Nachrichtenmagazin: Büchner neuer Doppel-Chef beim Spiegel

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Nachrichtenmagazin: Büchner neuer Doppel-Chef beim Spiegel

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Wolfgang Büchner wird neuer Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und dessen Web-Ausgabe "Spiegel Online".

von Peter Steinkirchner

Der Noch-Chefredakteur der dpa, Wolfgang Büchner, verantwortet zukünftig die Print- und Online-Version des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Vor welchen Herausforderungen er und das Magazin stehen.

Will sie in Zukunft mal beim "Spiegel" nach dem Rechten sehen, hat es Julia Jäkel nicht weit: Wenn sie stramm geht, gelangt sie zu Fuß in gut 20 Minuten von der Zentrale des Verlags Gruner+Jahr zum "Spiegel"-Hauptquartier an der Ericusspitze in Hamburg. Die beiden Häuser, vor wenigen Wochen für ein Beben in der Medienbranche sorgten, verbindet weit mehr als ihre Lage mit Hafenblick.

Gruner hält 25,5 Prozent an der Spiegel-Gruppe. Und um die will sich Jäkel, die mit dem Segen von Mehrheitseigner Bertelsmann gerade zur alleinigen Chefin bei Gruner ("Stern", "Geo") aufsteigt, künftig selbst kümmern. Immerhin einen Haken machen kann Jäkel nun schon mal hinter eine der wichtigsten Personalien auf ihrer Agenda: Heute gab der Spiegel Verlag bekannt, dass Wolfgang Büchner, bislang noch als Chefredakteur in Diensten der Nachrichtenagentur dpa neuer Chefredakteur für "Spiegel" und Spiegel Online wird. Auf Jäkels Liste dürften jedoch weitere Posten stehen, so vor allem die Fahndung nach Einsparmöglichkeiten und die Zusammenarbeit etwa in der Anzeigenvermarktung.

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Das scheint nötig. Denn der Jahresumsatz der Spiegel-Gruppe sank 2012 auf 307 Millionen Euro. Auch der Gewinn - 2011 laut Bundesanzeiger noch 43 Millionen Euro - dürfte geschrumpft sein. Ein Grund ist der Auflagenrückgang beim "Spiegel" (siehe Grafik). Ein weiterer ist das zehnprozentige Minus 2012 bei den Anzeigen. Die Gruppe will nun sparen, hat zuletzt 40 von 120 Mitarbeitern der Film- und Fernsehsparte Spiegel-TV gekündigt, weitere Trennungen sollen folgen. Ende Mai wird der Wochentitel "New Scientist" eingestellt.

Auflage und Umsätze schwinden. (zum vergrößern bitte anklicken)

Auflage und Umsätze schwinden.

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Jäkel wird auch auf eine Entscheidung drängen, wie eng die 230 Redakteure des darbenden Printtitels mit ihren gut 130 Kollegen des erfolgreichen Web-Angebots Spiegel Online, das manche im Haus mehr als Konkurrenten betrachten, zusammenarbeiten. In dem Zusammenhang stellt die Berufung Büchners klar Weichen: Er ist in Personalunion Chef des gedruckten Magazins wie auch des erfolgreichen Online-Auftritts. Büchner wird entsprechend ein gehöriges Wörtchen mitsprechen, wenn es um die in vielen deutschen Verlagshäusern geführte Debatte geht, ob und wie eine Online-Bezahlschranke eingeführt wird und wie Magazin- und Online-Redaktionen künftig zusammenarbeiten.

Über diesem lange schwelendem Streit verlor der "Spiegel" vor wenigen Wochen seine bisherigen Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron. Deren Entlassung war jedoch eher Symptom für die Lage als hilfreiche Medizin. Denn tatsächlich geht es der Konkurrenz kaum anders: "Die Zeit der Titel mit Millionenauflage neigt sich dem Ende zu", sagt Christof Baron, Deutschland-Chef der Mediaagentur Mindshare. "Gleichzeitig geht die Erosion im Werbemarkt weiter."

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