Oetker-Reederei: Hamburg Süd verzeichnet rückläufige Umsätze

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Oetker-Reederei: Hamburg Süd verzeichnet rückläufige Umsätze

von Nele Hansen

Die Reederei Hamburg Süd hat weiter mit niedrigen Frachtraten zu kämpfen und schließt ein Bündnis mit den Konkurrenten Hapag-Lloyd und CSAV nicht aus.

Die zum Bielefelder Oetker-Konzern gehörende Reederei Hamburg Süd machte im vergangenen Geschäftsjahr mit 5,3 Milliarden Euro vier Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Gründe waren vor allem die niedrigen Frachtraten und die Dollar-Abwertung um rund vier Prozent gegenüber dem Euro. Zusammen mit der brasilianischen Tochtergesellschaft Alianca konnte Hamburg Süd das Transportvolumen lediglich um ein Prozent steigern. Die Geschäfte mit Massengutfrachtern und der Produktentankerfahrt, bei der Tanker aus Erdöl gewonnene Halb- und Fertigprodukte transportieren, machten Verluste. Die Liniendienste verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr. Genaue Zahlen nannte Hamburg Süd allerdings nicht.

Wie die gesamte Branche leidet Hamburg Süd unter den niedrigen Frachtraten, also den Transportpreisen für Container. Zwar wurden  im vergangenen Jahr über 200 Schiffe verschrottet, allerdings wurden auch mehr neue Schiffe ausgeliefert. Die großen Überkapazitäten drücken die Preise, die großen Reedereien lieferten sich teils ruinöse Wettkämpfe. Darunter litt auch die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd. Zwar machte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 389 Millionen Euro. Unterm Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 97 Millionen Euro.

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Um Größenvorteile zu realisieren, wollten die beiden Hamburger Reedereien im vergangenen Jahr fusionieren. Doch die Pläne scheiterten, Hapag- Lloyd schaute sich daraufhin nach einem anderen Partner um.

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Inzwischen steht eine Fusion zwischen Hapag-Lloyd und der chilenischen Reederei CSAV, dem Hauptkonkurrenten von Hamburg Süd im Südamerikageschäft, kurz vor dem Abschluss. Hapag-Lloyd und CSAV würden zur weltweit viertgrößten Reederei aufsteigen. Vor einigen Tagen stimmte der überwiegende Teil der Aktionäre der chilenischen CSAV auf einer Hauptversammlung dem Zusammenschluss mit Hapag-Lloyd zu. Bis zum 20. April entscheidet sich, ob der Deal tatsächlich zustande kommt. Bis dahin können Anteilseigner, die gegen die Fusion sind, ihre Aktien verkaufen. Sind mehr als fünf Prozent dagegen, würde die Fusion scheitern. Doch danach sieht es bislang nicht aus.

Komplett vom Tisch ist ein Dreierbündnis zwischen Hapag-Lloyd, der CSAV und Hamburg Süd indes nicht. „Wenn die gesamte Fusionswelle in der Schifffahrt noch weiter um sich greift, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es auch noch einen dritten Partner geben wird“, sagte Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne Anfang Februar gegenüber der WirtschaftsWoche. "Wenn Hamburg Süd selbst gesprächsbereit wäre, könnte man noch einmal darüber nachdenken." Allerdings äußerte sich Kühne skeptisch, ob die Oetker-Familie, der Hamburg Süd gehört, ihre internen Konflikte überwinden und sich auf eine Fusion mit Hapag-Lloyd verständigen könnte. Deshalb betrachte er es als "eher unwahrscheinlich", dass Hamburg Süd dritter Partner von Hapag-Lloyd werde. Er denke darum "eher an Fernost-Partner."

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