Nahverkehr: Deutsche Bahn prüft Ausbau von Fernbuslinien

exklusivNahverkehr: Deutsche Bahn prüft Ausbau von Fernbuslinien

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn kämpft gegen den Verlust von Marktanteilen im Schienenpersonennahverkehr und prüft, wo Buslinien den Schienenverkehr sinnvoll ergänzen könnten.

Die Deutsche Bahn reagiert auf den Boom privater Fernbus-Betreiber in Deutschland und prüft den Ausbau eigener Fernbuslinien. Manfred Rudhart sagte der WirtschaftsWoche: „Meine Kollegen von DB Fernverkehr prüfen gerade, welche Busstrecken die ICE- und Intercity-Verbindungen der Deutschen Bahn sinnvoll ergänzen könnten.“ Weitere Strecken durch Deutschland „schließe ich nicht aus“, so Rudhart.

Die Pläne der Deutschen Bahn für einen Ausbau der Fernbusstrecken sind damit offenbar weiter gediehen als bisher angenommen. Bislang hatte der Konzern behauptet, dass man die Entwicklungen des Fernbusmarktes „beobachten“ wolle. Eine Zeitlang hieß es gar, die Bahn wolle sich nicht weiter engagieren, obwohl sie unter der Marke "Berlin Linien Bus" (BLB) bereits seit Jahren Fernbus-Linien vor allem nach Berlin anbietet. Der Aufbau einer neuen Strecke innerhalb Deutschlands erfolgte dann erstmals im April dieses Jahres, als die Bahn unter der Marke „IC Bus“ die Strecke zwischen München und Freiburg startete. Weitere Strecken dürften bald folgen.

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Deutsche Bahn verliert Marktanteile

Im vergangenen Jahr hat die Bahn-Tochter DB Regio fast jede zweite Ausschreibung im Nahverkehr verloren. „Unsere Gewinnquote liegt in diesem Jahr bisher deutlich unter 50 Prozent“, sagte Manfred Rudhart gegenüber der WirtschaftsWoche. Rudhart ist seit Mai dieses Jahres neuer Vorstandsvorsitzender von DB Regio. „Damit bin ich selbstverständlich nicht zufrieden. Das heißt: Wir müssen schlanker, besser und effizienter werden.“

Rudhart kündigte im Interview weitere Sparmaßnahmen an. DB Regio senkte in den vergangenen Jahren die Kosten zwar bereits um mehr als 20 Prozent. „Wir dachten eigentlich, das würde reichen. Aber wir müssen noch günstiger anbieten, ohne die Qualität aufs Spiel zu setzen.“ Dabei sei aber kein Personalabbau geplant. „Wir stellen viele kleine Hebel um, die in der Summe wirken. Wir setzen dabei auf das Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters in diesem Prozess.“ So konnte die Bahn durch optimierte Zugumläufe die Effizienz in einigen Regionen um drei Prozent steigern.

Rudhart zeigte sich optimistisch, mittelfristig bei Ausschreibungen wieder bei einer Gewinnquote von 70 Prozent zu landen. Das wäre nötig, um den Marktanteil von DB Regio, der laut aktuellem Wettbewerbsbericht der Bahn bei 75 Prozent liegt, in etwa zu halten. DB Regio sieht sich eigenen Angaben zufolge aber deutlichen Nachteilen ausgesetzt. „Trotz Branchentarifvertrag gibt es weiter einen Lohnabstand“, sagte Rudhart. Außerdem beschäftige das Unternehmen im Vergleich mehr ältere Mitarbeiter, die teurer sind. „Ziel muss es sein, dass das Personal bei Betreiberwechseln zu gleichen Bedingungen zum neuen Unternehmen übergeht.“

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