Paketdienste: Lieferung an die Haustür wird teurer und seltener

exklusivPaketdienste: Lieferung an die Haustür wird teurer und seltener

von Jacqueline Goebel

Verbraucher müssen damit rechnen, dass sie zukünftig ihre Pakete öfter abholen müssen, statt sie an der Haustür in Empfang zu nehmen.

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Die Lieferung an die Haustür wird teurer und seltener

„In der Zukunft könnte es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern und die Lieferung zur Haustür dann zum Beispiel 50 Cent extra kostet“, sagte Boris Winkelmann, Geschäftsführer des Paketdienstes DPD, der WirtschaftsWoche.

Als Grund für diese Entwicklung sieht er das starke Wachstum des Onlinehandels und die dadurch stark angestiegenen Kosten. Die Zustellung bis zur Haustür gilt als besonders zeitaufwendig, weil die Paketboten bei einem Stopp nur wenige Pakete verteilen können.

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„Die Zustellung an die Haustür muss angesichts des hohen Aufwandes teurer werden“, fordert deshalb auch Frank Rausch, Geschäftsführer von Hermes in Deutschland, gegenüber der WirtschaftsWoche. „Die Abholung von Sendungen direkt vom Paketshop oder vom Paketkasten wird hingegen weiter an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert er.

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DHL-Packstation Quelle: imago

Hermes fordert gemeinschaftliche Paketshops von allen Anbietern in den Innenstädten. „Was wir dringend brauchen, sind große Paketshops oder Mikrodepots in den urbanen Räumen, die alle Paketdienste nutzen können“, forderte Hermes-Geschäftsführer Rausch gegenüber der WirtschaftsWoche. Eine wettbewerbsübergreifende Kooperation zwischen den Anbietern sei „durchaus denkbar“. „Hier sind nicht zuletzt auch die Städte und Kommunen gefordert, den Rahmen zu setzen und zum Beispiel passende Immobilien zur Verfügung zu stellen“, so Rausch.

Das sei im Interesse der Kunden und der Kommunen. Viele Städte in Deutschland leiden unter Staus auf ihren Straßen und sehen dafür auch Lieferwagen als Ursache, die oft in zweiter Reihe parken. Solche Probleme ließen sich mit Gemeinschafts-Depots einschränken, argumentiert Rausch.

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