Red Bull Verlag: "Wir wollen eine globale Medienmarke aufbauen"

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InterviewRed Bull Verlag: "Wir wollen eine globale Medienmarke aufbauen"

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Red Bull Verlagschef Wolfgang Winter über die Grenzen zwischen Journalismus und Werbung.

von Peter Steinkirchner

Red-Bull-Verlagschef Wolfgang Winter über Eiskletterer, die Zusammenarbeit im Medienkonzern des Getränkeriesen sowie die Grenzen zwischen Journalismus und Werbung.

WirtschaftsWoche: Herr Winter, zum Red Bull Media House gehören neben dem Verlag, für den Sie zuständig sind, unter anderem TV-Produktionen, Buchverlage, Online-Ableger – legt da einer von oben herab fest, welche Stars und Geschichten jetzt über alle Kanäle gefeiert werden müssen?

Das Red Bull Media House ist ein breit aufgestelltes junges Medienunternehmen, das national wie international in vielen Bereichen aktiv ist. Bei der Beurteilung von Projekten und Inhalten arbeiten die Einheiten unabhängig und entscheiden nach journalistischen und wirtschaftlichen Maßstäben, was sinnvoll ist und was nicht. Wir schauen uns dank unserer verschiedenen Kanäle insbesondere sehr genau an, welche Geschichten sich für ein multi-mediales Erzählen eignen. Vergangenes Jahr hatten wir beispielsweise eine phantastische Story über einen amerikanischen Abenteurer, der die zugefrorenen Niagarafälle raufgekletterte. Solch eine Story haben wir dann auf allen unseren Medien begleitet.

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Daneben verteilt Red Bull seine Bilder und Filme sehr großzügig auch an andere Medien, um auch außerhalb der Werbeblöcke ins redaktionelle Programm zu gelangen – wie haben Sie eigentlich die Agentur Reuters dazu gebracht, auch Red Bull-Filme zu transportieren?

Die Medienmarke Red Bull

  • Magazine: Kurs auf Profit

    Von Wien aus führt Wolfgang Winter die Geschäfte des Red Bull Verlags. Allerdings verweist nur das „Red Bulletin“ mit seinen Sport- und Hollywood- Berichten auf die Brausemarke. Winter will mit dem Wanderer-Heft „Bergwelten“, den Frauentiteln „#ICH“ und „Seitenblicke“ sowie der Land-Illustrierten „Servus in Stadt und Land“ den Verlag möglichst rasch profitabel machen.

  • Kinofilme: Gern mit Partnern

    2012 bestieg Bergsteiger David Lama nach vergeblichen Anläufen ohne Hilfsmittel den Cerro Torre in Patagonien. Red Bull machte daraus einen Kinofilm. Jedes Jahr kommen neue Streifen dazu, etwa über das Skirennen „Streif “. Gern auch in Co-Produktion mit anderen Marken – beim Surferfilm „Bending Colours“ etwa war die Modefirma O‘Neill mit an Board.

  • Fernsehen: Von Heimat bis Action

    Die TV-Aktivitäten des Brausekonzerns reichen vom Heimatsender Servus-TV, bei dem sich schon ZDF-Prominenz wie der frühere „Heute Journal“- Moderator Ruprecht Eser verdingte, über den gerade startenden Internetsender Red Bull TV bis zur Produktionsfirma Terra Mater. Die dreht vor allem Natur- und Geschichtsdokumentationen und gehörte früher zum öffentlich-rechtlichen ORF. Unter demselben Namen erscheint im eigenen Verlag auch ein aufwendig gemachtes Reportagemagazin.

Für den Erfolg der Inhalte ist einzig die Qualität entscheidend. Das Red Bull Media House ist Content-Produktionshaus und Distributionshaus, das sich darauf versteht, hochqualitative und relevante Inhalte zu schaffen die begeistern. Es geht wirklich um die Geschichten, die einzig das Interesse der Konsumenten und über erfolgreiche Reichweiten damit auch das Interesse der werbetreibenden Wirtschaft im Blick haben. Nur ein Beispiel: Zur WM 2014 in Brasilien hatten wir im The Red Bulletin ein Interview mit dem Fußballer Neymar geführt. Die Qualität des Interviews wie die Fotografie war überzeugend. Entsprechend wurde es nicht nur bei uns gelesen, sondern auch von der der Bild-Zeitung wie vielen weiteren internationalen Medien aufgegriffen.

… also Erwähnungen in anderen Medien.

Genau. Wenn die Qualität und die Fotos gut, sowie die Aussagen der Gesprächspartner spannend sind, dann finden die Geschichten in vielen Medien außerhalb unserer eigenen statt. Wir liefern ein hochwertiges, gutes journalistisches Produkt. Nur dann haben wir eine Chance, uns in dieser Kakophonie der Medien durchzusetzen.

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Red Bull Quelle: Hassân Al Mohtasib

Aber es gibt doch deutliche Unterschiede zwischen unabhängigen Medien, die aus journalistischen Gründen ein solches Interview führen, und Ihren Konzern-Medien – Ihre Leute sprechen mit Neymar, weil er Werbepartner von Red Bull ist, das ist doch etwas ganz anderes?

Wir möchten und müssen Leser und User von unseren Medieninhalten überzeugen. Als Verantwortlicher des Publishing-Bereiches mit Zeitschriftenmarken wie Servus in Stadt & Land, Terra Mater, Bergwelten, Seitenblicke sowie The Red Bulletin geht es uns um Qualität und Wirtschaftlichkeit.

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