Musikindustrie: Streaming-Dienste - Retter in Nöten

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Musikindustrie: Streaming-Dienste - Retter in Nöten

von Rüdiger Kiani-Kreß und Peter Steinkirchner

Musik auf Abruf boomt. Doch Apple setzt die Anbieter weiter unter Druck.

Nichts zaubert Managern der Plattenbranche so sicher Glanz in die Augen wie der Gedanke an Streaming. Denn kein Teil des Musikgeschäfts wächst schneller als Internet-Seiten, auf denen sich Fans ihr Programm aus 20 Millionen Titeln zusammenstellen können, dafür Werbung erdulden oder sich für bis zu zehn Euro im Monat freikaufen. In Deutschland dürfte der Umsatz 2013, drei Jahre nach dem Start, mit 54 Millionen bereits zwölf Prozent des Geschäfts mit digitaler Musik ausmachen. In Schweden hat Marktführer Spotify 60 Prozent der 9,5 Millionen Einwohner als Kunden.

Die Plattenfirmen lieben das Angebot, weil es Extrageld bringt. „Es gibt keinen Beleg, dass Streaming zulasten von CD-Verkäufen oder bezahlten Downloads geht“, sagt Alexander Berrai, Prokurist von Simfy, dem nach Spotify zweitgrößten Streaming-Dienst in Deutschland. Im Gegenteil. Untersuchungen zeigen, dass Streaming Piraterie verdrängt, weil das Gros der Nutzer zuvor für Musik gar nicht zahlte. Dazu sind die Einnahmen planbarer als beim Verkauf. Auf Seiten wie iTunes und Amazon schaffen nur 20 Prozent des Angebots spürbaren Umsatz. Doch beim Streaming werden 80 Prozent des Katalogs gehört und bringen Geld.

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Doch der vermeintliche Retter der Branche gerät unter Druck. Musiker beklagen die für sie zu geringen Ausschüttungen. Weil es zu viele Anbieter gibt und diese eilig in möglichst viele Länder drängen, verdient keiner Geld. So schrieb Spotify nach einer Expansion in 32 Länder 2012 bei 580 Millionen Dollar Umsatz 78 Millionen Verlust.

Und die größte Herausforderung für Spotify und Co. kommt noch. Seit September bietet der Computerriese Apple in den USA ein vergleichbares Produkt. Bis zu 100 Länder sollen folgen. „Die sind der 800-Pfund-Gorilla der Branche“, schwant es einem Musikmanager, „wo die sind, wird es für andere eng.“

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