Pannenserie: Mehdorn will Flughafen bis Frühjahr 2015 fertig bauen

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Pannenserie: Mehdorn will Flughafen bis Frühjahr 2015 fertig bauen

Flughafen-Chef Mehdorn holt zum Rundumschlag aus. Er lehnt sich gegen das Nachtflugverbot auf, ätzt gegen Rufe nach mehr Schallschutz - und erklärt, wann der Flughafen spätestens fertig sein soll.

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn will mit dem ins Stocken geratenen Bau des neuen Hauptstadtflughafens spätestens bis zum Frühjahr 2015 fertig sein. „Wir haben ehrgeizige Ziele und eine klare Terminplanung. Dazu gehört, das Bauende noch in diesem Jahr, spätestens im nächsten Frühjahr zu erreichen“, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag“. Zugleich zeigte er sich im Streit um ein Nachtflugverbot kompromisslos. Knapp ein Jahr nach seinem Amtsantritt stellte der Manager das Milliarden-Projekt grundsätzlich infrage, sollte es zu einem strengeren Nachtflugverbot kommen. Die Äußerungen brachten Mehdorn heftige Kritik ein.

„Eine Ausweitung des nächtlichen Flugverbots halten wir nicht für erforderlich. Sollte es dennoch dazu kommen, dann hätte man diesen Flughafen gar nicht bauen müssen“, sagte Mehdorn der Zeitung. Ein Hauptstadtflughafen sollte 24 Stunden offen sein. Zu den Kosten für das Bauprojekt erklärte Mehdorn: „Am Ende wird der BER im internationalen Vergleich ein preiswerter Airport sein.“ Seit langem gibt es Streit um ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Berliner Hauptstadtflughafen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt nach einem erfolgreichen Volksbegehren auf eine längere Nachtruhe und ein Flugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr. Er stellt sich damit gegen die anderen beiden Flughafen-Eigentümer, das Land Berlin und den Bund.

In der Planfeststellung ist ein Flugverbot zwischen 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr am neuen Flughafen festgelegt. Ein Sprecher des Berliner Senats sagte am Samstag: „Wir haben diese Regelung und bei der bleibt es.“ Darüber hinaus wollte er sich zu den Aussagen Mehdorns nicht äußern. Die Öffnung des neuen Flughafens war wegen Baumängeln mehrfach verschoben worden. Einen konkreten neuen Termin gibt es ebenso wenig wie Angaben über die endgültigen Kosten. Im Februar hatte Mehdorn im Streit über den Schallschutz davor gewarnt, der Flughafen könne möglicherweise erst 2016 in Betrieb gehen. Der Manager erklärte zudem, er nehme auch die Sorgen der Flughafen-Anwohner ernst. Es gebe deshalb Lärmschutzmaßnahmen, „die es in diesem Ausmaß und dieser Qualität nirgendwo auf der Welt gibt“. Jedes Gespräch in einem Büro mache mehr Lärm als die Landung eines Flugzeugs im Hausinneren in der Flughafenumgebung machen dürfe.

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Die Bürgerinitiative Friedrichshagen reagierte empört auf diesen Vergleich. „Das ist totaler Blödsinn“, sagte ihr Sprecher Joachim Quast am Samstag. „Solche Floskeln sind Bauernfängereien, die wieder einmal zeigen, wie wenig sich Herr Mehdorn mit dem Thema Schallschutz auseinandersetzt.“ Verärgert über Mehdorns Äußerungen zeigte sich auch Brandenburgs Finanzminister und Flughafen-Aufsichtsratsmitglied Christian Görke (Linke). Er forderte Mehdorn auf, mehr Respekt vor dem Volksbegehren für ein längeres Nachtflugverbot zu zeigen.

Mehdorn beklagte sich außerdem über das Baurecht in Deutschland. In einem Beitrag für das Magazin „Focus“ monierte er, der Staat sei „völlig überreguliert“. „Wir leisten uns eine undurchsichtige Kleinstaaterei, in jedem Bundesland gelten andere Regeln. Ständig wird das Baurecht um neue Vorschriften und Normen ergänzt“, schreibt der 71-Jährige. „Das Kapitel Baurecht ist ein Dorado für Mahner und Bedenkenträger geworden.“

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