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Kommentar Nachtflugverbot: Nachtflugverbot bleibt und birgt Gefahren

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen bestätigt. Das Urteil könnte Signalwirkung haben - eine weitere Verschärfung wäre eine Gefahr für die deutsche Luftverkehrsbranche.

Fluglärm belastet die Gesundheit, das haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Wer etwa über Jahre hinweg einem hohen Fluglärm-Pegel ausgesetzt ist, hat ein höheres Herzinfarkt-Risiko als Menschen ohne diese Schallbelastung. Doch wie entsteht Fluglärm eigentlich? Und was tun Hersteller und Flughafenbetreiber, um die Belastungen zu reduzieren? Ein Überblick.

Bild: dpa

Wohl kaum einen Termin haben Lufthansa-Chef Christoph Franz und der Chef der Frachtabteilung Karl Garnadt so sehr erwartet wie den heute vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Mit der Entscheidung, dass am Frankfurter Flughafen zwischen 23 Uhr nachts und fünf Uhr morgens keine Flugzeuge mehr starten und landen dürfen, geht es aus Sicht der beiden um nicht weniger als den Bestand wesentlicher Teile des Logistikgeschäfts. Dazu gehört auch die die Frage, ob die Lufthansa nicht ihre ganze Frachterflotte mit ihren derzeit 18 Maschinen und fünf Neubestellungen still legt, weil die sich nur rechnen, wenn sie Nachts nach Produktionsschluss der Fabriken fliegen dürfen.

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Internationales Drehkreuz

Dabei geht es für Franz und Garnadt nicht nur um den profitabelsten Teil von Europas größter Fluglinie. Für alle deutschen High-tech-Unternehmen mit eiligen Lieferungen ist es auch die wichtigste Verbindung zur Welt. Nun brechen die Lieferketten ab, die Arbeitsplätze vor allem der vielen Hundert Verlader an Deutschlands größtem Flughafen gehen verloren, weil die Güter dann künftig über Amsterdam, Paris oder gar Dubai in die Welt gebracht werden.

Die Erlaubnis, den Frankfurter Flughafen in seiner Kapazität um fast die Hälfte auszubauen, war ein fester Teil des sogenannten Mediationskompromisses. Bei dieser in jahrelangen Verhandlungen ausgehandelten Vereinbarung zwischen der Luftfahrtbranche, den Kommunen und den Anwohnern mussten alle Seiten Opfer bringen. Lufthansa und der Flughafen Frankfurt verzichteten auf einen Teil der Flüge und damit auf Umsatz und Gewinn. Die Anwohner  hingegen opferten einen Teil ihrer Nachtruhe gegen die Zusage, statt nachts wie bisher im Schnitt alle gut fünf Minuten überflogen zu werden  zumindest in der sogenannten Mediationsnacht zwischen 23 und 5 Uhr Ruhe zu haben – und dafür weiterhin in einer Wachstumsregion mit sicheren Arbeitsplätzen zu leben.

Darum war es mehr als fahrlässig, an dem Nachtflugkompromiss zu rütteln. Denn wenn die Lufthansa und der Flughafen glaubten, sich um einen Teil des Kompromisses drücken zu können, warum sollten die Anwohner nicht auch ihr Entgegenkommen zurückziehen und eine Schließung des Flughafens zwischen 22 und sechs Uhr morgens fordern. Zudem gilt: die Folgen eines Nachtflugverbots in der heutigen Form sind sicher unangenehm. Aber ein Drama sind sie nicht. Nicht für die Lufthansa und schon gar nicht für den Frankfurter Flughafen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.04.2012, 21:27 UhrHamick

    Kann sich hier noch jemand daran erinnern, welche Apokalypse nach der Concorde-Exposion in Paris mit der daraus folgenden Einstellung der Überschall-Interkontinentalflüge prophezeit wurde?

    Mindestens der Zusammenbruch der transatlantischen Wirtschaftszusammenarbeit, wenn nicht der Weltwirtschaft wurde vorhergesagt.

    Geht´s auch in etwas kleinerer Münze, bitte?

  • 04.04.2012, 17:52 UhrGoetz

    Jawohl,auch am Tag verbieten,auch die Eisenbahn,das/die Autos - einfach alles was Krach macht!Zurück zu Fuß,höchstens ein Fahrrad.
    Aber die Kläger gegen den Krach,sind die,die durch ihr Verkehrsverhalten (z.Bsp.Urlaubfliegen über 20.000 km usw.)am meisten Krach machen und ein Gericht gibt denen noch Recht.
    Zurück zu Fuß,zu Pferd .....mal sehen wie dann unser Wolhlstand aussieht und was dann die Klagenden sagen werden - Gericht nehme dies bitte zu Protokoll!

  • 04.04.2012, 13:53 Uhrhelago

    In Ihren Augen hat sich in Deutschland eben ALLES den Firmen unter zu ordnen, damit der maximale Profit bleibt, respektive größer wird. Ich empfehle Ihnen: kaufen Sie sich doch ein Haus in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens...
    Ach ja, vielleicht sollten die Lufthanseaten mal mit Emirates kooperieren, anstatt sich immer nur über die Bevorzugung der Araber zu lamentieren.

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