Nach Beinahe-Absturz: Lufthansa baut heimlich Flugzeuge um

Nach Beinahe-Absturz: Lufthansa baut heimlich Flugzeuge um

Nach dem Beinahe-Absturz eines Flugzeugs der Lufthansa-Billigtochter Germanwings vor knapp zwei Jahren arbeitet der Mutterkonzern an einem Warnsystem für giftige Kabinenluft. Zudem habe das Unternehmen unbemerkt eine Reihe technischer Veränderungen an ihren Triebwerken vornehmen lassen.

Bei dem Vorfall waren die beiden Piloten im Landeanflug durch belastete Kabinenluft beinahe in Ohnmacht gefallen. Grund waren offenbar giftige Öldämpfe - darauf deuten nach Informationen des Magazins interne Dokumente aus dem Lufthansa-Konzern hin. In der "Welt am Sonntag" räumte die Lufthansa Probleme mit kontaminierter Kabinenluft ein. Mehrmals habe die Fluggesellschaft Triebwerke bei ihren A380 wechseln müssen, weil es zu Geruchs-Vorfällen in Cockpit oder Kabine gekommen sei, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.


Gleichzeitig wies der Sprecher in der Zeitung darauf hin, dass dies "in der überwiegenden Mehrzahl" aufgrund der "routinemäßigen Wartung" geschehen sei. "Speziell auf den Airbus A380 bezogen befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit", ergänzte Lamberty. Der Konzern nehme das Problem "sehr ernst".

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Laut "Spiegel" hat die Lufthansa unbemerkt eine ganze Reihe technischer Veränderungen an ihren Triebwerken vornehmen lassen, insbesondere beim Riesenflieger A380, bei dem es auf der Singapur-Strecke häufiger zu sogenannten Fume-Events gekommen sei. Zusammen mit dem Triebwerkhersteller Rolls-Royce seien in den Antriebsaggregaten spezielle Bleche eingezogen worden, die austretendes Öl vom Ansaugstutzen der Kabinenluftanlage weglenken sollen. "Techniker checken in engem Abstand, ob etwa Öl zu finden ist, und entfernen geringste Mengen", sagt Lufthansa-Sprecher Lamberty dem Magazin. Ein Fraunhofer-Institut sei beauftragt worden, ein Analysegerät zu entwickeln, um genauere Messwerte über mögliche Schadstoffe in der Kabine zu erhalten.


Ein Germanwings-Airbus war im Dezember 2010 offenbar knapp einer Katastrophe entgangen. Aus einem Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) ging hervor, dass beide Piloten beim Landeanflug auf den Flughafen Köln im Cockpit einen ungewöhnlichen Geruch wahrnahmen und danach unter anderem über Schwindel, Übelkeit, Taubheitsgefühle und Konzentrationsschwierigkeiten klagten. Trotz des Einsatzes von Sauerstoffmasken sei der Co-Pilot nicht mehr in der Lage gewesen, die Maschine sicher zu landen, und auch der Pilot habe sich sehr schlecht gefühlt.

Germanwings selbst sprach von einem Vorfall, bei dem Passagiere und Personal an Bord der betroffenen Maschine nicht gefährdet gewesen seien. Der Flugkapitän habe der Fluggesellschaft versichert, "zu jeder Zeit alles unter Kontrolle" gehabt zu haben, sagte ein Sprecher am Freitag. Zwar habe der Pilot "kurzfristig leichte Beeinträchtigungen gespürt", diese seien aber sofort nach Aufsetzen der Sauerstoffmaske gewichen.

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