Nur München kostendeckend: Viele Städte können sich Straßenbahnen nicht mehr leisten

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exklusivNur München kostendeckend: Viele Städte können sich Straßenbahnen nicht mehr leisten

von Christian Schlesiger

Den Kommunen fällt es immer schwerer, die Defizite des Öffentlichen Nahverkehrs auszugleichen. Insbesondere kleinere Städte in krisengeschüttelten Regionen wie dem Ruhrgebiet, die gleichzeitig ein teures Straßenbahnnetz unterhalten müssen, leiden unter hohen Betriebs- und Sanierungskosten.

„Das größte Problem sind die hohen Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur“, bestätigt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „An Mülheim lässt sich erkennen, dass sich die angespannte Lage bei der kommunalen Infrastrukturfinanzierung gerade dramatisch zuspitzt.“
Die Ruhrgebietsstadt mit 168.000 Einwohnern prüft derzeit, ob sie sich ihr Straßenbahnnetz noch leisten kann. Notwendige Ersatzinvestitionen in neue Waggons wurden schon drastisch gekürzt. Mülheim leidet wie viele andere Städte im Ruhrgebiet oder anderen Krisenregionen darunter, dass die teure Infrastruktur vorhanden ist und erneuert werden muss, aber die Haushaltskassen leer sind.

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So kann Mühlheim die Kosten des ÖPNV nur zu 50 bis 60 Prozent aus den Fahrgasteinnahmen decken. Das ist nach einer Umfrage der WirtschaftsWoche einer der schlechtesten Werte in Deutschland. Ähnlich schlecht ist die Kostendeckung nur noch in Essen, Duisburg, Oberhausen und Augsburg.

Innovationen Die Gondel soll die neue Straßenbahn werden

In texanischen Austin will ein US-Unternehmen einen neues Transportmittel etablieren: In Gondeln sollen tausende Fußgänger schneller ans Ziel kommen. Die Luftstraßenbahn sei auch für andere Großstädte geeignet.

Für die Designer das Transportmittel der Zukunft: Gondeln, die quer über die Straßen der Stadt und vorbei an Hochhäusern fahren und Fußgänger schneller und näher an ihr Ziel bringen. Quelle: FrogDesign


Deshalb fordert VDV-Geschäftsführer Wolf, dass der Bund künftig nicht nur den Neubau von ÖPNV-Projekten fördert, sondern auch die Sanierung. „Es wäre sinnvoll, die Zweckbindung auszuweiten und auch Ausgaben für die Instandhaltung der Infrastruktur im Nahverkehr zu fördern“, fordert Wolff.
Im Durchschnitt liegt der Kostendeckungsgrad in Deutschland bei 79 Prozent. Nach einer Umfrage der WirtschaftsWoche unter den Großstädten liegen nur zwölf Städte über dem Durchschnitt. München ist dabei die einzige Stadt in Deutschland, die ihren Bus- und Bahnverkehr ohne öffentlichen Zuschuss kostendeckend durchführt. Sehr hoch sind auch noch die Kostendeckungsgrade in Stuttgart (94 %) und Hamburg (90 %). Dass auch kleinere Großstädte mit geringen öffentlichen Zuschüssen auskommen können, zeigen Freiburg und Leverkusen (je 88 % Kostendeckung).
Ebenfalls über den Durchschnitt liegen die Städte Frankfurt am Main (86 %), Erfurt und Kassel (je 85 %), Mannheim (83 %), Düsseldorf und Karlsruhe (je 82 %). Als Millionenstadt vergleichsweise schlecht steht die Bundeshauptstadt Berlin da. Die größte deutsche Stadt liegt mit einer Kostendeckung von 74 % unter dem Schnitt und deutlich hinter den anderen drei Millionenstädten München (100 %), Hamburg (90 %) und Köln (77 %).

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