Nach Sky-Übernahme: Wird die Bundesliga teurer?

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KommentarNach Sky-Übernahme: Wird die Bundesliga teurer?

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Die Übernahme von Sky Deutschland wird BSkyB Vorteile bei der Produktion von Werbung und bei der Entwicklung neuer Angebote für Abonnenten bescheren.

von Peter Steinkirchner

Bezahlfernsehsender BSkyB will Sky Deutschland komplett übernehmen und auch Sky Italia schlucken. Was die Übernahme für die Kunden bedeutet.

Der britische Bezahlfernsehsender BSkyB will sich sein Schwesterunternehmen Sky Deutschland komplett einverleiben. Die Briten wollen dem bisherigen Sky-Mehrheitseigner, dem US-Medienkonzern 21st Century Fox, seinen Anteil für umgerechnet gut 3,65 Milliarden Euro abkaufen, die übrigen Aktionäre sollen für 6,75 Euro je Aktie ausgekauft werden, kaum mehr als das Papier zuletzt an der Börse kostete.

Gleichzeitig will BSkyB auch Sky Italia schlucken und legt dafür weitere 2,6 Milliarden Euro auf den Tisch – in der Summe also immerhin mehr als sechs Milliarden Dollar, die in die Kassen von 21st Century Fox fließen und dort einem weit höheren Ziel dienen dürften, als zur Konsolidierung des europäischen Bezahlfernsehmarktes beizutragen. Das tut dieser Schachzug nebenbei natürlich: Das Sky-Trio kommt in Europa künftig auf gut 20 Millionen Abonnenten.

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Übernahme BSkyB präsentiert Angebot für Sky Deutschland

Der britische Bezahlfernsehsender will sein deutsches Schwesterunternehmen übernehmen. Ein europäischer Pay-TV-Riese könnte entstehen.

Der Pay-TV-Anbieter BSkyB (British Sky Broadcasting) hat ein Übernahmeangebot für Sky Deutschland abgegeben. Quelle: dpa

Es ist absehbar, dass die größere Einheit künftig auf vielen Feldern Vorteile hat: Allein schon bei der Werbung, die sich gemeinsam produzieren lässt, bei der Entwicklung neuer Angebote für Abonnenten wie dem mobilen Service Sky Go oder auch bei der Produktion eigener TV-Serien oder auch von Filmen. Möglich gewesen ist das auch schon vorher und fand auch bereits statt. Doch unter einem gemeinsamen Dach dürfte es künftig noch leichter sein.

Hinzu kommt ein größeres finanzielles Polster, das den Ländertöchtern bei dem immer härter werdenden Kampf um attraktive Film- und vor allem Sportrechte helfen dürfte. Wie hart die Schlacht etwa um Fußballrechte längst ist, musste BSkyB in England erfahren, als der Telekommunikationsriese BT ihnen die Premier League-Rechte wegschnappte.

Auch Sky in Deutschland muss immer wieder aufs Neue darum bangen, die Bundesliga-Rechte zu bekommen. Gemeinsam dürften die Sky-Sender auch noch bessere Karten gegenüber Angreifern wie Netflix haben, die sich mit Streaming-Angeboten hierzulande einen teil des TV-Kuchens sichern wollen. Das dürfte nach dem Deal noch schwerer werden.

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Für Kunden dürfte der Deal indes zunächst keine größeren Konsequenzen haben, es sei denn, noch mehr Programm-Auswahl. Teurer werden dürften die Abo-Pakete nicht, zumal Sky um jeden einzelnen Kunden buhlt und es sich wahrscheinlich auch deshalb derzeit mal wieder mit vielen Kneipenwirten verscherzt, indem es die Abo-Preise für sie anhebt. Ein Ziel dürfte sein, mehr Privat-Abos zu verkaufen.

Sky-Chef Brian Sullivan sieht sich bei der Zahl der Abonnenten längst nicht am Ziel. Er wäre mit dem Hammer getauft, würde er seine aktuellen Kunden mit höheren Preisen vergraulen, in einer Phase, wo die Konkurrenz wie eben Netflix oder Amazon nur darauf wartet, die Kundschaft einzusammeln.

Doch hinter dem Kauf steckt noch mehr: Die paar Milliarden Euro mehr kann Medienzar Rupert Murdoch ganz gut gebrauchen, um ein weiteres Übernahmeangebot für den Konkurrenten Time Warner zu füttern. Murdochs erste Offerte von 80 Milliarden Dollar, umgerechnet 59 Milliarden Euro, hatten die New Yorker abblitzen lassen. Kein Beobachter rechnet damit, dass sich Murdoch damit zufrieden gibt und seiner Wege zieht.

Zu sehr beschäftigt dürfte den 83-Jährigen die Frage umtreiben, wie er sein in Jahrzehnten gewachsenes Imperium für die Zukunft sichern kann. Angesichts der Aber-Milliarden in den Kriegskassen der Technologie- und Internetriesen sieht auch der alte Murdoch das Heil seines Konzerns ganz offensichtlich in der Größe, im Zusammenraffen möglichst vieler Medieninhalte und Marken als Bollwerk gegen die Gefahr, selber womöglich eines Tages zum bloßen Spielball eines ganz großen Spiels zu werden.

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