Protest gegen Uber und Co.: Taxi-Blockaden sorgen für Verkehrschaos

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Protest gegen Uber und Co.: Taxi-Blockaden sorgen für Verkehrschaos

, aktualisiert 11. Juni 2014, 21:47 Uhr

Aufstand der Fahrer: Weil sie von der Konkurrenz aus dem Netz die Nase voll haben, streiken in Deutschland Tausende Taxi-Fahrer. Die Demonstrationen richten sich gegen Fahrdienste wie das US-Startup Uber.  

Frust für viele Pendler und Reisende: Während die Bahn noch immer die Sturmschäden beseitigt, legt ein Streik der Taxi-Fahrer Europas Metropolen lahm. Zehntausende Taxifahrer haben in mehreren Großstädten gegen neue Konkurrenz aus dem Internet protestiert.

In Paris blockierten am Mittwochmorgen kurzzeitig 500 Taxifahrer den Verkehr an den internationalen Flughäfen Charles de Gaulle und Orly und rollten anschließend im Schneckentempo in Richtung Innenstadt. Im Raum Paris wurden Staus mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 Kilometern registriert. In Frankreich wurden zudem weite Teile des öffentlichen Verkehrs auch durch einen Bahnstreik lahmgelegt. Im ganzen Land fielen am Mittwoch zahlreiche Nah- und Fernverkehrszüge aus. Die Bahngesellschaft SNCF musste nach eigenen Angaben auf manchen Strecken zwei Drittel ihres normalen Angebots streichen. Überwiegend normal lief nur der internationale Verkehr. Die Verbindungen von und nach Deutschland konnten vorerst aufrechterhalten werde. Die auf diesen Donnerstag ausgeweitete Protestaktion richtete sich gegen eine von der Regierung geplante Bahnreform. Sie geht den Gewerkschaften nicht weit genug und konzentriert sich ihrer Meinung nach zu sehr auf Spareffekte.

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Neues Feindbild Auch MyTaxi kritisiert Uber

Mit seiner App hat MyTaxi den Markt revolutioniert – zum Ärger der Taxizentralen. Das neue Feindbild der Taxiunternehmer heißt nun Uber und auch Mytaxi schießt gegen den Konkurrenten.

huGO-BildID: 34651425 mytaxi reagiert auf aktuelle Diskussion und passt neues Preismodell an. mytaxi führt neues Preismodell ein. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/82695 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/mytaxi". Quelle: obs

Auch in London, Mailand und Barcelona demonstrierten die Dienstleister. Tausende der berühmten Londoner Taxis haben die Straßen um den Trafalgar Square im Stadtzentrum blockiert. Viele der „Cabbies“ drückten minutenlang die Hupe. In Madrid streikten fast alle Taxifahrer den ganzen Tag. Auch am Flughafen war kein einziges Taxi aufzutreiben. Protestfahrten mit kleineren Verkehrsbehinderungen gab es unter anderem auch in Hamburg, Barcelona und einigen italienischen Städten.

In Berlin machten nach Polizeiangaben 450 Fahrer bei einer Sternfahrt zum Olympiastadion mit. Zusätzlich sorgen weiterhin schwere Sturmschäden für Verkehrsbehinderungen in ganz Deutschland. Die Fernverkehrsstrecke Hamburg-Berlin wurde am Mittwochmittag bis Betriebsschluss gesperrt, weil umgestürzte Bäume von den Gleisen geholt werden mussten, wie die Bahn mitteilte. Für drei Stunden war auch die Schnellfahrstrecke Berlin-Hannover nach einem Blitzeinschlag gesperrt. Auch mehrere Regionalverkehrsstrecken in Brandenburg waren betroffen.

Die Schäden in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Bahn noch schlimmer als zunächst befürchtet. „Die Situation etwa um Essen und Dortmund ist verheerend“, sagte eine Bahnsprecherin. Die Schäden seien noch größer als beim Orkan „Kyrill“ 2007. Große Bahnhöfe wie Düsseldorf und Essen sind weitgehend vom Zugverkehr abgeschnitten.

Die Demonstrationen der Taxifahrer richten sich gegen alternative Taxi-Dienste, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Besonders das Startup Uber ist dabei zum Feindbild für die ganze Branche geworden. Es nutzte den Streik in Berlin sogleich für Werbung: Dort gab es am Mittwoch 50 Prozent Rabatt auf Fahrten mit Freunden. Uber hat nach eigenen Angaben von den Protesten der Taxifahrer profitiert. „Wir arbeiten rund um die Uhr“, sagte Europachef Pierre-Dimitri Gore-Coty am Mittwochabend dem Wirtschaftssender Bloomberg TV. Quer durch Europa habe es sechs bis achtmal mehr neue Kunden als an gewöhnlichen Tagen gegeben, in Barcelona seien es sogar elfmal mehr gewesen.

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