Private Equity: Billiges Geld lässt Firmenjäger ausschwärmen

Private Equity: Billiges Geld lässt Firmenjäger ausschwärmen

von Mark Fehr

Die niedrigen Zinsen beschleunigen das Comeback internationaler Finanzinvestoren. Sie wollen besonders gern im deutschen Mittelstand Beute machen.

Die vor einigen Jahren noch heftig von der Finanzkrise gebeutelte Private-Equity-Branche erlebt ein Revival. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft PwC. Danach blickt die überwältigende Mehrheit der Fondsgesellschaften äußerst optimistisch in die Zukunft: 91 Prozent der 200 von PwC befragten Finanzinvestoren rechnen mit einer weiteren Marktbelebung in 2015.

Einer der Gründe für die wieder erwachte Euphorie der Firmenjäger ist das billige Geld, mit dem die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise die Märkte flutet. „Das niedrige Zinsniveau sorgt für günstiges Kapital“, sagte Steve Roberts, der das Private-Equity-Geschäft bei PwC Deutschland leitet. Bei der Übernahme von Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen sind Fondsgesellschaften auch auf Kredite angewiesen, um die Kaufpreise zu finanzieren. Daher verschafft ihnen die Lockerung der Geldpolitik mehr Spielraum.

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Kapital und Netzwerke Private Equity viel besser als ihr Ruf

Kontrollverlust, Sparzwang, Zerschlagung: Viele Mittelständler fürchten die Finanzierung durch Finanzinvestoren. Dabei bieten sie neben frischem Kapital auch Wissen und Netzwerke.

Size matters - Eyevis-Chef Nagel leitet den Hersteller von Großbildsystemen Quelle: PR

Allerdings: Die Verschuldungsquote bei Firmenkäufen ist im Vergleich zu den vor der Finanzkrise üblichen Werten deutlich gesunken. Laut PwC-Umfrage lag der Kreditanteil bei neuen Engagements im Schnitt unter 40 Prozent. Damit spielt Fremdkapital immer noch eine große Rolle für Übernahmen durch Finanzinvestoren, doch besonders hohe Verschuldungsquoten um die 60 bis 70 Prozent sind zur Ausnahme geworden.

Der schlechte Ruf von Finanzinvestoren bei Politikern und Arbeitnehmern ist zu einem großen Teil auf die Praxis zurückzuführen, die Deals mit Krediten zu finanzieren und diese den aufgekauften Unternehmen aufzubürden. Die Zinslast werde dann unter anderem durch Kostendruck und Arbeitsplatzabbau gestemmt, so die Kritik. Die aktuell sinkenden Schuldenquoten lassen eine Veränderung dieses Geschäftsmodells erkennen.

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Die krisenbedingt lockere Geldpolitik der EZB steigert wegen der daraus resultierenden Schwäche des Euro vor allem das Interesse ausländischer Investoren an Unternehmenskäufen in Deutschland und Europa. „Käufer aus Regionen mit starken Währungen werden zudem verstärkt Ziele im Euroraum ins Visier nehmen“, erwartet PwC-Experte Roberts.

So halten 75 Prozent der durch PwC befragten internationalen Fondsgesellschaften Deutschland auf Sicht der nächsten fünf Jahre für den attraktivsten Markt für Privat-Equity-Investitionen in Westeuropa. Das liegt allerdings nicht nur an den günstigen Wechselkursen und Finanzierungsbedingungen. So schätzen Investoren laut Roberts die Beständigkeit der deutschen Wirtschaft und die Stärke des hiesigen Mittelstandes. Die Firmenjäger suchen dabei gezielt nach Beute im Industriesektor, der das Rückgrat der deutschen Wirtschaft darstellt. Als weitere attraktive Branchen folgen laut Konsumgüter und Energie.

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