Mögliches Urteil des BGH: Lufthansa und der Ärger mit den Bonusmeilen

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Mögliches Urteil des BGH: Lufthansa und der Ärger mit den Bonusmeilen

Miles & More, das Kundenprogramm der Lufthansa, wird wohl erneut vor dem Bundesgerichtshof diskutiert werden. Sollte der BGH den Handel mit Prämienmeilen erlauben, dann hätte das erhebliche Erfolgen für die Lufthansa.

Lufthansa möchte den Fall "höchstrichterlich" klären lassen, wie eine Sprecherin dem Handelsblatt (Montagsausgabe) sagte. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob mit Meilen erworbene Flugtickets weiterverkauft werden dürfen. In der vergangenen Woche hat das Oberlandesgericht in Köln dem zugestimmt. Sollte auch der Bundesgerichtshof zustimmen, dann werden Bonusmeilen übertragbar, also eine handelbare Ware. Lufthansa würde die Kontrolle über einen Teil des Ticketvertriebs verlieren. Laut dem Handelsblatt würden Handelsplattformen entstehen. Branchenkreisen zufolge plant eben jener Kläger eine solche Plattform.

Die zentralen Schwachpunkte der Lufthansa

  • zu hohe Kosten

    Die Lufthansa arbeitet mit zu hohen Kosten. Trotz aller Sparmaßnahmen wendet die Kranichlinie immer noch sechs Cent auf, um einen Passagier einen Kilometer weit zu fliegen; Easyjet kommt mit knapp vier Cent, Emirates mit gut drei und Ryanair nicht mal zwei Cent aus.

  • zu umständlich

    Deutschlands Marktführer arbeitet zu umständlich. Die Lufthansa macht bis zu Wartung und Flugküchen fast alles selbst und gibt ein Viertel der Kosten für das Personal aus. Emirates und Billigfliegern reicht die Hälfte.

  • zu wenig Komfort

    Die Lufthansa bleibt bei der Flotte und beim Komfort zurück: Weil die Deutschen weniger neue Flugzeuge anschaffen als Emirates, können die Araber deutlich schneller wachsen und ihren Kunden an Bord modernsten Komfort anbieten.

Was würde sich ändern? Bislang können Vielflieger mit ihren gesammelten Meilen Tickets für Familienmitglieder und Freunde kaufen. Bereits erworbene Tickets dürfen aber nicht auf andere Namen umgeschrieben werden. Sollte mit Meilentickets in Zukunft gehandelt werden dürfen, dann würde sich das in der Bilanz von Lufthansa niederschlagen. Laut dem Handelsblatt verbucht der Konzern beim Verkauf eines Tickets die Meilengutschrift als Umsatz, für den die Leistung erst noch erbracht werden muss. Vergangenes Jahr belief sich die Verpflichtung auf 1,66 Milliarden Euro, insgesamt verfügten Lufthansa-Kunden über 205 Milliarden Bonusmeilen.

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Meilen, die voraussichtlich verfallen, müssen nicht angesetzt werden und an dieser Stelle liegt einer der Knackpunkte: Ist es möglich Meilen weiterzuverkaufen, so werden weniger Meilen verfallen, und die Verpflichtungen steigen. Lufthansa bestätigt gegenüber dem Handelsblatt mögliche bilanzielle Folgen. Es wird in der Branche davon ausgegangen, dass bis zu 30 Prozent der Meilen verfallen.

Bei den Kunden sorgt das Miles & More-Programm noch an anderen Stellen für Frust: Klagen über strengere Vorgaben beim Einlösen der Meilen wachsen. Lufthansa kennt die Probleme - aus der Konzernzentrale heißt es allerdings, dass im ersten Halbjahr diesen Jahres mehr Tickets über Meilen verkauft wurden sein als im gleichen Zeitraum 2012.

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