Publicis-Omnicom-Fusion: Sie lieben die "coke side of life"

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Publicis-Omnicom-Fusion: Sie lieben die "coke side of life"

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Maurice Levy (links), Chef von Publicis, and John Wren, Chef von Omnicom. Die beiden Konzerne stecken hinter einigen der größten und bekanntesten Werbekampagnen der Welt.

von Karin Finkenzeller

Die beiden PR-Firmen Publicis aus Frankreich und Omnicom aus den USA wollen gemeinsam gegen die steigende Werbemacht von Google und Facebook antreten. Hinter welchen Kampagnen die Megakonzerne stecken.

Kennen Sie die Werbung, in der Jan Josef Liefers alias Tatort-Professor Boerne gegen einen Laternenpfahl laufen muss, um die pannenfreie Qualität eine Hybrid-Autos unter Beweis zu stellen? Oder die "Ant Rally" zur Rettung des Regenwaldes, bei der "erstmals in der Geschichte" 500.000 Ameisen gegen die Zerstörung ihres Lebensraums demonstrieren? Die Slogans "Wir lieben es" zur Verkaufsförderung von Burgern, und "The coke side of life" für ein Erfrischungsgetränk sind Ihnen auf jeden Fall ein Begriff. Und wenn Frau heute mal keine Lust auf Sport hat, greift sie eben zu der (angeblich) ebenso effektiven Hautlotion aus dem Labor des französischen Kosmetikriesen L'Oréal.

All diesen Werbespots gemein ist, dass sie aus den Kreativ-Stuben der Agenturen Publicis und Omnicom stammen, die nun zum weltweit größten PR-Unternehmen fusionieren wollen. Die beiden Mutterkonzerne aus Paris und New York sind in Deutschland weniger bekannt als ihre zahlreichen Töchter: Zu Publicis gehören unter anderem Saatchi & Saatchi, Leo Burnett und Starcom Mediavest. Ihre Kunden sind so bekannte Marken wie L'Oréal, Nescafé oder Renault. In den USA zählt zudem Kekst and Company zu den wichtigen Größen der Finanzkommunikation.

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Der Name Omnicom steht hinter BBDO, Ketchum, TBWA Worldwide, Porter Novelli oder Fleishman Hillard. Hier zerbricht man sich unter anderem für McDonald's, Pepsico, Volkswagen, Toyota und Apple den Kopf. 

Französisch-amerikanische Fusion Werbewelt bekommt neue Nummer eins

Der Zusammenschluss der zwei Werbekonzerne Publicis und Omnicom stellt die Branche auf den Kopf. Denn bislang konkurrierende Agenturen wie BBDO, Leo Burnett oder Saatchi & Saatchi agieren künftig unter einem Dach.

Maurice Levy (links), Chef von Publicis, and John Wren, Chef von Omnicom, während ihres Schulterschlusses in Paris. Quelle: AP

Bei einer Fusion der bisher zweit- und drittgrößten PR-Unternehmen weltweit zur "Publicis Omnicom Group" würde ein Konzern mit einer Börsenkapitalisierung von rund 25 Milliarden Euro, einem Jahresumsatz von rund 17,7 Milliarden Euro entstehen und mehr als 130.000 Mitarbeitern entstehen. Der bisherige Branchenführer WPP aus Großbritannien brachte es 2012 auf umgerechnet 12,8 Milliarden Euro Umsatz.

Als die Firmenchefs Maurice Lévy und John Wren ihr Vorhaben am Sonntag auf der Terrasse des Publicis-Sitzes auf den Pariser Champs-Elysées präsentierten, diente der Triumphbogen im Hintergrund nicht zufällig als Kulisse. Die Fusion soll zum Jahreswechsel abgeschlossen sein, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Vor allem in den USA könnte dies angesichts der Macht der zahlreichen Töchter schwierig werden. Auch die Kunden haben noch ein Wort mitzureden. Ob zum Beispiel Pepsico und Coca Cola künftig unter einem Dach beworben werden wollen, ist noch nicht entschieden. Kritiker erwarten zudem einen Preisdruck zu Lasten der Medien.

Publicis wurde 1926 von Marcel Bleustein in Paris gegründet. Der Name der Agentur ist eine Zusammensetzung aus "Publicité" (das französisch Wort für Werbung) und "six", (sechs), der Lieblingszahl Bleusteins. Seine ersten Kunden fand er unter Möbelfabrikanten. Seine Eltern waren ebenfalls in dieser Branche tätig. Schon drei Jahre später war Bleustein Millionär.

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