Neue Regel für Passagiere: Flugbegleiter wollen Handynutzung im Flieger verbieten

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Neue Regel für Passagiere: Flugbegleiter wollen Handynutzung im Flieger verbieten

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Ein ausgeschaltetes Handy in einem Flugzeug.

Smartphones und Tablets könnten bei Turbulenzen durch die Kabine fliegen, Passagiere verletzen und Evakuierungen verzögern. Bei Start und Landung soll deren Nutzung daher untersagt werden.

Leidgeplagte Flugreisende schöpften erst Ende September Hoffnung: Das generelle Verbot der Nutzung von elektronischen Geräten und Internet-Verbindungen auf Flugreisen wurde aufgehoben. Nach der US-Flugsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) teilte auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) mit, dass sie es künftig den einzelnen Airlines überlasse, ob ihre Passagiere via Smartphones und Tablets etwa im Internet surfen dürfen.

Fluggesellschaften wie die Lufthansa begrüßten den Liberalisierungsschritt und wollen ihren Kunden rasch die volle Nutzung elektronischer Geräte an Bord ermöglichen. Doch nun regt sich in den USA Widerstand.

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Die größte Flugbegleiter-Gewerkschaft der USA, die Association of Flight Attendants (CWA), will Flugreisenden per Gerichtsentscheid verbieten, während der Start- und Landungsphase mobile Geräte zu nutzen. Allerdings nicht wegen der üblichen technischen Bedenken, das sich Handystrahlung und Bordelektronik in die Quere kommen könnten, sondern wegen der Sicherheit an Bord.

Ungewöhnlicher Zusatzservice der Fluglinien

  • Last-Minute-Upgrade

    Bei Delta in den USA verkaufen die Flugbegleiter an Bord mithilfe ihrer Tablet-Computer Upgrades für die letzten freien First-Class-Sitze, in der Regel für weniger Geld als bei einer frühzeitigen Buchung.

  • Koffer nach Hause

    Für 30 Dollar liefern American Airlines und US Airways innerhalb von vier Stunden nach der Landung in den USA den Koffer ins Hotel oder nach Hause, damit sich die Kundschaft das Warten am Band sparen kann.

  • Genuss am Himmel

    Bei Langstreckenflügen aus Paris bietet Air France neben dem kostenlosen Standardessen fünf weitere Menüs der traditionellen französischen Küche, von Bio bis zur 28 Euro teuren, viergängigen „Sélection“ des Gourmettempels „Maison Lenotre“ aus Paris. Kurzentschlossene Genießer können über den -À-la-Carte-Service von Austrian Airlines noch eine Stunde vor Abflug beim Wiener Edelcaterer Do & Co für 15 Euros Tapas, Salate und natürlich Wiener Schnitzel mit Vor- und Nachspeise ordern.

  • Kindermenü für einen Penny

    Bestellen Eltern beim britischen Ferienflieger Jet2.com eine Mahlzeit (ab umgerechnet 9,50 Euro), bekommen ihre Kinder das Menü für einen Penny. Damit die Eltern nicht vergessen zu bestellen, erinnert sie die Linie rechtzeitig vor dem Abflug mit einer Mail, wie lang der Flug ist.

  • Bequemer zum Flieger

    Zum „Roter Teppich“ genannten Paket des malaysischen Billigfliegers Air Asia gehört für umgerechnet 25 Euro freies WLAN am Flughafen, eine schnellere Pass- und Sicherheitskontrolle und das Versprechen, dass der Koffer bei Ankunft zuerst auf das Gepäckband rollt.

  • Extra-Flatrate

    Für eine Pauschale von 199 Dollar können die Kunden bei Delta drei Monate lang auf jedem Flug innerhalb der Vereinigten Staaten ohne Zusatzgebühr einen Koffer aufgeben und zusätzlich als Erste ins Flugzeug einsteigen. Darüber hinaus bekommen sie außerdem Sitze mit mehr Platz und zusätzliche Meilen im Bonusprogramm.

  • Serviceclub

    250 Euro verlangt der spanische Billigflieger Vueling für zehn Lounge-Besuche, schnellere Sicherheitskontrollen und das Recht, als Erster einzusteigen. Beim ungarischen Ultra-Geizflieger Wizzair bekommen Mitglieder des Discount Clubs für knapp 30 Euro Jahresgebühr immer mindestens zehn Euro Rabatt auf alle Tickets außer den allerbilligsten.

  • Laden an Bord

    In ihren Airbus A380-Superjumbos bietet Korean Air statt der bei anderen üblichen Bar einen Duty-free-Laden mit 64 Artikeln. In den Regalen gehalten werden die zollfreien Waren von kleinen Magneten – damit die teuren Parfüms und Cremes bei Turbulenzen nicht herumfliegen.

  • Kaufhaus im Vordersitz

    Über sein Bordunterhaltungssystem verkauft der US-Billigflieger Virgin America ein Schlafset mit Kissen und Decke für neun Dollar sowie Schmerz- und Schlaftabletten für vier Dollar. Die Rechnung begleichen die Passagiere am Ende des Fluges am Bildschirm per Kreditkarte.

  • Nie mehr Kofferverlust

    Die australische Qantas verkauft für umgerechnet 40 Euro einen Gepäckanhänger, der dank RFID-Technik immer zeigt, wo der Koffer gerade ist. Ein ähnliches System erprobt auch British Airways.

In der Klage gegen die US-Flugsicherheitsbehörde (FAA) argumentieren die Flugbegleiter, dass es gesetzlich vorgeschrieben sei, schwere Handgepäcksstücke in den Stauräumen abzulegen. Für Handys, Tablets und E-Book-Reader sollte es nach Auffassung der US-Flugbegleiter keine Ausnahmen geben.

In mindestens einem Fall sei nämlich schon ein Tablet-PC durch die Kabine eines Flugzeugs geflogen, als Turbulenzen auftraten. Das könne zu schweren Verletzungen führen. Zudem befürchten die Flugbegleiter, dass sich Evakuierungen verzögern könnten, weil Passagiere ihre Geräte unbedingt mitnehmen möchten.

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Die Lufthansa teilte auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online zwar die Sorge der Flugbegleiter, dass elektronische Geräte generell bei Evakuierungen den Weg versperren könnten. Das betreffe aber nur größere Geräte wie Laptops und Notebooks. Handliche Smartphones oder Tablets würden aufgrund ihres geringen Gewichts keine Gefahr darstellen.

„Solange die Geräte in die Sitztasche passen, sind sie sicher“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft des Kabinenpersonals Ufo. Die Gewerkschaft Verdi, die etwa die Flugbegleiter der Air Berlin vertritt, will den angekündigten Ausbau der Nutzungsmöglichkeiten von Handys und Smartphones auf Flugreisen erst einmal abwarten. Bis jetzt sei es jedenfalls noch nicht zu sicherheitsgefährdenden Situationen mit elektronischen Geräten an Bord gekommen.

Die US-Flugbegleiter hoffen darauf, dass ein Urteil auch die Anzahl und Intensität der Diskussionen mit den Passagieren mindert. Was Flugreisende dürfen und was nicht, entscheidet aber letztlich die jeweilige Cockpit-Crew im Einzelfall selbst.

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