PwC-Offerte: Booz & Company - ein Mauerblümchen vor dem Traualtar

PwC-Offerte: Booz & Company - ein Mauerblümchen vor dem Traualtar

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) will die Strategieberatung Booz & Company übernehmen.

von Hans-Jürgen Klesse und Julia Leendertse

PricewaterhouseCoopers, eine der vier weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, will die Strategieberatung Booz & Company übernehmen. Aber kann das gut gehen? 

Zu Beginn und aus gegebenem Anlass eine kurze Klarstellung, wer Booz überhaupt ist. Die Strategieberatung Booz & Company darf nämlich nicht (was aber in den letzten Wochen häufig passiert) mit der US-Technologieberatung Booz Allen Hamilton verwechselt werden. Die beiden Beratungshäuser haben zwar den gleichen Ursprung, haben sich aber 2008 getrennt. Booz Allen Hamilton berät überwiegend amerikanische Behörden, berühmtester Kunde ist der wegen seiner weltweiten Ausspähaktionen in Verruf geratene Nachrichtendienst NSA. Whistleblower Edgar Snowden, der den globalen Abhörwahn der Amerikaner ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt hat, war als freier Mitarbeiter bei Booz Allen beschäftigt.

Nun zur Nachricht, dass PricewaterhouseCoopers (PwC), eine der vier weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die Strategieberatung Booz & Company übernehmen will. Was ist davon zu halten? Da muss man ein wenig differenzieren. In der öffentlichen Wahrnehmung steckt Booz eher in der Rolle des typischen Mauerblümchens: Jeder macht beim Tanztee mal höflichkeitshalber ein wenig Smalltalk mit ihr, aufs Parkett führen mag sie aber keiner, weil das Mädel nicht besonders attraktiv ist. Und wenn doch mal einer mit ihr anbandelt, ist der ein männliches Mauerblümchen oder er ist schnell wieder weg.

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Warum gilt Booz als Mauerblümchen? Weil die Verlobung mit PWC nicht die erste ist. 2010 scheiterten Fusionsverhandlungen von Booz mit dem Wettbewerber A.T. Kearney, dann die mit dem IT-Dienstleister Accenture. Schließlich gab es Gerüchte, die (auf das Mauerblümchenbild übertragen) wie Kurzschlusspanik wirkten. Booz & Company wollte sich angeblich an den indischen Billig-IT-Anbieter Infosys verkaufen. Um wieder im Bild zu bleiben: Weil das bedauernswerte Mädel sonst niemanden mehr abbekommen würde.

In der Beraterbranche spotteten die Wettbewerber bereits, wer wohl als nächstes dran sei. Manche freuten sich schon darauf, dass die „Boozies“ ihren guten Ruf durch die ständigen Verkaufsgerüchte so ramponieren würden, dass sie in absehbarer Zeit als nichtvermittelbar gelten würden. Was es umso einfacher machen würde, ihnen die Kunden abspenstig zu machen.

Wirtschaftsprüfer PwC kauft Unternehmensberatung Booz & Co

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC baut mit dem Zukauf von Booz & Company ihre Unternehmungsberatungssparte aus. Der Zusammenschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Booz-Partner.

Die Beratungsgesellschaft Booz & Company soll bei PwC unterschlüpfen. Quelle: dapd

Tempi passati! Gestern verkündete Booz-Weltchef Cesare R. Mainardi stolz, dass er und seine 3.000 Beraterkollegen doch noch einen Fusionspartner gefunden haben. Und der Bräutigam ist sogar stattlich und sehr ansehnlich: Mit 190.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 31,5 Milliarden US-Dollar ist PwC schließlich die größte Prüfungs- und Beratungsgeschäft der Welt.

Die beiden Partner haben große Ziele: Sie haben sich nichts Geringeres vorgenommen, als gemeinsam „das Managementconsulting des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden“. Ein Anfall von Größenwahn, ausgelöst durch eine Überdosis Dopamin, ausgeschüttet im Überschwang der Liebesgefühle? Möglich, vielleicht aber auch eine durchaus realistische Vision. Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Beratungsmarktexperte, ist zumindest überzeugt davon, dass PwC und Booz „sich als Partner gut ergänzen.“

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