Neuer Michelin-Führer: Deutschland kocht auf höchstem Niveau

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Neuer Michelin-Führer: Deutschland kocht auf höchstem Niveau

von Thorsten Firlus

Keiner raus, keiner rein, an der Spitze keine Veränderung. 11 Restaurants in Deutschland durften sich im aktuellen Jahr mit drei Sternen des Guide Michelin zieren. Und dürfen das auch kommendes Jahr tun.

Sämtliche Gerüchte, dieser oder jener Koche dürfe doch mit dem heiß begehrten dritten Michelin-Stern dran sein, erwiesen sich als falsch: Die Tester aus Karlsruhe bleiben bei den alten Bewertungen. In der zweitbesten Kategorie ist ein wenig Bewegung. Es dürfen sich das Brenners Park Park-Restaurant in Baden-Baden, das Ammolite in Rust und das EssZimmer in München erstmals über den zweiten Michelin-Stern freuen. So weit, so langweilig.

Wäre da nicht der internationale Vergleich. Mit zusammen elf Drei-Sterne-Restaurants, nun 38 Zwei-Sterne-Restaurants und 233 mit einem Stern liegt Deutschland weit vorne. Frankreich liegt laut der Ausgabe 2014 mit 27 mal drei, 79 mal zwei und 504 mal einem Stern in Europa an der Spitze. Nach Deutschland auf Platz zwei folgt die iberische Halbinsel mit Spanien und Portugal.

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Außerhalb Europas ist es Japan, das allein mit 13 Dreisternern in Tokio (Ausgabe 2015) ein besonders attraktives Reiseziel für Gourmets ist. Denn das ist die Bedeutung der drei Sterne für den Führer, der seine Wurzeln im Reifengeschäft hat und zu Beginn Reisenden Tipps für Restaurants mit an die Hand geben wollte. Und drei Sterne heißt: Das ist eine Reise wert.

Essen auf höchstem Niveau

Die Tester um den Chefredakteur Michael Ellis bestätigen Deutschland damit erneut, von Nord bis Süd ein kulinarisch attraktives Reiseland zu sein. Von Lübeck (Kevin Fehling im La Belle Epoque) über das Rheinland (Joachim Wissler im Vendôme in Bergisch Gladbach) bis zum Tegernsee (Christian Jürgens im Überfahrt) ist in Deutschland - mit Ausnahme der Bundesländer im Osten - Essen auf höchstem Niveau möglich. Lediglich das Falco in Leipzig ist dort mit zwei Sternen ausgezeichnet.

Deutsche Restaurants mit drei Michelin-Sternen

  • Bareiss

    Bareiss im Hotel Bareiss in Baiersbronn / Claus-Peter Lumpp

  • Schwarzwaldstube

    Schwarzwaldstube in der Traube-Tonbach, Baiersbronn / Harald Wohlfahrt

  • Vendôme

    Vendôme in Bergisch-Gladbach/ Joachim Wissler

  • La Belle Epoque

    La Belle Epoque in Lübeck / Kevin Fehling

  • Amador

    Amador in Mannheim /Juan Amador

  • La Vie

    La Vie in Osnabrück / Thomas Bühner

  • Victor’s Gourmet Restaurant Schloss Berg

    Victor’s Gourmet Restaurant Schloss Berg in Perl / Christian Bau

  • Überfahrt

    Restaurant Überfahrt in Rottach-Egern / Christian Jürgens

  • Gästehaus Klaus Erfort

    Gästehaus Klaus Erfort in Saarbrücken

  • Waldhotel Sonnora

    Waldhotel Sonnora in Wittlich/Dreis / Helmut Thieltges

  • Aqua

    Aqua in Wolfsburg / Sven Elverfeld

Bis auf Berlin. In der Hauptstadt ist Bewegung wie in keiner anderen Stadt Deutschlands. Mit Pierre Gagnaires „Les Solistes“ (1 Michelin-Stern) im Waldorf Astoria oder Cinco by Paco Perez (1 Michelin-Stern) sind zwei internationale Starköche mit Dependancen in der Stadt vertreten. Und die heimischen Köche ruhen nicht. Mit gleich fünf Restaurants mit zwei Michelin-Sternen (Facil, Fischers Fritz, Lorenz Adlon Esszimmer, reinstoff, Tim Raue) liegt Berlin vor München, Köln oder Hamburg.

Da in Berlin im Hartmann’s (Restaurant geschlossen) nur ein Stern gestrichen, aber mit a.choice und Frühsammers Restaurant zwei erstmals einen Stern erkocht haben, ist die Bilanz der Hauptstadt sogar besser als im Vergleich zum Frühjahr.

Spektakuläre Abwertungen nehmen die Michelin-Tester in der neuen Ausgabe nicht vor. Dieter Kaufmann von der Traube in den Grevenbroich hat mit 77 Jahren dieses Jahr sein Restaurant geschlossen. Die Homepage der Frankfurter Villa Merton, (vormals 2 Sterne) zählt per Countdown die Tage, bis Küchenchef Matthias Schmidt dort den Herd ausstellt – Stichtag 6. November sind es noch 42.

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Andere ändern ihr Konzept – wie die Backnanger Stuben (vormals 1 Stern) im gleichen Ort, die sich als Steakrestaurant neu positionieren. Auch der Sylter Koch Jörg Müller plant Anfang 2015 sein Restaurant mit einem neuen, zeitgemäßen Konzept wieder zu eröffnen und hat laut Sylter Rundschau alle Tester und Führer gebeten, sein Restaurant nicht länger zu bewerten. Wie so ein Restaurant aussehen kann, weiß Müller. Unter dem gleichen Dach betreibt er ohne Beobachtung der Tester sein Restaurant Pesel.

Die Michelin-Tester, die traditionell ihre Urteile nicht begründen, haben mit ihren diesjährigen Bewertungen die guten Leistungen bestätigt. Aber der von vielen schon fast erwartete neue Regen an Höchstbewertungen ist ausgeblieben, ebenso wie eine umfassende Abwertung von bestehenden Betrieben.

Für die Gäste heißt das: Weiterhin gibt es flächendeckend herausragende Restaurants. Für die Köche heißt das: Sie müssen von sofort an wieder 365 Tage zittern.

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