Putzen per Mausklick: Bei Mr. Cleaner wird anders geputzt

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Putzen per Mausklick: Das bringt die Putzfrau aus dem Netz

Bei Mr. Cleaner wird anders geputzt

Eine große Ausnahme ist Mr. Cleaner: Das Unternehmen schreibt, es gäbe keinen festen Grundpreis. Begründung: „Für ein seriöses Reinigungsunternehmen ist es nicht möglich, ohne Besichtigung einen Festpreis zu erstellen.“

Trotzdem bietet auch dieser Anbieter einen Richtwert: Für „möblierte Objekte mit einem Aufwand von bis zu 60 Minuten pro zehn Quadratmeter“ wird kalkuliert. Am günstigsten ist es beim Anbieter Putzfee. Das Portal, auf dessen Website sonst kaum Infos zu finden sind, verlangt 11,90 Euro pro Stunde bei einer Minimum-Buchung von zwei Stunden.

Wer Putzmittel, Wischmopp und Co. stellt, könnte auf den ersten Blick der größte Unterschied zwischen den Online-Anbietern sein, denn das läuft überall etwas anders: Bei Helpling stellt sie der Kunde. Hier gibt es online extra eine sehr ausführliche Liste, was vorhanden sein sollte. Auch bei Book a Tiger ist der Kunde für das Equipment verantwortlich. Bei Homejoy bringt die Putzfrau ihre Reinigungs- und Hilfsmittel gegen fünf Euro Aufpreis selbst mit – alles außer dem Staubsauger.

Auch die CleanAgents haben für zehn Euro extra das Reinigungsmittel im Gepäck. Der Kunde muss jedoch Putzutensilien wie Wischmopp, Eimer und Tücher stellen. Mr. Cleaner bringt hingegen grundsätzlich alles mit – „vom Staubsauger bis zum Reinigungstuch“, wie es auf der Website heißt. Bei Putzfee bekommt der Kunde dazu keine Info, wenn er noch nicht gebucht hat.

Putzdienstleistungen sind ein Milliardengeschäft

Sauberkeit ist in Deutschland ein riesiges Geschäft: Bundesweit sorgen tagtäglich fast 600.000 Menschen für Sauberkeit und Hygiene, so der Bundesinnungsverband „Die Gebäudedienstleister“. Damit arbeitet jeder 100. Arbeitnehmer im Gebäudereiniger-Handwerk – und da sind selbstständige Haushaltshilfen noch gar nicht hineingerechnet. Die Branche machte laut dem Statistischen Bundesamt 2013 einen Umsatz von rund 13,7 Milliarden Euro.

Allerdings kämpft gerade diese Branche besonders mit dem Problem Schwarzarbeit: Mehr als 90 Prozent der vermutlich vier Millionen Hilfen in deutschen Privathaushalten arbeiten ohne Steueranmeldung, so eine Schätzung des IW Köln. Das Bundesfamilienministerium schätzt den Anteil der Schwarzarbeit bei Putzhilfen grob auf 66 bis 95 Prozent. Hier rühmen sich die Online-Putzdienste damit, dass sie genau diesen dunklen Fleck beseitigen, denn ihre Vermittlung gehe definitiv nicht an der Steuer vorbei. Garantieren können aber auch sie das nicht.

Steuererleichterungen durch Putzhilfe-Ausgaben

Außerdem setzen sie auf dasselbe Schmankerl, mit dem auch der Staat deutschen Privathaushalten eine steuerlich gemeldete Haushaltshilfe schmackhaft machen möchte: die Steuererleichterung. Geregelt ist diese in Paragraph 35a des Einkommensteuergesetzes. Die Einsparung bei der Steuerschuld kann bei einem Minijobber, wozu die Putzfrau meist zählt, bis zu 20 Prozent der Ausgaben betragen – maximal 510 Euro pro Jahr. Wer professionelle Dienstleistungen nutzt – und dazu zählen auch die Putz-Portale - kann bei der Einkommenssteuer bis zu 1800 Euro sparen. Dies wird allerdings von Kritikern hinterfragt: Laut Gesetz müssten Privatpersonen den Lohn für die Putzhilfe an sie direkt zahlen. Setzt man auf die Online-Plattformen, kommt die Rechnung aber von dort. Dies könnte so die steuerliche Absetzbarkeit gefährden, warnen sie.

5 Gründe gegen Schwarzarbeit

  • Ordnungswidrigkeit mit hohen Geldbußen

    Schwarzarbeit im Haushalt ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird, muss deshalb mit einer Geldbuße von bis zu 300.000 Euro rechnen. Außerdem haben Haushaltshilfen, die ohne Anmeldung arbeiten wollen, schwierige Gründe dafür – so haben sie zum Beispiel keine Arbeits- oder sogar keine Aufenthaltserlaubnis. Werden sie erwischt, droht ihnen in diesem Fall die Ausweisung.

  • Schwächung des Sozialstaats

    Eine Putzhilfe, die nicht gemeldet ist, arbeitet um die Staatskasse herum und zahlt somit auch nicht in die sozialen Sicherungssysteme ein. Wer seine Einnahmen nicht voll angibt, behält Gelder, die ihm nicht zustehen und letztlich bleibt so weniger Geld für diejenigen übrig, die es wirklich brauchen.

  • Kein Versicherungsschutz

    Nur eine kleine Unachtsamkeit kann schon große Probleme bringen. Sachschäden, wie eine kaputte Vase sind da lästig, aber was passiert, wenn sich ihre Putzhilfe schwer verletzt? Wer schwarzarbeitet, kann sich nicht gegen Schäden versichern – das gilt dann insbesondere für Sachschäden – auf denen bleiben Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit sitzen.

  • Keine Steuererleichterung

    Damit werben viele Online-Putzdienst-Vermittler: Jeder kann Haushaltsdienste von der Steuer absetzen – da können im Jahr einige Euros zusammen kommen und rechnet man die Steuerersparnis gegen die Kosten einer illegalen Hilfe auf, kann manchmal ein legales Angebot sogar preiswerter sein.

  • Kein Ersatz, wenn die Hilfe ausfällt

    Wird die schwarz-arbeitende Haushaltshilfe krank oder fährt in den Urlaub, sorgt sie in den seltensten Fällen für einen Ersatz. Den muss der Arbeitgeber sich selbst suchen und hoffen, dass das klappt. Wer Kunde einer Dienstleistungsfirma ist, kann sich sicher sein, dass das zum Service gehört.

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In erster Linie ist es die Qualität und die Verlässlichkeit, die Kunden in Online-Foren und Bewertungsportalen an den Online-Putzdiensten bemängeln. Zwar liegen beispielsweise der Pflegestelle der Verbraucherzentrale NRW (VZ NRW) keine Beschwerden dazu vor. Dies solle aber "nichts heißen", schränkt Referentin Catharina Hansen ein. Die VZ NRW führt ihre eigene Datenbank zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Die basiert auf einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards. In dieser „schließen wir Vermittlungsagenturen, die lediglich den Kontakt zu in- und ausländischen Firmen, Selbstständigen oder Arbeitssuchenden herstellen, ausdrücklich aus“, so Hansen.

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