigen die Stundenlöhne nochmals auf 8,50 Euro an.

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Die gestiegenen Lohnkosten würden bereits auf das Ergebnis der Klier-Gruppe durchschlagen. „Im Jahr 2013 haben wir 137 Millionen Euro umgesetzt und erwarten einen geringeren Gewinn aus dem operativen Geschäft“, sagte Klier.  Für 2014 rechne das Unternehmen mit „spürbarem Gegenwind“.  Als Konsequenz werde die Kette nicht nur die Preise anheben, sondern auch die Billigkette „Frisör der kleinen Preise“ aufgeben. „Das Experiment der Discount-Friseure ist gescheitert“, so Klier. „Die rund 170 Salons werden bis August nach und nach auf die neue Marke „Haarboxx“ umgestellt. Alle Standorte bleiben erhalten, aber das Ladendesign wird sich etwas ändern, um die Wertigkeit stärker herauszustellen.“

Klier ist überzeugt, dass durch den Mindestlohn auch weitere Discount-Angebote vor dem Aus stehen. „Spätestens die Einführung des Mindestlohns zwingt jetzt die Wettbewerber und uns dazu, solche Modelle zu überdenken.“

Allerdings verteidigt Klier ausdrücklich die Einführung des Mindestlohns. „Mit 8,50 Euro pro Stunde reden wir von einem Brutto­gehalt von 1400 bis 1500 Euro pro Monat. Es wird also kein Hochlohnsektor geschaffen, sondern nur eine untere Hygienegrenze eingezogen.“ Klier rechnet außerdem mit weiteren Lohnerhöhungen. „Auch 8,50 Euro sollten auf Dauer nicht das Ende der Lohnentwicklung sein. Es ist unser Ziel, der Branche wieder ein Stück der Anerkennung zurückzugeben, die sie früher einmal hatte.“

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