Ökosystem gefährdet: Holländer helfen deutschen Gegnern der Elbvertiefung

KommentarÖkosystem gefährdet: Holländer helfen deutschen Gegnern der Elbvertiefung

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Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Elbvertiefung in Hamburg zu einem Umkippen des Ökosystems in der Elbemündung führen könnte

von Hermann J. Olbermann

Es ist Zufall, natürlich: Vor einem Jahr verbot das niederländische Verkehrsministerium der Lufthansa Frachtflüge zwischen Puerto Rico und Amsterdam, jetzt munitioniert das niederländische Umweltministerium die Gegner der Elbvertiefung, die entscheidend ist für die Zukunft das Hamburger Hafens.

Holland sorgt sich um die Fische in der deutschen Bucht. Das niederländische Umweltministerium wollte wissen, wie sich die geplante Vertiefung der Elbe auf die Fische, ja das gesamte Ökosystem in der Elbmündung auswirkt. Das Ergebnis: Die Autoren der Studie warnen von einem Ausbaggern der Elbe, das Ökosystem in der Mündung drohe umzukippen. Damit helfen die Holländer den deutschen Gegnern der Elbvertiefung. Auch sie befürchten Umweltschäden und zogen vor Gericht, um das Vorhaben zu stoppen. Mit Erfolg: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verbot in einer einstweiligen Anordnung den Beginn der Baggerarbeiten.

Mit einer endgültigen Entscheidung ist wohl erst 2014 zu rechnen. Begonnen hatten die Planungen für eine Elbvertiefung schon 2002, als absehbar war, dass immer größere Containerschiffe gebaut werden. Damit sie Deutschlands größten Seehafen vollbeladen ungehindert anlaufen können, muss die Fahrrinne der Elbe tiefer werden.

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Holland profitiert vom Baustopp

Den Holländern kann jede Verzögerung nur recht sein, noch mehr würden sie von einem Baustopp profitieren. Denn im Gegensatz zu Hamburg ist Rotterdam für XXL-Frachter problemlos zu erreichen. Und der Ausbau des Rotterdamer Tiefwasserhafen Maasvlakte ist noch keineswegs abgeschlossen. Zwar verfügt inzwischen auch Deutschland über einen Tiefwasserhafen – den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, der im vergangenen Sommer eröffnet wurde.

Aber ist keine Alternative für Hamburg, und kann Rotterdam nicht gefährlich werden. Die Beschäftigten am Wilhelmshavener Containerterminal schieben Kurzarbeit. Die XXL-Schiffe laufen lieber Rotterdam an – oder mit weniger Ladung und damit weniger Tiefgang Hamburg. Die Infrastruktur in Wilhelmshaven kann mit der Hamburgs oder Rotterdams nicht mithalten.

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Die Elbstudie ist nicht das erste Störmanöver der Holländer gegen deutsche Logistiker. Im März vergangenen Jahres hatte  das niederländische Verkehrsministerium der Lufthansa Frachtflüge zwischen Puerto Rico und Amsterdam untersagt, eine attraktive Strecke für den Blumenhandel. Insider vermuten, die niederländische Regierung wolle so die heimische Airline KLM im Transport von Frischblumen bevorteilen. Ist die Studie gegen den Hamburger Hafen der nächste Schritt?

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