Playboy ändert Geschäftsmodell: Keiner zahlt für nackte Bunnys

Playboy ändert Geschäftsmodell: Keiner zahlt für nackte Bunnys

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Hugh Hefner (Archivbild 2007)

Quelle:Handelsblatt Online

Endlich Zeit, die Interviews zu lesen: Der Playboy, berühmtestes Herrenmagazin der Welt, streicht sein Kernelement – die Nacktfotos. Angebote im Internet lassen die Verkaufszahlen einbrechen. Nun folgt der Wandel.

Seit Jahrzehnten erfreut das amerikanische „Playboy“-Magazin die Männerwelt mit Hochglanzbildern komplett entblößter Frauenkörper - aber damit soll bald Schluss sein. Wegen der wachsenden Konkurrenz durch das Internet werde die berühmte Zeitschrift ab kommendem Frühjahr komplett neu gestaltet, berichtete die „New York Times“ am Dienstag. Zwar würden Frauen weiter in provokativen Posen gezeigt, jedoch sollen sie nicht mehr völlig nackt abgebildet werden.

„Playboy“-Gründer Hugh Hefner (89) habe einem entsprechenden Vorschlag seiner Top-Redakteure zugestimmt, hieß es. „Sauberer und moderner“ laute das Konzept des neuen Stils.

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Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, sagte „Playboy“-Chefmanager Scott Flanders. Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der „Playboy“ schon lange gewonnen. „Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen“, so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt.

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Bereits im vergangenen Jahr hatten die „Playboy“-Macher die Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen. Nun soll die Print-Ausgabe folgen.

„Der Zwölfjährige in mir ist sehr enttäuscht“, sagte Redakteur Cory Jones, der Hefner die Idee zur Umgestaltung unterbreitet hatte. „Aber es ist die richtige Entscheidung.“

Für die deutsche Ausgabe des Playboy dürfte die Entscheidung überraschend kommen. Noch im Februar hatte sich Florian Boitin, Chefredakteur der hiesigen Ausgabe, sehr positiv bezüglich der Geschäftsaussichten geäußert. Gerade das Geschäft im Internet brumme, hatte er im Interview mit dem Branchendienst Meedia erklärt. Besonders die Social Media Reichweite galt als sichere Bank.

Fakten über das „Playboy“-Magazin

  • Marilyn Monroe

    1953 produziert Hugh Hefner die erste Ausgabe des Männer-Magazins „Playboy“. Darauf posiert Marilyn Monroe in einem tief ausgeschnittenen Kleid. Das Foto war ursprünglich für einen Kalender gedacht. Auf die Frage der Journalisten, was sie denn getragen habe, soll Monroe geantwortet haben: „Chanel No. 5.“

    Quelle: schweizer-illustrierte.ch

  • 1972

    Das meistverkaufte Heft erscheint im November 1972 und wandert über 7 Millionen Mal über den Ladentisch. Auf dem Cover war das Model Pam Rawlings zu sehen. Die Ausgabe mit Farrah Fawcett auf dem Titel aus dem Jahr 1995 gilt mit über 4 Millionen verkauften Exemplaren als das bestverkaufte Heft der 90er-Jahre. Fawcett ist damals 48 Jahre alt.

  • Jimmy Carter

    1976 sorgt das Interview mit Jimmy Carter für Furore. „Ich habe in meinem Herzen schon Ehebruch begangen“, gesteht der damalige US-Präsidentschaftskandidat.

  • Cindy Crawford

    Cindy Crawford ist das erste Supermodel, das 1988 sich für den „Playboy“ auszieht.

  • Pamela Anderson

    Pamela Anderson posiert insgesamt 14 Mal für das Cover des Magazins und hält somit den Rekord. 2010 spendet sie ihre Gage von 25.000 Dollar an die Charity-Organisation „Waves for Water“, die sich für sauberes Trinkwasser einsetzt.

  • Heidi Klum

    Heidi Klum möchte sich 2003 trotz einer Gage von 885.000 Dollar nur unter der Bedingung, dass die Fotos schwarz-weiß sind, ablichten lassen. Hugh Hefner ist damit nicht einverstanden und zieht sein Angebot zurück. Seiner Meinung nach lassen sich farbige Bilder besser verkaufen.

  • Striptease im „Playboy“

    Das neuseeländische Model Rachel Hunter kassiert 2004 für Striptease im Magazin die Rekordsumme von beinahe zwei Millionen Dollar.

  • Jennifer Aniston

    2008 lehnt Jennifer Aniston – sie zieht sich zuvor für die Zeitschrift „GQ“ aus – das Angebot von vier Millionen Dollar für ein Shooting ab. Ihre Begründung: „GQ ist Kunst, Playboy ist Sex.“

  • Sila Sahin

    Im Mai 2011 lösen die Bilder der deutschen Ausgabe eine bundesweite Debatte aus: Sila Sahin, die noch zu der Zeit täglich in der Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen ist, ziert als erste Deutsch-Türkin nackt das Cover.

  • Verkaufsverbot

    Die Zeitschrift darf in China, Malaysia, Thailand, Indien, Singapur und Brunei nicht verkauft werden. Ebenfalls verboten sind die Magazine im Iran, in Saudi-Arabien und in Pakistan. Aufgrund massiver Proteste in Indonesien werden in den „Playboy“-Ausgaben keine komplett nackten Frauen abgebildet – der Schwerpunkt liegt auf einer hohen Textqualität.

Hefner hatte den „Playboy“ 1953 erstmals herausgebracht. Auf der Titelseite posierte damals keine Geringere als Marilyn Monroe, die sich in einer für heutige Verhältnisse eher züchtigen schwarz-weißen Robe ablichten ließ. Später hatten auch Ikonen wie Madonna, Sharon Stone und Naomi Campbell die Hüllen fallen lassen, um im „Playboy“ die Männerfantasien zu beflügeln.

Aber diese Zeiten seien im neuen Medienzeitalter passé, so die „Playboy“-Macher. Nach Schätzungen der Medienorganisation „Alliance for Audited Media“ ist die Auflage des Magazins von 5,6 Millionen Exemplaren im Jahr 1975 auf heute 800.000 geschrumpft. Dennoch: Das Logo - ein stilisierter Hasenkopf mit Fliege - gehört weiterhin zu den berühmtesten der Welt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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